Ideen gibt es genügend, um das Weiherwasengelände noch attraktiver zu gestalten. Zuerst muss jedoch das Parkproblem gelöst werden – und das kann dauern.
Die Stadt hatte zu einem Bürgerspaziergang ins Weiherwasengelände eingeladen und Freizeiteinrichtungen wie Abenteuerspielplatz, Erlebnisbauernhof, Römerkastell, aber auch Kläranlage und Regenüberlaufbecken (RÜB) einen Kurzbesuch abgestattet.
Die dort von Landschaftsplanerin Steffi Knebel vorgebrachten Ideen zur Weiterentwicklung und Steigerung der Attraktivität wurden anschließend in der Kastellhalle vertieft.
Knebel erinnerte an die Postkartenaktion, aus der sie viel für die weitere Planung entnehmen konnte. Gefallen habe den Antwortenden das großzügige, gepflegte Gelände mit vielen Freizeitangeboten in unmittelbarer Nähe. Als störend sei die wilde Grillerei auf dem Spielplatz, achtlos weggeworfener Müll und in erster Linie das Parkchaos empfunden worden, schilderte Knebel.
Auf der Wunschliste der Postkartenrücksender seien eine Wanderungmit Start und Ziel Weiherwasengelände, mehr inklusive Spielgeräte, Bike-Parcours mit Pump Track, Trimm-Dich-Pfad und eine verbesserte Parksituation gestanden. Aus der Aktion nehme sie mit, was und wo noch etwas angeboten und verbessert werden könne.
200 Fußgänger, 80 Räder und 36 Autos pro Stunde
Im Bereich nachhaltige Mobilität liefere ein in Auftrag gegebenes Verkehrsgutachten wichtige Ergebnisse. So machten 36 Kraftfahrzeuge, 80 Fahrräder und 200 Fußgänger innerhalb einer Stunde das Reinfahren in das Gebiet schwierig, räumte die Ingenieurin ein.
Ihre räumliche Strategie des Konzepts sehe vor, den Erlebnisbauernhof und das Römerkastell durch die Inszenierung der Römerstraße näher zusammen zu bringen. „Das Gelände birgt sehr viel Potential, was fehlt sind Treffpunkte“, fasste Knebel zusammen.
In der anschließenden Diskussion erkundigte sich ein Bürger, ob bei dem Konzept auch an den Lärmschutz der Anwohner im „Esel“ gedacht werde. „Von Mai bis Oktober werden wir an warmen Wochenenden bis ein Uhr nachts mit Musik und Lärm berieselt“, klagte er.
Stadtplaner Joschka Joos verwies auf ein vorhandenes Schild zur zeitlichen Nutzung. Für eine Umsetzung brauche es einen Bebauungsplan. „Wenn wir den aufstellen, müssen wir ein Lärmschutzgutachten erstellen lassen“, klärte Joos auf.
Oberbürgermeisterin Dorothee Eisenlohr sprach von einem Füllhorn, das Knebel zusammengetragen habe. Ob es für alle Vorhaben ein Baurecht brauche, müsse geklärt werden, ebenso die Finanzierung. „Für den Weiherwasen stehen keine drei Millionen Euro zur Verfügung, um alles gleichzeitig anzugehen. Ich sehe eine Perspektive von rund zehn Jahren“, sagte die OBin.
Start mit einem einjährigen autofreien Versuch
Zuerst müsse mit einem einjährigen autofreien Versuch gestartet werden. Wichtig sei, wie die Anwohner weitere Aktivitäten sähen. „Wir werden jetzt nicht mit aller Gewalt das Gelände attraktiver machen, damit noch mehr Autos kommen und die Anwohner noch mehr Ärger haben“, versicherte Eisenlohr.
Ein weiterer Bürger verwies darauf, dass die Brühe vom Überlaufbecken kurz vor dem Spielplatz in den Bach laufe. „Wie sieht da das Konzept aus?“, hakte er nach. Nach Auskunft von Knebel bestehe om Ort das Problem, dass Regen- und Schmutzwasser nicht getrennt abgeleitet werden. Mit einem dem neu entstehenden Kanal werde das RÜB weniger belastet. „Spielen im Bach geht halt leider nicht“, bedauerte sie. Joos ergänzte, wenn das Wasser vom RÜB entfernt werden sollte, müssten für rund 100 Millionen Euro die Straßen aufgerissen werden.
Laut OBin Eisenlohr sieht die weitere Vorgehensweise vor, ab 2024 mit dem Konzept in die Ratsgremien zu gehen.