Vegard Brechenmacher wiederholt seinen Sieg beim Loßburger Waldlauf. Bei den Frauen ist erstmals Lisa-Marie Oesterle, die einen starke zweite Hälfte zeigte, die Gewinnerin. 190 Läuferinnen und Läufer nahmen teil.
Pünktlich zum Loßburger Waldlauf zeigte sich der Oktober von seiner goldenen Seite, nachdem es vergangenes Jahr sprichwörtlichen Bindfäden geregnet hatte.
Vielleicht war das Wetter ein Grund, warum am Ende mit knapp 190 Gesamtstarten doch noch eine ganze Reihe Läuferinnen und Läufer nachgemeldet hatten, nachdem es zum Meldeschluss noch recht dürftig ausgesehen hatte.
ASV Horb wieder dabei
Vor allem bei den jüngeren Startern war die Resonanz in positiv. Der TSV Wildbad war mit einer großen Delegation am Start, aber auch der TSV Freudenstadt, der SV Mitteltal-Obertal und das Kinderheim Rodt waren neben den Startern des gastgebenden Skiclub Loßburg stark vertreten. Besonders erfreulich war, dass auch der ASV Horb, der lange in der Versenkung verschwunden war, mit einer starken Truppe dabei war. Emilian Engelhardt als Sieger des Jedermannlaufes, dazu U10-Siegerin Elora Finger, der U12-Zweitplatzierte Julian Li und die Zweitplatzierte Frau im Hauptlauf, Lea Dehner, fuhren Medaillenplätze für Horb ein.
Spannung versprach der Hauptlauf über zehn Kilometer. Bei den Männern waren mit Titelverteidiger Vegard Brechenmacher (SV Baiersbronn), Seriensieger Tobias Giering (LG farbtex Nordschwarzwald) und dessen Teamkollege Henry Hansert gleich drei Läufer zu nennen, die für den Sieg in Frage kamen.
Prognosen bestätigt
Bei den Damen hingegen war klar, die beiden Nachmelderinnen Lea Dehner (ASV Horb) und Lisa-Marie Österle, die aus Freudenstadt stammt und mittlerweile für den VfL Sindelfingen startet, würden den Sieg unter sich ausmachen.
Und die Prognosen sollten sich bestätigen. Direkt am ersten Anstieg löste sich das Trio Hansert, Brechenmacher und Giering vom Rest des Feldes. Dahinter bildeten sich einige Grüppchen. In der ersten Verfolgergruppe die erste Frau, Lea Dehner, rund zehn Sekunden dahinter eine weitere Dreiergruppe mit der zweiten Frau, Lisa-Marie Oesterle.
Vorne aber sorgte Hansert fürs Tempo, Brechenmacher direkt dahinter, während Giering Probleme bekam und sich eine kleine Lücke auftat. Hansert, der beim Hill-Run an der Ruhesteinschanze bereits das Nachsehen gegen seinen Verfolger hatte, lief die komplette Strecke an der Spitze während Brechenmacher sich taktisch klug immer in dessen Sog aufhielt.
Zweikampf
Das Damenrennen war unterdessen nicht weniger spannend. Nach der Hälfte hatte Oesterle die Lücke zu Dehner zugelaufen und erkämpfte sich einen Vorsprung. Dehner nahm auf dem Bergab-Stück in Höhe des Vogteiturms ihrerseits noch mal Fahrt auf, kam allerdings nicht mehr ganz an die Führende heran.
Vorne im Männerfeld lagen die Fakten eigentlich auf dem Tisch. Hansert, der als Mittelstreckenläufer normalerweise mit dem besseren Spurt ausgestattet ist, wollte es mit einem Start-Ziel-Sieg unter Dach und Fach bringen. Brechenmacher aber hatte bereits im letzten Jahr gezeigt, dass er auch hintenraus auf einen sehr guten Spurt bauen kann. Als die beiden auf die Zielgerade einbogen, blitze zuerst Hanserts leuchtend gelbes Trikot auf, aber der Baiersbronner Langlaufspezialist ließ sich nicht abschütteln. Er eröffnete den Spurt und schob sich keine 50 Meter vor dem Ziel an Hansert vorbei. Mit 35:48 Minuten wiederholte Vegard Brechenmacher damit seinen Vorjahreserfolg. Henri Hansert folgte auf Rang zwei mit zwei Sekunden Abstand. Platz drei ging wie erwartet an Tobias Giering, der in 36:57 Minuten allerdings schon einen ordentlichen Rückstand hatte. Den vierten Rang sicherte sich Simon Klopfer in 39:07 Minuten, der ihm damit auch den Sieg der Arburg-Meisterschaft einbrachte.
21 Sekunden Rückstand
Bei den Frauen konnte Lisa-Marie Oesterle ihren knappen Vorsprung bis ins Ziel behaupten und holte in 40:43 Minuten erstmals die Krone. Lea Dehner folgte mit 21 Sekunden Rückstand als Zweite und schnellste Frau der W30-Altersklasse.
Chef-Organisator Gottfried Schrempp zeigte sich nach der 28. Auflage erneut zufrieden. „Die Starterfelder waren im Endeffekt nun doch ganz gut, nachdem wir echt Bedenken hatten. Auch die Leistungen, angefangen bei den Kleinsten, waren toll und boten viel Spannung.“
Schrempp plauderte im Hinblick auf die 29. Auflage am 11. Oktober 2025 etwas aus dem Nähkästchen. „Wir werden die Hauptlauf-Strecke nochmals attraktiver machen und die Kinzigquelle im kommenden Jahr mit einbauen.“