Die Waldschule inklusive Waldschulhalle ist in schlechtem Zustand. Eine Studie verglich nun, ob sich eine Sanierung lohnt oder ob ein Neubau besser ist. Foto: Bernd Mutschler

Abriss oder Sanierung? Diese Frage stellt sich der Gemeinderat angesichts des schlechten Zustands von Waldschule und Waldschulhalle. Eine Wirtschaftlichkeitsstudie gab nun Aufschluss darüber. Und das Ergebnis ist eindeutig. Klar ist aber noch nicht, wie sich Neuweiler das leisten kann.

Die Waldschule und die nebenliegende Waldschulhalle sind in einem schlechten Zustand. Ob sich eine Sanierung lohnt oder ein Neubau die bessere Lösung wäre, sollte eine Wirtschaftlichkeitsstudie klären. Ulrich Schwarz vom Architekturbüro 21-arch GmbH aus Stuttgart stellte die Ergebnisse der Studie jetzt im Gemeinderat von Neuweiler vor.

 

Vergleich Für ihn sei generell die Sanierung der erste Weg, sofern es die Substanz zulasse, schickte er voraus. Um beide Varianten zu vergleichen, sei eine Bestandsuntersuchung nötig gewesen. Dazu habe er mit seinem Büro ein grobes Sanierungskonzept entwickelt. Die Stahlskelettkonstruktion befinde sich in gutem Zustand. Allerdings sei diese außenliegende Konstruktion schwierig zu sanieren, da sie sowohl gedämmt als auch in Sachen Brandschutz auf den neuesten Stand gebracht werden müsste.

Grundlegende Kernsanierung

Brandschutz Überhaupt sei der Brandschutz ein großes Problem. Denn bei einer Kernsanierung entfalle der Bestandsschutz und müsse dann den gesetzlichen Bestimmungen entsprechen. Das sei auch beim Innenausbau schwierig. Die inneren Wände seien wahrscheinlich nicht brandschutzqualifiziert und wenn, dann gebe es eine sehr hohe Wahrscheinlichkeit, dass Asbest zum Herstellen des Brandschutzes verwendet wurde. Die Bauzeit 1969/1970 liege in dem Zeitraum, in dem Asbest und andere Gefahrstoffe verwendet wurden. Der Studie liege allerdings kein Gutachten diesbezüglich vor und müsste vorab untersucht werden. Eine Sanierung der bestehenden Gebäude sei nur als grundlegende Kernsanierung sinnvoll. Das bedeute die Rückführung der Gebäude in den Rohbau mit dem Rückbau aller Installationen und Heizungen. Während der Sanierung müsste der Unterricht zudem in Ersatzräumen stattfinden.

Neubau ist billiger Die Kosten für eine Sanierung der Schule koste rund acht Millionen Euro, inklusive Kosten von etwa einer Million Euro für die Ersatzräume in Containern. Die Sanierung der Sporthalle koste zudem etwa 2,2 Millionen Euro, insgesamt also etwa 10,2 Millionen Euro. Dem gegenüber stehen die Kosten für einen Neubau. Hier rechnet die Studie mit rund 6,6 Millionen Euro für die Schule und etwa 2,7 Millionen Euro für eine Sporthalle in gleicher Größe. Zusammen läge ein Neubau bei etwa 9,3 Millionen Euro, also rund eine Million weniger als bei der Sanierung.

Zu viele Risiken Zudem, so Schwarz’ Fazit, habe eine Sanierung in diesem Fall „viel zu viele Risiken, einschließlich eineinhalb Jahre chaotischer Schulbetrieb“. Beim Neubau würde zuerst die Sporthalle an einem neuen Platz gebaut, dann abgerissen und der Schulneubau würde an der Stelle der alten Halle entstehen. Eine Ersatzlösung für die Unterrichtsräume würde somit entfallen. „Die Sanierung funktioniert nicht und hätte unüberschaubare Risiken“, so Schwarz abschließend.

„Sanierung bringt nichts“

Katastrophe „Vom normalen Menschenverstand muss man sagen, die Sanierung bringt nichts“, sagte Jochen Lörcher. Energetisch seien die Gebäude eine Katastrophe. Sein Fazit: „Ganz klar: den alten Scheiß weg!“ Für Doris Hammann sei die Schule „ein Aushängeschild gewesen“. Sie sei immer für den Erhalt gewesen, wenn sie das aber sehe, ändere das ihre Meinung. Allerdings sei sie sicher, dass man mit den Kosten so nicht hinkomme. Allein eine Zweifeldhalle mit Bühne wie in Simmersfeld liege mittlerweile bei sechs oder sieben Millionen Euro. „Zwischen 15 und 20 Millionen kommt das Projekt. Ich weiß net, ob des Neuweiler packt“, sagte Hammann und auch ihr Fazit fiel ernüchternd aus: „Mir hen halt an Schrott da oben.“

Zuschüsse Bei den Kosten gelte es, so Bürgermeister Martin Buchwald, die Zuschusstöpfe „so zu nutzen, dass wir es machen können“. Auch Rainer Dörich befürchtet, dass es „in Wirklichkeit viele Millionen teurer“ werden würde. Deshalb sei eine „Zweifeldhalle Luxus für uns“. Man müsse das bei der Planung aufs Notwendigste reduzieren. Sowohl Jonathan Stockinger als auch Bernd Greule wollten wissen, wie hoch die Zuschüsse denn seien, die man bekommen könne. Aber weder Schwarz noch Bürgermeister Buchwald wollten sich da auf eine Zahl festlegen lassen. Schwarz sagte, dass es eher gegen 20 Prozent als in Richtung 50 Prozent Zuschüsse gehe. Er will das aber noch recherchieren und nachreichen. Stockinger war „froh, dass wir die Studie in Auftrag gegeben haben. Es muss ein Neubau werden.“ Buchwald kündigte an, nun im VgV-Verfahren weiter zu machen. Die Planungsleistungen müssten bei diesem Auftragsvolumen europaweit ausgeschrieben werden, fügte Schwarz an.