Die Ratsmitglieder setzen bei dem Millionenprojekt auf Synergieeffekte beim Bau von Schule, Halle und Betreuungshaus. Fragen rund um Bühne, Küche und sanitäre Anlagen sind offen.
In einer Sitzung, bei der es ausschließlich um den Neubau der Waldschule mit Halle und Betreuungshaus gegangen ist, haben die Mitglieder des Gemeinderats Neuweiler am Donnerstagabend einstimmig die Weichen für die nächsten Schritte zur Realisierung des Millionenprojekts gestellt. Demnach soll die Halle im Vergabeverfahren realisiert werden. Ziel: die Beauftragung weiterer Planungen ab dem Frühjahr 2026.
Sarah Haegler vom Stuttgarter Büro Klotz und Partner hatte zuvor erläutert, wie das Verfahren im im Detail aussieht und wie der Gemeinderat bei der Planung der Gebäude künftig mitreden kann. So sollen die drei Gebäude ohne Interimslösungen für die Nutzer realisiert werden. Als erstes soll das Betreuungshaus gebaut werden, dann die Halle mit anderthalb Spielfeldern und schließlich die neue Grundschule.
Mit den Detailplanungen für das Projekt könne es laut Bürgermeister Martin Buchwald bereits im Frühjahr losgehen. Erfreulich: die Kommune hat am Tag vor der Sitzung einen Bescheid für weitere Mittel aus dem Ausgleichsstock in Höhe von mehr als 600 000 Euro erhalten. „Wir haben die nötigen Zuschüsse nun alle in der Tasche“, so Buchwald.
Unterschiedliche Wünsche
Dass es insbesondere für den Bau der neuen Halle unterschiedlichste Wünsche gibt, wurde im Zuge der Diskussion deutlich. Bei dieser legten auch Schulleiterin Anja Tiedje sowie die Vertreter verschiedener Vereine ihre Positionen dar. Auch wenn alle doppelte Strukturen in den Gebäuden vermeiden wollen, so zeigte die Diskussion doch, dass es im weiteren Verfahren noch einigen Gesprächsbedarf gibt. Gemeinderat Bernd Greule kam zum Schluss, dass „Synergien recht und schön sind“, dass es angesichts des Vorhabens mit „bauen, abreißen, bauen, abreißen, bauen“ aber kein einfaches Unterfangen wird „und es wird uns richtig Geld kosten und auch richtig weh tun“.
Bürger dürfen Ideen einbringen
Bei den Wünschen und Ideen, die von vielen Seiten an die Gemeindeverwaltung herangetragen werden, sei es wichtig, immer im Blick zu haben, „dass wir in erster Linie eine Grundschule bauen“, so Gemeinderat Jonathan Stockinger. Er hält es auch für maßgeblich, dass primär das pädagogische Konzept der Grundschule im Fokus der Entscheidungen steht. Dass mit den Planern bei Workshops auch Bürger Ideen einbringen dürfen, begrüßen die Ratsmitglieder.
Reinhard Kussak hält es für gut, dass man trotz Projektbeschreibung „völlig flexibel bei der Detailplanung ist“, wie es zuvor Haegler und der Egenhauser Architekt Friedrich Großmann erläutert hatten. Großmann hat die ersten Entwürfe für das Betreuungshaus entwickelt. Dafür, dass man „alle denkbaren und sinnvollen Synergieeffekte nutzt“, ist auch Gemeinderat Samuel Wolf. Anton Höschele machte indes klar, dass ihm eine frühzeitige Information und Beteiligung der Bürger wichtig ist. Es werde schließlich eine ordentliche Summe an Steuergeldern verplant.
Viele Detailfragen
Fragen, ob in der Halle eine voll funktionsfähige Küche oder neben der geplanten Schulküche nur eine Ausgabeküche realisiert werden soll, ob eine feste Bühne eingebaut werden soll oder ob es möglicherweise gemeinschaftlich nutzbare sanitäre Anlagen gibt, muss noch diskutiert werden. Weitgehend einig ist man sich, dass die Gebäude miteinander verbunden werden sollen.
Das sagt die Schulleiterin
Bis diese alle erstellt und nutzbar sind, werde „es mindestens acht bis zehn, wenn nicht sogar 15 Jahre“ dauern, schätzt Schulleiterin Tiedje. Da man nicht in die Zukunft blicken könne, sei es wichtig, bei den weiteren Planungen die richtigen Raumkonzepte „für ein modernes Lernen“ zu entwickeln – und es müsse in jedem Fall auch eine Bücherei geben. Sie wolle sich mit dem Kollegium im weiteren Verfahren gerne beteiligen und vor allem „Punkte aus der Alltagsarbeit einbringen“, wie sie bereits in die ersten Stellungnahmen eingeflossen seien.