Ein neues Kita-Projekt für 40 Kinder war fast startklar. Doch nun eskaliert ein Konflikt mit der Stadt. Steht jetzt alles infrage und droht dem Naturkindergarten in Villingen das Aus?
„Die KiKripp GmbH trat an die Stadtverwaltung heran mit dem Anliegen, eine Fläche für die Erweiterung des bestehenden Kinderbetreuungsangebots in Form eines Naturkindergartens in Modulbauweise erwerben zu können“ – das war im November 2023. Doch seither hat sich das Rad nicht nur weitergedreht, sondern auch ganz neue Windungen genommen: Zwischen Stadt und Kikripp-Betreiber Marius Neininger und seiner Frau Marisa Faißt-Neininger tobt ein erbitterter Streit.
Und mittendrin die Pläne für einen neuen Naturkindergarten. Wird das jetzt überhaupt noch was?
Die Pläne machten vor allem Freunden von Waldkindergärten so richtig Lust: Platz für 40 kleine Villingen-Schwenninger und jede Menge Natur- und Erlebnispädagogik in zentrumsnaher Lage, angrenzend an die Tennisanlage des TC Blau-Weiß Villingen in der Peterzeller Straße. Sogar einen Namen gab es schon: Kikitz – passend also zur Kikripp, die aus derselben Wiege stammt, wie das neue Projekt kommen sollte.
Bebauungspflicht besteht
Doch jetzt wird offenbar nichts mehr draus.
Im Gespräch rund um den aktuell eskalierenden Streit zwischen Stadtverwaltung und Kikripp ließ Marius Neininger durchblicken: Der Traum vom Waldkindergarten platzt offenbar. An den ambitionierten Plänen zur Realisierung eines Waldkindergartens in Villingen möchte der Unternehmer nicht mehr länger festhalten.
„Der Oberbürgermeister hat mir Anfang letztes Jahres noch ein Grundstück verkauft, um eine neue Kita zu bauen“, so Neininger und weiter: „Jetzt habe ich ein Grundstück an der Backe mit Bebauungspflicht.“
Im weiteren Verlauf erklärt der Kita-Betreiber, dass er angesichts der aktuellen Ereignisse bei der Stadt angeklopft und um Rückabwicklung gebeten habe. Er könne das Geld – die Rede war Ende 2023 von 194 000 Euro für die knapp 1900 Quadratmeter Fläche – nun gut brauchen angesichts der katastrophalen finanziellen Lage der Kikripp. Doch diese Rechnung Neiningers geht offenbar nicht auf.
Vom Filetstück zum Überdruss
Von der Verwaltung habe er die Antwort erhalten, eine Rückabwicklung sei aktuell nicht machbar. Die Frist dafür beginne erst im Februar 2026 – „und dann müsse man sich überlegen, ob man es überhaupt zurück will“, schildert Marius Neininger hörbar frustriert den Gesprächsverlauf.
Im Januar 2024 stimmten die Stadträte geschlossen für den Grundstücksverkauf an Neininger. Zuvor waren deren Bemühungen um die Realisierung eines Naturkindergartens im Kurgebiet wegen Anwohnerbeschwerden gescheitert, die Freude über grünes Licht seitens des Gemeinderates für das Vorhaben nur ein paar Meter weiter bei den Tennisanlagen war folglich groß.
Ein Waldkindergarten für über Dreijährige nach Montessori-Pädagogik, ein Projekt in Modulbauweise mit Zufahrt über die Peterzeller Straße – doch jetzt ist das Vorhaben, aus Gründen, erst einmal gründlich ausgebremst.