Die Plätze im Waldkindergarten Gipfelstürmer erfreuen sich reger Nachfrage. Nun steht nach der Fertigstellung des Erweiterungsbaus die Öffnung der zweiten Gruppe in den Startlöchern.
Baiersbronn - Nur die Einrichtungsleitung fehlt noch. "Wir hoffen, dass wir die Stelle bald besetzen können. Doch wie überall sind Fachkräfte Mangelware", sagt Theresa Kappler, die fachliche Leiterin der evangelischen Kindergärten in der Gemeinde Baiersbronn. Rund 20 Kinder könnten in den neuen Räumen betreut werden. Aufgrund des Personalmangels wird nun aber erstmal mit weniger Kindern angefangen.
Start mit zwei Kindern
"Wir starten im Februar zunächst mit zwei Kindern, die natürlich im offenen Konzept mit den anderen Kindern der schon bestehenden Gruppe betreut werden", erklärt Anna Pflüger, pädagogische Fachkraft im Waldkindergarten. Nach und nach werde dann die Warteliste abgearbeitet. Denn der Waldkindergarten sei ein Angebot, das sehr gut nachgefragt werde.
Der neue Hüttenbau wurde von örtlichen Firmen erstellt. Neben einer großen überdachten Terrasse und einem Gruppenraum gibt es auch Büroräume für die immer weiter zunehmenden bürokratischen Arbeiten im Kindergarten.
Gute Möglichkeit
Kämmerer Jochen Veit stellt fest, dass es an Kindergartenplätzen in der Gemeinde mangelt. Die jüngste Bedarfsplanung habe gezeigt, dass dringend neue Kapazitäten geschaffen werden müssten. "Der Neubau der Hütte hier war eine gute Möglichkeit, zu erweitern und dies auch sehr schnell umsetzen zu können", sagt er. Einige Restarbeiten seien noch notwendig. Doch im Waldkindergarten würden nicht die Räume im Fokus stehen, sondern die Natur. Aktuell werden 19 Kinder in der ersten Gruppe betreut. Das Angebot, das seit November 2020 besteht, werde immer besser angenommen.
Prisca Irmscher ist Elternbeirätin und schildert von ihren eigenen Kindern nur positive Eindrücke. "Die Kinder kommen glücklich und zufrieden nach Hause, und nach eineinhalb Jahren kann ich sagen, es war die beste Entscheidung für uns", erzählt sie. Draußen zu spielen, rege die Fantasie an. Ein weiterer Vorteil sei, dass die Kinder weniger krank wären. Theresa Kappler kann das nur bestätigten. Ein Waldkindergarten habe einen ganz eigenen pädagogischen Ansatz, und Studien würden zeigen, dass sich der Aufenthalt an der frischen Luft positiv auf das Immunsystem auswirke.
Problem macht zu schaffen
Sowohl Prisca Irmscher als auch Anna Pflüger sprechen ein Problem an, das den Kindern und Erzieherinnen des Waldkindergartens in der letzten Zeit immer wieder begegnet und sie vor Herausforderungen stellt. "Nicht weggeräumter Kot von Hunden ist für uns ein großes Problem. Denn gerade auf den Waldwegen, auf denen wir viel unterwegs sind, lassen die Herrchen und Frauchen häufiger das große Geschäft liegen, und unsere Kinder fallen oder treten dann beim Spielen hinein", sagt Anna Pflüger.
Es wurden oberhalb des Kindergartens schon Schilder aufgestellt, eine Hundetoilette installiert und versucht, mit Markierungen die Hundebesitzer für das Problem zu sensibilisieren – bisher ohne Erfolg. "Wir möchten auch niemanden kritisieren, sondern nur versuchen, auf unser Problem aufmerksam zu machen, denn viele denken einfach nicht daran, wenn sie im Wald spazieren gehen", sagt auch Heiko Klumpp von der Gemeinde Baiersbronn. "Wir möchten einfach um Verständnis werben, dass auf den Waldwegen auch der Hundekot beseitigt werden sollte", sagt er.
Nun hoffen alle Beteiligten, dass sich bald eine Einrichtungsleitung für den Baiersbronner Waldkindergarten findet und der Betrieb der zweiten Gruppe zügig erweitert werden kann.