Der Stadtteil Waldmössingen hat mit seinem Römerkastellturm römische Vergangenheit. Eine Mitgliedschaft im Verein Römerstraße Neckar-Alb-Aare bringt nach Meinung des Ortschaftsrats Vorteile. Foto: Herzog

Auf einer Strecke von fast 500 Kilometern auf eine faszinierende Entdeckungsreise der Spuren der Römer gehen: Auf der Landkarte des Vereins Römerstraße Neckar-Alb-Aare fehlt jedoch Waldmössingen.

Da der Stadtteil mit seinem Römerkastellturm und Römischer Vicus eine römische Vergangenheit hat und Standort ist, steht für den Ortschaftsrat fest: Waldmössingen sollte da Mitglied sein. Nach Auskunft von Ortsvorsteher Reiner Ullrich in der Sitzung des Ortschaftsrats sei das auf dem Schafbühl gelegene historische Römerkastell Bestandteil einer römischen Straßenverbindung von Rottweil nach Straßburg. Diese Römerstraße sei historisch belegt. Entlang des Verlaufs lägen verschiedene Orte mit Bauten und Einrichtungen aus römischer Zeit.

 

Keine Nachteile

Um diese historischen Denkmäler und die Spuren der Römer einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen und gleichzeitig touristisch zu bewerben, habe sich der Verein Römerstraße Neckar-Alb-Aare gegründet. „Waldmössingen hat keinerlei Nachteile, wenn er diesem Verein beitritt. Der Stadtteil wird dadurch noch bekannter und es entstehen neue Möglichkeiten. Historische Denkmale interessieren die Touristen immer mehr“, wusste Ullrich.

Regelmäßige Aktionen

Geschäftsführerin Christiane Frank stellte den Räten die Aktivitäten des Vereins vor. Jeder Mitgliedskommune stünden kostenfreie Faltkarten mit allen Infos zur Verfügung. Sie würden stets neu aufgelegt und das Layout modernisiert. Regelmäßig fänden übergreifende Aktionen wie Römerlauf, Führungen und Wanderausstellungen statt.

Erweiterung nach Westen

„Im Verein besteht schon länger die Idee, die Fühler nach Westen auszustrecken. Über Waldmössingen, Aichhalden und Rötenberg bietet sich die Möglichkeit bis nach Straßburg“, blickte die Geschäftsführerin voraus. Mit dem früheren Oberbürgermeister Thomas Herzog habe in Gesprächen leider keine Einigkeit für eine Mitgliedschaft erzielt werden können. Mit Dorothee Eisenlohr soll deshalb ein neuer Anlauf genommen werden.

2200 Euro jährliche Kosten

Auf Anfrage von Ullrich erläuterte Frank die Berechnungsgrundlage für den einwohnerabhängigen Mitgliedsbeitrag. Demnach kostet Schramberg eine Mitgliedschaft jährlich 2260 Euro. Franks Vorschlag lautete, auf die Stadt nochmals zuzugehen. Falls dort weiterhin kein Interesse für eine Mitgliedschaft bestünde, könne alternativ auch nur der Stadtteil Mitglied werden. Der Jahresbeitrag läge dann bei rund 400 Euro. Allerdings müsse dieser Ausnahme die Mitgliederversammlung zustimmen. Bei einer bereits geführten Diskussion sei sich der Vorstand einig gewesen, Schramberg nicht so billig davonkommen zu lassen. Auch deshalb, weil der Verein Römerstraße alle Sehenswürdigkeiten der Mitgliedskommunen kostenfrei bewerbe.

Verwunderung im Gremium

Für Ortschaftsrat German Notheis war klar, dass Waldmössingen egal in welcher Form Mitglied in diesem Verein werden müsse. Schließlich habe der Ort einiges zu bieten. Adrian Schmid sprach gar von einem Skandal, dass der Ortschaftsrat erst jetzt von den Vorgesprächen erfahre und von der Stadtverwaltung bisher keine Info erhalten habe.

Ullrich: Timing passt

„Wir haben uns um die Ausstellung bemüht und dann geht so ein Angebot einfach an uns vorbei“, rügte Schmid. Wie der Ortsvorsteher aufklärte, habe er bei den Bemühungen, die Ausstellung im Kastellturm wieder zu beleben, den Kontakt mit dem Verein Römerstraße und Christiane Frank hergestellt. Daraus sei die Idee entstanden, den Verein dem Ratsgremium vorzustellen. Da geplant sei, die Ausstellung fortzuführen, passe das Timing ganz gut. Auf Vorschlag Ullrichs fasste der Ortschaftsrat den einstimmigen Empfehlungsbeschluss, dem Verein Römerstraße beizutreten.

Info

Die Römerstraße Neckar-Alb
wurde von Köngen bis Burladingen gegründet, danach erfolgte die Erweiterung nach Süden bis Rottweil. 2004 kam die Strecke Rottweil bis Brugg/Windisch im Aargau sowie der Abzweig Rottweil bis Stein am Rhein, Eschenz und Frauenfeld hinzu. Seither nennt sich die Römerstraße mit ihren drei Teilstrecken Neckar-Alb, Neckar-Aare und Neckar-Hochrhein „Neckar-Alb-Aare“. Sie ist insgesamt knapp 500 Kilometer lang.