Das Trio Zafferano wirft einen Blick in das Zuhause des Komponisten Johann Sebastian Bach und erzählen Geschichten auch rund um das Familienleben.
Ob es im Hause des berühmten Komponisten wirklich so zugegangen ist, wie es die Musiker in der Waldkulturscheune in Pfaffenweiler zeigten, lässt sich nicht mit Sicherheit sagen, aber der Blick durchs Küchenfenster der Bach’schen Wohnung in Leipzig lässt vermuten, dass es angesichts der immensen Kinderschar sicherlich lebhaft und laut zuging.
Das Lübecker Blockflötentrio hat es sich auf die Fahnen geschrieben, unter dem Motto Bach@home warm klingendes Flötenspiel mit allerlei tönendem Schabernack zu umgeben und so die wunderbare Musik des Meisters für das Hier und Heute auf besondere Weise interessant zu gestalten. Dabei verstanden es Iris Bürger, Julian Fricker und Cora Riedel auch die Klassiker Bach’scher Literatur in der Waldkulturscheune meisterhaft zum Klingen zu bringen. Bedient sich die Flöte doch ebenso wie die Orgelpfeife des Spaltens eines Luftstroms um zu klingen, so ähneln sich in bestimmten Tonlagen Orgel und Flöte doch sehr.
Unterbrochen von kurzen Geschichten rund um das Familienleben des Großmeisters gewaltiger Orgelwerke erfreuten dann auch perfekt gespielte Klassiker aus dem Bachwerkeverzeichnis die Ohren der Konzertbesucher. Ob die Musette aus dem Notenbüchlein für Anna Magdalena Bach oder das Trio in C-Dur mit seinen drei Sätzen, wer die Augen schloss und sich dem milden Klang der Blockflöten ganz hingab, spürte, dass auch dieses Instrument seinen eigenen Reiz für große Kompositionen hat.
Mit knapp 30 Flöten zum Konzert erschienen
Wie groß die Bandbreite dessen, was sich der Normalbürger unter einer Blockflöte vorstellt, sein kann, bewies das Trio, das mit knapp 30 Flöten zum Konzert in den Spitalhöfen erschien. Von der feinen, knapp 20 Zentimeter langen Sopraninoblockflöte bis hin zur über 220 Zentimeter langen Subbassgroßblockflöte, jedem der Instrumente konnte von den Künstlern perfekt gespielte Töne entlockt werden.
Im zweiten Teil des Konzertes folgten der Suite in h-Moll mit vier Tänzen eine Hommage an den herannahenden Frühling. Das Trio wählte zeitgenössische Stücke von Kazimiers Serocki und Sören Sieg, die zum Teil nur mit den Flötenköpfen gespielt wurden. Der herzliche und üppige Applaus zeigte dem Trio, dass es mit diesen ungewöhnlichen Instrumenten den Erwartungen des Publikums entsprochen hat.