Der schwäbische Volksschauspieler Walter Schultheiß ist im Alter von 101 Jahren gestorben. Mit Hechingen in Verbindung bleibt er wegen seiner Hauptrolle im Kinofilm „Global Player“.
Als Hechingen im Jahr 2012 für ein paar Wochen Schauplatz zu den Dreharbeiten eines großen Kinofilms war, richteten sich die meisten Augen auf ihn: Der damals 88-jährige Walter Schultheiß war neben der als „Tatort“-Kommissarin bekannten Ulrike Folkerts der Top-Promi unter den Schauspielern, die bei Maria Zell, in der Johanneskirche oder in der Firma Merz in der Haigerlocher Straße vor die Kameras traten.
Und Schultheiß war gleichzeitig der Hauptdarsteller des Films „Global Player – Wo wir sind isch vorne“, den der in Berlin berühmt gewordene Regisseur Hannes Stöhr seiner hohenzollerischen Heimatstadt widmete. In der Rolle des hartnäckigen Seniorchefs Paul Bogenschütz, der verzweifelt versucht, das schwäbische Familienunternehmen „Bogenschütz & Söhne“ vor dem Verkauf an die Chinesen zu retten, bleibt er in Hechingen unvergessen.
Etwas mehr als zwölf Jahre, nachdem „Global Player“ in die Kinos gekommen ist, ist Walter Schultheiß im Alter von 101 Jahren gestorben. Wie der Südwestrundfunk (SWR) am Freitagnachmittag bekannt gab, starb Schultheiß bereits am 22. Dezember 2025 in Wildberg (Kreis Calw). Am Freitag, 2. Januar 2026, wurde er im kleinen Kreis beerdigt.
Kultstatus mit Dialekt und Humor
Schultheiß, der am 25. Mai 1924 in Tübingen geboren wurde, erhielt zahlreiche Auszeichnungen, darunter das Bundesverdienstkreuz am Bande (1987), die Verdienstmedaille des Landes Baden-Württemberg (2003) und den Baden-Württembergischen Ehrenfilmpreis für sein Lebenswerk (2013).
In Hechingen, wo Schultheiß 2014 bei der Premiere des „Making of“ von „Global Player“ im Schwanen-Kino liebevoll-ironisch als „bester Nachwuchsschauspieler“ ausgezeichnet wurde, sagte er mit derselben Ironie zu Regisseur Hannes Stöhr: „Ich hoffe, dass wir in 20 Jahren nochmal einen Film machen. Du siehst noch so jung aus.“ Dazu wird es jetzt leider nicht mehr kommen.
Gedanken ans Jenseits kann man nur im Diesseits haben
In einem persönlich gehaltenen Nachruf auf Instagram schreibt Hannes Stöhr für das ganze „Global Player“-Team unter anderem: „Bei den Dreharbeiten zu unserem Film „Global Player – Wo wir sind isch vorne“ in Hechingen hast Du mir und der Filmcrew Geschichten erzählt, die man nie vergisst: Momente aus Deiner Kindheit in Tübingen, Erlebnisse an der Ostfront oder in der russischen Gefangenschaft, Anekdoten aus Deiner langen Karriere als Bühnen- und Filmschauspieler.“
Und weiter: „Enden möchte ich mit Karl Valentin, den Du sehr verehrt und immer wieder zitiert hast: „Gedanken über das Jenseits kann man natürlich nur im Diesseits haben.“