Meißenheims Förster Gunter Hepfer brachte gute Nachrichten aus dem Wald in die Gemeinderatssitzung mit: die Umsetzung der Waldwirtschaft geht auf. Foto: Goltz

Die Holzwirtschaft der Gemeinde Meißenheim kann auf ein erfolgreiches Jahr 2024 zurückblicken. Ein Gewinn von 51 900 Euro wurde erwirtschaftet

Revierförster Gunter Hepfer hat in der Gemeinderatsitzung über die Waldwirtschaft in Meißenheim berichtet – und positive Nachrichten mitgebracht. So wurde im vergangenen Jahr ein Gewinn von 51 900 Euro erreicht. Dies gründe zum größten Teil in der Holzernte und dem Brennholzverkauf. Besonders gute Erträge brachte der Einschlag von Eschen, auch wenn das anhaltende Eschentriebsterben weiterhin Probleme bereitet, erklärte Hepfer. Das Stammholz konnte zu stabilen Preisen vermarktet werden.

 

Ein wichtiger Beitrag zum positiven Ergebnis kam zudem durch Fördermittel: Das Programm „Sozialer Wald“ brachte 45 000 Euro an Zuschüssen ein. Diese Gelder unterstützen Maßnahmen, die den Wald auch für die Bevölkerung erlebbar und sicher machen sollen, so der Förster. Denn die Waldpflege, insbesondere zur Verkehrssicherung, verursache weiterhin hohe Kosten.

Für die kommenden Jahre stehen weitere Projekte an. So soll der Waldrand neu angelegt werden und auf lichtere, strukturreiche Waldränder gesetzt werden – möglicherweise in Kombination mit einer Beweidung, um die Flächen offen zu halten. Auch die Entastung von Bäumen gehört zu den laufenden Pflegearbeiten, da sich astfreie Stämme besser vermarkten lassen. Hepfer zeigte sich zuversichtlich, dass auch 2026 wieder ein positives Ergebnis erzielt werden könne.

Ziel ist ein stabiler, vielfältiger Wald

Neben der wirtschaftlichen Entwicklung wurde auch der soziale und ökologische Aspekt der Waldarbeit hervorgehoben. Die Gemeinde arbeitet eng mit Kindergarten und Schule zusammen, organisiert Baumpflanzaktionen und vermittelt Kindern den Wert des Waldes. Der Naturschutz spielt ebenfalls eine zentrale Rolle – insbesondere der Schutz junger Pflanzen vor Wildverbiss. Noch immer werden Plastikhülsen zum Schutz verwendet, doch langfristig will Meißenheim auf plastikfreie Alternativen umstellen.

Auch der Klimawandel stellt die Forstwirtschaft vor Herausforderungen in den Mischwäldern der Rheinaue, die teilweise in Poldergebieten liegen, müssen künftig Baumarten gepflanzt werden, die sowohl Trockenheit als auch Hochwasser besser verkraften. „Unser Ziel ist ein stabiler, vielfältiger Wald, der auch kommende Generationen standhält“, so Hepfer abschließend.

Der Gemeinderat Meißenheim stimmte dem Waldwirtschaftsbericht ebenso wie dem Haushalt für 2026 einstimmig zu.

Schutz der Wildkatze

Ein besonderes Thema war der Schutz der Wildkatze, die in den Auenwäldern heimisch ist. Da sich die scheuen Tiere zunehmend mit Hauskatzen kreuzten, regte Hepfer eine Kastrationspflicht für freilaufende Hauskatzen an. „Jede zweite tot aufgefundene Wildkatze ist inzwischen ein Hybrid“, warnte Hepfer. Sabine Fischer, stellvertretende Bürgermeisterin, betonte, dass dazu eine enge Abstimmung mit den Nachbargemeinden Schwanau und Neuried erfolgen soll.