Viel Betrieb auf der Bühne im Waldlust-Festsaal: Joo Kraus und Band machen den Anfang einer neuen Konzert-Serie. Foto: Kuhnert

Die Reihe „WaldLust auf Kultur“ wurde von dem Jazz-Musiker Joo Kraus & Band eröffnet. Bis Dezember folgen noch weitere Konzerte und Veranstaltungen.

Mit einem anspruchsvollen Auftritt stieg „WaldLust auf Kultur“ vor großem Publikum in sein neues Sommerprogramm ein, das sich spannend bis Weihnachten dehnt und ein gutes Dutzend Begegnung mit nicht alltäglichen Musikern und Künstlern ins ehemalige Luxushotel bringt.

 

Dessen leicht angestaubtes Ambiente verfehlte auch dieses Mal seinen Eindruck auf Musiker und Gäste nicht. Mit Joo Kraus & Band kamen nicht nur Freunde von Organisator Siggi Kögel, sondern auch einer der renommiertesten Jazztrompeter unserer Breiten, der erstklassige Musiker um sich gruppiert und eine ungewöhnlich, international eingefärbte Karriere als Musiker, Komponist, Songwriter und wiederholter Grammy-Kandidat vorzuweisen hat. Joo Kraus ist bei allem bescheiden, sympathisch und seiner Musik treu geblieben.

Die präsentierte er auf der kuschelig ausgeleuchteten Bühne in der Waldlust in ihrer ganzen Vielseitigkeit. Da waren rein jazzige Musikstudien dabei, ellenlang kompliziert zusammengesetzte Eigenkompositionen, mitreißend geboten mit Trompete, Gitarre, Bass und Schlagzeug und mit geballtem Einsatz von elektronischen Rüstzeug.

Ein echter Tausendsassa

Kraus ist ein Tausendsassa. Er spielt gleichzeitig auf der Trompete und am Keyboard, singt und spricht, zupft Gitarre und kann auch noch pfeifen. Und hat dabei eine Band sicher im Griff, die sich immer wieder mit überzeugenden, kunstvollen Soli in Szene zu setzen weiß.

Dabei entsteht ein großes Ganzes aus Elementen von Funk und Soul, Hip-Hop oder Rap und wenn nicht alles täuscht, sogar von ein paar Takten Disco. Dazu macht Kraus noch den Robeat mit interessanter Mundgymnastik. Alles und immer mit viel Jazz, vielen Ideen, viel Improvisation, viel Gefühl und Herzblut.

Und auch der „Albert Drive“, ein musikalischer Gedenkstein für Herp Albert, unvergesslicher Trompeter der Fünfziger, ließ Band und Publikum nach viel Beifall als gut gestimmte Jazz-Freunde scheiden.