Sie wollen wieder Ruhe einkehren lassen (von links): Michael Vogel, Christine Fellmeth und Ingrid Wischnewski. Foto: Hauser

Erst seit rund einem Monat ist der neue Vorstand des Waldorfschulvereins Zollernalb im Amt, nun hat er gleich eine wichtige Entscheidung getroffen: Die Geschäftsführerin wurde nach Ende der Probezeit gekündigt.

Balingen-Frommern - Dadurch soll das Schiff Waldorfschule wieder "in ruhige Gewässer" geführt werden, sagen die drei Vorstände Michael Vogel, Christine Fellmeth und Ingrid Wichnewski übereinstimmend. Die Geschäftsführerin folgte im Februar auf Christian Hartmann, der nach einem Jahr selbst gekündigt hatte. Von 2013 bis 2021 war Diana Späth Geschäftsführerin.

 

Mit der Ausschreibung der Stelle soll ein Neuanfang gestartet werden. Denn vor allem die außerordentliche Mitgliederversammlung am 21. Juni hatte große Wellen verursacht. In deren Verlauf war der damalige Vorstand zurückgetreten, der bei seinem Versuch, das Arbeitsverhältnis der Geschäftsführerin regulär während der Probezeit zu beenden, unter anderem am Widerstand der Lehrer gescheitert war. Ein neuer Vorstand musste gewählt werden.

"Wir übernehmen die Verantwortung", sagt Michael Vogel, der betont, dass am vergangenen Montag nach der Geschäftsführerin auch die Schulleitung, die Mitarbeiter und die Eltern über die Personalentscheidung informiert wurden. Die Rückmeldungen seien durchaus positiv gewesen, verbunden mit der Hoffnung, dass nun Ruhe einkehrt – in der Gewissheit, dass der Waldorfschulverein schon mehrere Stürme erlebt und überstanden hat. Und Christine Fellmeth ergänzt, dass der "Baum Waldorfschule so starke Wurzeln hat, dass er auch starke Winde übersteht".

Blick nach vorn

Das Vorstands-Trio will nicht mehr den Blick zurück werfen, sondern voraus. Denn es gehe nicht um persönliche Befindlichkeiten, sondern um die Kinder und Jugendlichen und um die Grundprinzipien der Einrichtung: diesen eine Umgebung zu schaffen, angstfrei lernen und selbstbewusst handeln zu können.

Dass dies auch zu schaffen ist, davon sind die drei Vorstände überzeugt. Als ehemalige Lehrer sind Ingrid Wischnewski und Michael Vogel mit dem Waldorfschulverein mehr als vertraut. Und Christine Fellmeth sagt über sich, dass sie die Strukturen kenne: "Wir wissen, was geht", so ihre Einschätzung.

Wobei sie sich vorgenommen haben, Eltern, Lehrer und Mitarbeiter in ihre Arbeit einzubinden und sie mitzunehmen. Unter anderem bitten sie in einem Brief die Eltern "um die tatkräftige Unterstützung beim Umsetzen und Leben eines von Initiativkraft, Verantwortungskraft und Vertrauenskraft geprägten Miteinanders".

Info: Der Waldorfschulverein

Der Waldorfschulverein Zollernalbkreis ist ein Verein in freier Trägerschaft. Die rund 100 Mitarbeiter sind Angestellte des Vereins. Oberstes Gremium ist die Mitgliederversammlung, die unter anderem den dreiköpfigen Vorstand und die zwölfköpfige erweiterte Vorstandschaft wählt. Der Geschäftsführer hat die kaufmännische Leitung. In der Krippe, im Kindergarten und der Schule werden derzeit 480 Kinder und Jugendliche betreut.