Der einst berühmte Nachtclub in der alten Freudenstädter Waldlust soll wieder wachgerüttelt werden. Was die Denkmalfreunde für Pläne für das früher berühmt-berüchtigte Lokal haben.
Da haben sich die Denkmalfreunde Waldlust eine große Aufgabe vorgenommen: Sie wollen die Zwitscherstube, berühmt-berüchtigtes Lokal im alten Galahotel Waldlust, nach Jahrzehnte langem Dauerschlaf wieder wachküssen, besser wachschaffen. Mit eigenen Kräften, Auszubildenden und Handwerkern soll dies gelingen. Im Oktober diesen Jahres soll es geschafft sein.
„Dieser berühmte Nachtclub in den Katakomben des Nobelhotels wurde ab den 50er-Jahren zum Mekka der Ausgehfreudigen aus Nah und Fern. In dem Tanz- und Vergnügungstreff fand manch einsames Herz den Liebes- oder Ehepartner“, schwärmt Bernd Leix, Vorstandsmitglied der Denkmalfreunde, von einem Lokal, in dem sich einst Hausgäste des Hotels mit Bürgern aus Freudenstadt und der Region trafen.
Bald soll es in der Zwitscherstube wieder fröhliches Leben geben. Die Denkmalfreunde wollen neben dem eleganten Festsaal eine zweite gemütliche Stätte haben für Konzerte, Lesungen, Sonderveranstaltungen und anderes mehr in einer Mischung aus Tradition und Livestyle; „mit Stil und Lässigkeit“, wie es Leix formuliert. Die Denkmalfreunde wollen damit vor allem auch junge Leute einladen. Jetzt stellte Vorsitzender Matthias Jarcke mit den Vorstandsmitgliedern Bernd Leix, Michael Wolf und Siegfried Schmidt das Vorhaben der Presse vor.
Das Vorhaben
Die Zwitscherstube sieht derzeit schlimm aus. Mitglieder der Denkmalfreunde haben den Parkettboden herausgerissen und darunter einen bisher unbekannten Terrazzoboden entdeckt. Das Parkett wird in Zusammenarbeit mit der Schreinerei Reisbeck in Hallwangen erneuert und erneut verlegt.
Neu ist die Zusammenarbeit mit Schreinermeistern und Auszubildenden der Heinrich-Schickhardt-Schule, die mit Lehrer Konstantin Leiser das schwer mitgenommene Brüstungstäfer ausbessern und aufpolieren wollen.
Bei allem, auch beim späteren Betrieb der gastlichen Stätten, fehlen den Denkmalfreunde zupackende Mitglieder und Mitarbeiter. „Es verteilt sich alles auf viel zu wenige Schultern“, stöhnt Jarcke. Und es fehlt ihnen das Geld. Deswegen soll die Sanierung der Zwitscherstube so weit wie möglich über eine Spendenaktion finanziert werden.
Noch viele Ideen
Denn die Denkmalfreunde haben noch eine Menge guter Ideen und Pläne. Bewirtung bei gutem Wetter auch vor den Türen des alten Hotels im inzwischen aufgeräumten „Kunstraum Waldlustpark“ zum Beispiel. In diesem wird auch in diesem Jahr eine Gruppe internationaler junge Leute ehrenamtlich arbeiten.
Dort spielt sich von Juli bis September auch der zweite Kultursommer ab. Dabei werden Studenten der Kunstakademie Karlsruhe an Skulpturen arbeiten und/oder sie ausstellen. Landschaftspflege und Kunst sollen die Brücke über den Kienberg zur Gartenschau ins Christophstal schlagen.
Auf Weg zum Art-Place
Und dazu passe auch, dass noch im April Staatssekretär Arne Braun aus dem Stuttgarter Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst der Waldlust einen Besuch abstatten will.