Hier war die Fahrt zu Ende. Foto: Privat

Der Frühling ist da und mit ihm nimmt die Wandersaison Fahrt auf. Allerdings ist der Fußweg von Hardt in Richtung Tennenbronn derzeit tückisch.

Ein rot-weißes Flatterband am Beginn des Weges – unmittelbar nach dem Ortsschild von Hardt in Richtung St. Georgen rechts in den Wald hinein – ist ein deutliches Warnsignal. Doch was hat es damit auf sich, fragen sich nicht nur Wanderer? Des Rätsels Lösung ist durchaus ungewöhnlich.

 

So ereignete sich vor einigen Wochen ein gehöriges Missgeschick. Als die Straße entlang der Altenburg von Hardt nach Tennenbronn aufgrund der Bauarbeiten rund um den Radweg und der Kreuzung gesperrt war, gab es einen unschönen Vorfall. Ein Fahrer eines Transportdienstes aus größerer Entfernung hielt den steilen Waldweg allen Ernstes für die Umleitung. Der Fahrer bog also nach rechts von der Straße ab und fuhr auf dem abschüssigen Weg in den Wald hinein.

Mit Bulldog und Seilwinde

Zu dieser Zeit herrschte feucht-nasses, winterliches Wetter. Dass der Transporter nicht weit kam, liegt auf der Hand. Schon kurze Zeit später sank das schwere Lieferfahrzeug tief im Morast ein. Es kam weder vor noch zurück und musste die Segel streichen.

Die rasch alarmierten Waldbesitzer halfen dem Fahrer aus der Patsche. Mit Bulldog und einer massiven Seilwinde wurde der Transporter aus der misslichen Lage gehievt und zurück auf die Straße gebracht. Der Fahrer war allerdings nach dem Malheur seinen Job los – obwohl er beteuerte, ihm habe jemand gesagt, das wäre die offizielle Umleitung. Für die Waldbesitzer war der Vorfall mit dem Transportfahrzeug aber Grund genug, das Trassenband anzubringen – nicht dass noch mal ein Autofahrer auf die Idee kommen sollte, den Weg zu nutzen.

Vorsicht statt Verbot

Fußgänger können hingegen um das Band herum gehen und den Weg nutzen. Die größte Gefahr ist dort, bei feuchtem Wetter mit den Schuhen tief im Schlamm einzusinken. „Vorsicht statt Verbot“ und „Nicht befahrbar“ soll das Band also signalisieren.

Der Weg in Richtung Tennenbronn wurde gerichtet. Foto: Dold

Holzarbeiten oder -einschläge, wie einige Beobachter dachten, gibt es dort hingegen derzeit keine größeren. Der von Holzarbeiten ausgefahrene Waldweg wurde außerdem gerichtet und soll sich in nächster Zeit noch etwas stabilisieren.

Ein rot-weißes Band signalisiert „Vorsicht“. Foto: Dold

Sollte das Wetter in nächster Zeit überwiegend trocken bleiben, wird das Band entfernt. Spätestens beim Bachfest an Pfingsten – an dem der Weg am stärksten frequentiert sein dürfte – sollte nichts mehr gegen eine Nutzung sprechen. Für Fußgänger wohlgemerkt.