Der Waldkindergarten nutzt zwei Hütten, um die Kinder zu betreuen. Die Bestandshütte wurde saniert. Seit einiger Zeit gibt es eine neue Hütte. Das waren die Gründe für diese Lösung.
Der Waldkindergarten in Würzbach ist bei den Eltern beliebt. Träger der Einrichtung ist der Verein Abenteuerkinder. Er wurde im April 2018 gegründet. Der Waldkindergarten startete 2019 den Betrieb.
Grund für die Sanierung Auf Initiative der Gemeinde Oberreichenbach habe der Trägerverein den Waldkindergarten um eine zweite Gruppe erweitert, teilen Kathrin Wagner, Sebastian Keller und Jessica Reichle vom Vorstand des Trägervereins Abenteuerkinder in einer gemeinsam verfassten Stellungnahme auf Anfrage unserer Redaktion mit. Der Trägerverein habe die alte Bestandshütte, eine Pflanzgartenhütte in der Nähe des Sportplatzes, sanieren müssen, weil das Landratsamt den ursprünglich geplanten Neubau einer Hütte für zwei Gruppen nicht genehmigt habe.
Gleichwertige Bedingungen
Es sei stattdessen eine kleine neue Hütte mit 90 Kubikmetern Volumen entstanden. Die bestehende Hütte habe man weiter genutzt. „Damit beide Kindergruppen gleichwertige Bedingungen erhalten und der Betrieb in der alten Hütte aufrecht erhalten werden konnte, wurde die alte Hütte umfassend instand gesetzt“, teilen Wagner, Keller und Reichle vom Trägerverein weiter mit.
Was wurde saniert? „Die alte Hütte war stark sanierungsbedürftig“, so Wagner, Keller und Reichle in ihrer Stellungnahme. So sei das undichte Dach repariert, morsche Balken ausgetauscht worden. Das Gebäude habe man gegen Zugluft abgedichtet. Der Trägerverein habe für einen besseren Wärmeschutz und einer besseren Dämmung gesorgt. Des Weiteren sei es um die Sicherheit vor Nagern gegangen. Die Zugangstüren könnten nun abgeschlossen, die Fenster geöffnet werden. Notwendig sei eine allgemeine Instandsetzung der Hütte gewesen, „damit ein verlässlicher Schutzraum für die Kinder gewährleistet ist“, so Wagner, Keller und Reichle.
Besserer Wärmeschutz
Kosten und Finanzierung Was kostete die Renovierung der alten Hütte? Eine Zahl nennen Reichle, Keller und Wagner bei dieser Frage nicht. „Die ursprünglichen Mittel waren für eine große neue Hütte mit zwei Gruppen vorgesehen. Da diese nicht genehmigt wurde, mussten dieselben Finanzmittel nun auch die Sanierung der alten Hütte abdecken. Um dies möglich zu machen, war der Verein auf Eigenleistungen und Spenden angewiesen“, teilen Wagner, Keller und Reichle mit.
Eigenleistungen und Spenden
Da die ursprünglich für eine große Neubau-Hütte eingeplanten Gelder nicht gereicht hätten, habe der Trägerverein die restlichen Mittel durch Eigenleistungen und Spenden aufgebracht. Nur so habe der Trägerverein die unerwartete Doppelbelastung durch den Bau einer neuen Hütte und die Sanierung der alten decken können.
Zahl der Kinder „Der Waldkindergarten hat seit diesem Sommer zwei Gruppen mit je 20 Plätzen und befindet sich in einem gesunden Aufbau. Wir freuen uns über Interessenten und jedes weitere Kind“, heißt es vonseiten des Vorstands des Trägervereins.
Betreuung der Kinder Wie viele Personen stehen zur Betreuung der Kinder zur Verfügung. „Die Betreuung erfolgt nach den Vorgaben des KVJS (Kommunalverband für Jugend und Soziales)“ teilen Wagner, Keller und Reichle mit.
Wer trägt die Betreuungskosten?
„Die Gemeinde unterstützt den Waldkindergarten in gleicher Weise, wie sie auch den evangelischen Kindergarten in Würzbach unterstützt. Der Restbetrag finanziert sich über Spenden, Verkaufsaktionen, Mitgliedsbeiträge sowie die Kindergartenbeiträge, welche sich an die ortsüblichen anlehnen“, so Wagner, Keller und Reichle.
Besonderheiten Was macht einen Waldkindergarten so besonders? Er habe ein spezielles, pädagogisches Konzept, verlautet vonseiten des Trägervereins. Wagner, Keller und Reichle nennen dafür einige Kriterien: So würden die Kinder ihren Alltag fast ausschließlich im Wald verbringen. Ein Waldkindergarten lege besonderen Wert auf eine ganzheitliche Entwicklung. „Motorik, Wahrnehmung, Kreativität und Problemlösung werden durch natürliche Materialien und freie Spielsituationen intensiv gefördert“, so Wagner, Keller und Reichle. Darüber hinaus legten diese Einrichtungen Wert auf eine Stärkung der Sozialkompetenz. So agierten Kinder stärker im freien Spiel. Das fördere Teamfähigkeit und die Konfliktlösung.
Verständnis für die Umwelt
„Durch den täglichen Kontakt mit der Natur entsteht ein tiefes Verständnis für Umwelt und Jahreszeiten“, machen Wagner, Keller und Reichle deutlich. Die natürliche Umgebung wirke beruhigend und reduziere die Reizüberflutung.
Und schließlich förderten Waldkindergärten die Selbstständigkeit und Resilienz. Die Kinder erlebten die Witterung, Naturgegebenheiten und Herausforderungen direkt. Sielernten, selbstständig damit umzugehen. „Diese Kombination führt zu einer besonderen, naturnahen Form der frühkindlichen Bildung“, heißt es vonseiten des Trägervereins.
Im Unterschied zu Hauskindergärten sei der Alltag überwiegend draußen und das bei fast jedem Wetter. Hauskindergärten hätten dagegen mehr Innenräume und strukturierte Bildungsbereiche. Die Kinder beschäftigten sich in Waldkindergärten mit Naturmaterialien statt mit fertigem Spielzeug. Es gebe sehr viel Freispiel und weniger Tischangebote. Die Kinder bewegten sich beim Klettern, Balancieren und Springen im natürlichen Gelände.