Sie steht, die Jurte, auf dem alten Wellendinger Sportplatz. Sobald der Statiker sein Okay gibt, darf der Waldkindergarten Wellendingen sie betreten. Ohne Zustimmung der Baurechtsbehörde haben bereits Bürgermeister Thomas Albrecht und Waldkindergartenleiterin Michaela Geiger Schritte in den Raum riskiert. Foto: Pfannes

Schrittchen für Schrittchen nähert sich ein nicht alltägliches Projekt der Vollendung: Die Jurte des Waldkindergartens Wellendingen "Wilde Welle" steht. Einzug ist absehbar.

Wellendingen - Der Bau auf dem alten Sportplatz unweit der großen Fichte, die das Wappen des Sportclubs ziert, hat nach dem Holzgestell seine Ummantelung erhalten. Sogar der Statiker war bereits in ihm, um demnächst seinen Segen zu erteilen, damit dann die "Wilde Welle" bei nassem Wetter unterschlupfen oder sich bei permanenten Minusgraden aufwärmen kann. Die Betriebserlaubnis – 1. Januar 2022 wird genannt – gilt für 20 Kinder.

Elf wilde "Wellis"

Ins Schwärmen gerät Bürgermeister Thomas Albrecht mittlerweile regelmäßig, wenn das Gespräch auf das jüngste "Baby" der Gemeinde kommt. Aktuell besuchen elf Mädchen und Buben die Einrichtung in Gottes freier Natur. Bis auf ein Mitglied kommen alle aus der Gemeinde. Wie Kindergartenleiterin Michaela Geiger sagt, werden es im Mai 16 sein. Von drei weiteren Auswärtigen – zwei aus Weilen unter den Rinnen und eins aus Frittlingen – wird ebenfalls gesprochen.

Sportheim als Refugium

Bisher trifft sich die "Wilde Welle" beim Sportheim des SC Wellendingen. Über dieses Arrangement, welches in Notfällen – so bei schwerer Wetterlage – auch künftig gilt, sind die Verantwortlichen froh und dankbar. Nebenbei: Ein fester Zufluchtsort außerhalb des Waldes sei grundsätzlich gefordert.

Nachdem die Jurte steht, wird außerdem der gesamte Platz fit für diese Einrichtung gemacht. Ein Wall als Schutz Richtung Weg ist bereits zu sehen. Ein Staketenzaun soll folgen.

Zirkuswagen im April/Mai

Er biete Schutz vor allem vor den Wildschweinen, sagen Albrecht und Geiger. Bei den täglichen Streifzügen durch den Forst trifft die "Wilde Welle" sehr häufig auf Hinweise wie durchwühlte Flächen; diese vierbeinigen Gesellen tummeln sich scheinbar gerne bei Wellendingen.

An ein Gartenhäuschen ist außerdem gedacht. Und natürlich an den sehnlichst erwarteten Zirkuswagen. Er könnte Ende April, Anfang Mai geliefert werden. Sein Standort ist mindestens 30 Meter vom Waldrand entfernt. Ergebnis einer Vorschrift, damit er nicht von plötzlich fallenden Bäumen getroffen werden kann.

Minusgrade am Morgen

Doch noch einmal zurück zur Jurte. Hier soll ein Ofen für Wärme sorgen. Wenn derzeit die Allerjüngsten gegen 7.30 Uhr kommen, beginnt ja noch nicht sofort das Wandern, Spielen und Entdecken im Wald. Wo Zeit, Raum und Wetter schnell in Vergessenheit geraten. Da ist jeder bei Minusgraden wie in diesen Tagen – teilweise minus sieben – erst einmal über etwas Wärme froh.