Bürgermeister Thomas Geppert (von rechts), Kindergartensachbearbeiterin Kathrin Ribeiro dos Santos, Andrea Kraus, Martina Hanke und Julian Bühler mit dem Aushängeschild zum Start des Waldkindergartens in Wolfach Quelle: Unbekannt

Das Abenteuer Waldkindergarten in Wolfach hat begonnen. Die erste Gruppe ist seit 1. März in einem Notcontainer untergebracht, die Bauarbeiten der Unterkunft im Wald laufen derweil auf Hochtouren.

Wolfach. Nach vielen Monaten der Planung, Abstimmung und des Wartens hieß es am Faschingsdienstag für die ersten 20 Kinder: "Ab in den Wald." Nach einer Probewoche haben die drei Erzieherinnen des neuen Wolfacher Waldkindergartens gemeinsam mit der ersten von zwei Gruppen übergangsweise den Container bezogen. Die provisorische Mehrzweck-Unterkunft hat auf dem Parkplatz beim Ehrenmal seinen Platz gefunden. "Bisher musste der Container noch gar nicht benutzt werden, wir hatten seit der Eröffnung mehr als Glück mit dem Wetter", berichtet Verwaltungsmitarbeiterin Kathrin Ribeiro dos Santos.

Weil es in Wolfach zu wenige Kindergartenplätze gab, wurde das Projekt Waldkindergarten der städtischen Kita Pfiffikus ins Leben gerufen (wir berichteten mehrfach). Eigentlich werden die Kinder in einer Art Holzhaus, die die Notunterkunft bei Regentagen darstellt, untergebracht.

Im September soll die Notunterkunft fertig sein

Der Bau für diese Unterkunft, die im Wald am Baugebiet Hofeckle oberhalb des Hofbergwegs entsteht, ist inzwischen angelaufen. Bis spätestens September soll das Häuschen fertig sein. "Gerade wird das Fundament und das Gerüst des Hauses vorbereitet, die Versorgungsleitungen für die Notunterkunft liegen gerade als offener Graben auf dem Bauplatz", gibt Bürgermeister Thomas Geppert in der Gemeinderatssitzung am Mittwoch einen Einblick.

Nun warte die Gemeinde nach der Baugenehmigung nur noch auf die schriftliche Erteilung der notwendigen Baufreigabe, womit einem Baubeginn nichts mehr im Wege stehe. Die Erdarbeiten samt betonseitiger Fundamentierung werden dann vom städtischen Bauhof in Eigenregie bewerkstelligt. Die Gewerke der Holzbau-Tragkonstruktion (Zimmerer) sowie Fensterbau, Sanitär und Elektro sind bereits an die Firmen per Angebots-Zuschlag vergeben worden, sodass alle Beteiligten in den Startlöchern stehen.

Bis zum Bezug der rund 300 000 Euro teuren Unterkunft im September bleibt der Container als Notunterschlupf auf dem Spielplatz am Hofeckle stehen, danach soll er vom Bauhof weiter genutzt werden. Zusätzlich wurden auf halbem Wege zwischen Waldplatz und Kita ein Raumcontainer sowie eine kompostierbare Toilette bereitgestellt. Wenn die "richtige" Unterkunft steht, soll auch eine zweite Gruppe in den Wald kommen, sodass dann 40 Kinder den neuen "Kindi" besuchen. Neu ist, dass die Eltern hier auch eine Halbtagsbetreuung wählen können, die der Kindergarten Pfiffikus nicht bietet.

Kinder suchen sich Spielzeug aus dem Wald

Verwaltungsmitarbeiterin Santos erläutert, wie ein Tag im Wald abläuft: "Er beginnt mit einer Bringzeit von 8 bis 8.30 Uhr. Während dieser Zeit hält sich die Gruppe am Parkplatz des Ehrenmals auf. Danach beginnt der gemeinsame Morgenkreis mit einem Begrüßungslied und der Bestimmung des Tages sowie des Wetters." Im Dialog mit den Kindern werde besprochen, wer anwesend ist. Ein wichtiger Punkt in diesem Kreis sei auch, dass sich die Gruppe auf einen Spielort einigt.

Um die Natur besser kennenzulernen, überlegen die Kinder, welche Materialien (Seile, Werkzeuge, Schnitzmesser, Schaufel, Eimer) sie für die Spiele benötigen und richten dementsprechend den Handkarren, so Santos weiter. "Die Kinder haben in der ersten Woche zum Beispiel schon gemeinsam Stockbrot zubereitet", berichtet Santos. Die gesamte Fülle des Waldes stehe den Kindern zum Spielen zur Verfügung, bis es spätestens um 13 Uhr wieder nach Hause zurückgeht.

Corona-Fall in Waldkindergarten

In der Waldgruppe des Kindergartens Pfiffikus hat es einen ersten Corona-Fall gegeben, informiert Kathrin Ribeiro dos Santos von der Stadt Wolfach. Nun müssten sich die anderen Kinder fünf Tage am Stück testen, um Ansteckungen auszuschließen. Regelmäßige Lollitests seien sowieso vorgesehen.