Der Hof Wolfsgrube wurde um 1900 gebaut und ist heute Heimat von Ulrich Enslin und 37 Pferden Foto: Schnurr

Seit Februar beschäftigen die Pläne für den Waldhof die Menschen in der Region. 14 landwirtschaftliche Betriebe liegen in weniger als drei Kilometern Umgebung.

Rosenfeld/Geislingen - Das Kommando Spezialkräfte soll über dem Gelände auf dem Kleinen Heuberg Fallschirmsprünge üben. Anwohner befürchten Fluglärm, Abgase und den Verlust von Äckern.

 

Wer sind diese Menschen, wie nutzen sie die landwirtschaftlichen Flächen, womit verdienen die Höfe ihr Geld und welche Nachteile sehen sie aus den Waldhofplänen? Das fragt unsere Redaktion diesmal Ulrich Enslin, der den Hof Wolfgsrube auf Leidringer Gemarkung betreibt.

Wie weit ist der Hof vom Waldhof entfernt?

Bis zum Waldhof sind es 2100 Meter. Bis zu dem markanten Wasserturm nahe dem Häsenbühl, neben dem die Start- und Landepiste liegen könnte, sind es knapp 1700 Meter Luftlinie.

Wer betreibt ihn?

Ulrich Enslin betreibt die Wolfsgrube als Pferdepension und anerkannten Aktivstall – letzteres als erster Hof im Zollernalbkreis. Der ehemalige Bauernhof ist ganz auf die Unterbringung und Pflege von Pferden ausgelegt. Die Wolfsgrube wurde um 1900 gebaut. Enslins Eltern Hans und Roswitha hatten den Betrieb ab 1955 gepachtet und 1965 gekauft, er ist mit sieben Geschwistern dort auf.

Wie viele Menschen leben dort?

Enslin lebt dort alleine. Er hat Ausbildungen als Landwirtschaftsmeister und Finanzbuchhalter, war Geschäftsführer eines Maschinenrings und arbeitete in einer Steuerberaterkanzlei. Unterstützt wird er von derzeit 32 Pferdebesitzern, den "Einstellern". Jeder von ihnen übernimmt auch Stalldienste.

Und wie viele Tiere?

Derzeit sind 37 Pferde auf der Wolfsgrube.

Welche Fläche wird bewirtschaftet?

Zum Hof mit seinen Gebäuden gehören 22 Hektar, die Enslin komplett für die Grünlandwirtschaft nutzt, also den Anbau von Gras als Tierfutter. Etwa anderthalb Hektar beanspruchen Ställe, Reitplatz, Miste, Wohnhaus und "Heubergehalle", also die große Scheune, in der übermannshoch gestapelt Heu für die Pferde lagert.

Wie wird diese Fläche genutzt?

Die Pferdepension Wolfsgrube bietet Stallplätze, Auslauf und Versorgung für die Tiere. Außerdem ist im Wohnhaus auch das Büro von Enslins Lohnsteuerberatung untergebracht.

Was ist die wirtschaftliche Grundlage des Betriebs?

Bis 2012 wurden die Felder der Wolfgsrube für den Ackerbau genutzt. Dann stellte Enslin den Betrieb ganz auf Grünlandwirtschaft um.

Warum bedrohen die Waldhof-Pläne die wirtschaftliche Grundlage?

Die Wolfsgrube würde weniger beeinträchtigt als beispielsweise die Hühnerhöfe in der Nähe, vermutet Enslin. Sein Hof sei durch den Wald ein wenig geschützt. Allerdings würden die Pferdebesitzer Fluglärm sicher nicht begrüßen. Ob manche von ihnen ihre Tiere anderswo unterbringen würden, kann er nicht sagen, aber: "Der Waldhof ist ein beliebetes Ausrittgelände. Das fiele weg." Dies würde die Ausgangslage für die Reiter und die Attraktivität der Wolfsgrube verschlechtern, vor allem falls der Waldhof umzäunt würde. Vieles sei völlig unklar; der Radius, in dem die Kleinflugzeuge des KSK über der Gegend kreisen werden beispielsweise, oder die Einflugsroute der größeren Maschinen: "Es gibt Unsicherheiten, was da kommt und wie es sich ausswirkt."

Was machen Sie, wenn der Waldhof wie geplant Übungsgelände wird?

"Ich werde erstmal gar nichts ändern", sagt Enslin. Er wisse ja noch nicht, was sich auf dem Waldhof entwickle. Einen ersten Eindruck von dem, was kommen könnte, hat der Überflug des Airbuss 400M im April gegeben: "400 Meter ist gar nicht so hoch", war der Besitzer der Wolfsgrube überrascht. "Ein Teil der Pferde war aufgeschreckt im Galopp." Allerdings: Unlängst waren Düsenjäger über der Gegend im Tiefflug – die machten viel mehr Lärm als die langsamen Propellermaschinen der Fallschirmspringer.