Das "WallStreetTheatre" mit Herrn Schultze (Christian Klömpken, blauer Anzug) und Herrn Schröder (Andreas Wiegels) in der Wildberger Stadthalle. Foto: Stadler

Mit ihrem Programm "Frog’n’Chips" lieferten die Comedy-Akrobaten Christian Klömpken und Andreas Wiegel als "WallStreetTheatre" einen köstlich unterhaltsamen Abend in Wildberg ab. Ihre Mischung aus Jonglage, Witz und deutsch-englischen Sätzen ließ das Publikum an den Bistrotischen in der Stadthalle in Verzückung geraten.

Wildberg - "Nach langer Zeit mal wieder Action und Stimmung in der Stadthalle", freute sich Maximilian Ormos, Abteilungsleiter Kultur bei der Stadtverwaltung Wildberg, vor Beginn des Auftritts von "WallStreetTheatre". Gleichzeitig war er froh darüber, dass diese Kulturveranstaltung mit dem Titel "Frog’n’Chips" stattfinden konnte und gab die Bühne frei für Herrn Schultze und Herrn Schröder mit ihrem französisch sprechenden Frosch namens Froschçois.

Die beiden gebürtigen Rheinländer traten in Schlips und Kragen mit Hornbrillen als britische Gentlemen vor ihr Publikum und ließen zu ihrem Sprachmix aus Englisch und Deutsch eine vorlaute Handpuppe zu Wort kommen.

Das Handwerkszeug für ihre mit Klischees spielende Show, bei der auch aus dem englischen Nähkästchen geplaudert wurde, legte das Duo während einer gemeinsamen Ausbildung an der Britischen Circus- und Theaterschule Circomedia in Bristol.

Gegründet haben sie das WallStreetTheatre im Jahr 1993. Sie sind seitdem international unterwegs und räumten schon zahlreiche Preise ab.

Schultze und Schröder jonglierten mit silbernen Keulen sowie gelben Bowler-Hüten und ließen aufgepustete Mülltüten sanft zwischen beiden hin- und herschweben. Dabei verirrte sich hin und wieder auch mal eines der Jonglierobjekte und landete, was so nicht geplant war, auf dem Bühnenboden.

Sie wackelten zum Lied "Eye of the Tiger" mit ihren Ohren, an denen sie Wäscheklammern befestigt hatten. Prinz Charles erklärten sie zum Erfinder des Charleston und das britische Königshaus der Windsors zu Namensgebern fürs Windsurfen.

Zurück nach England dürfen sie aufgrund von frauen- und pferdefeindlichen Geschichten nicht mehr. Dies erspart ihnen letztlich den Brexit, erklärten sie augenzwinkernd. Zwischendurch kam in regelmäßigen Abständen ihr Bühnenkollege, der französische Frosch zu Wort, der vor Paul Bocuse und dessen Kochtopf geflohen sei und mit Chansons und Trapezkunststücken trotz Armprothese brillierte.

Lustig anzusehen war die Verwandlung von Herrn Schröder, der als Zwerg auf einem Tisch weilend neben dem Macarena zu Schwanensee tanzte und sich bei Kung Fu Fighting austobte.

Nach der Pause stieg Schröder, der kräftigere von Beiden, durch einen unbesaiteten Tennisschläger. Zusammen demonstrierten sie den Einstieg in einen von Schulze erträumten Jaguar X-Type aus dem Jahr 1963. Gelingen konnte die Vorführung an der nicht vorhandenen Limousine mit einem ebenso nicht vorhandenen Lift als Einstiegshilfe.

Ihre Reiseleidenschaft nach Peru inspirierte sie zu einem Wechselspiel von Bowler-Hüten, die sie über ihre Rücken gleiten ließen, um sie anschließend als Panflöten einzusetzen.

Gezeigt wurde der "unmögliche Tischtuchtrick", die "schwebende Jungfrau" und die Jonglage von fünf Tellern, die sich auf flexiblen Stangen in luftiger Höhe drehten.

Zu guter Letzt ließen Schröder und Schultze die Hosen runter. In Union Jack Unterhosen ließen sie als krönenden Abschluss der Show ein letztes Mal silberne Keulen zwischen sich über ein Bild der Queen hin- und herfliegen, während brennende Wunderkerzen an ihrem Hinterteil und über dem Bild der Königin ein bizarres Bild boten.

Zum Abschied gab es noch eine Runde Seifenblasen und reichlich begeisterten Applaus für einen unterhaltsamen Abend mit reichlich Kauderwelsch, Wortwitz und britischem Understatement.