Frida Schatz aus Rosenfeld schreibt uns zur Vorgeschichte der Suche nach einem neuen KSK-Übungsgelände.
Mit viel Geld des Steuerzahlers soll eine Lösung durchgeboxt werden, die für alle Beteiligten nicht zufriedenstellend ist: Die Bevölkerung rebelliert, die Bundeswehr kann vielleicht wegen der Windverhältnisse gar nicht im geplanten Umfang üben, die landwirtschaftlichen Betriebe werden erheblich geschädigt, nicht nur die Hühnerhaltung, auch die angrenzenden Pferde- und Aussiedlerhöfe sind betroffen, die Nutzung des Geländes für die Energiegewinnung ist ausgeschlossen.
Vor rund 15 Jahren haben das Land und der Bund mit der Firma Bosch einen Vertrag geschlossen, der besagt, dass Bosch das Gelände in Malmsheim für künftige Erweiterungen erwerben wird. Baden-Württemberg hat sich im Gegenzug verpflichtet, der Bundeswehr einen Ersatz für das Absprunggelände zur Verfügung zu stellen.
Bei der ursprünglichen Suche landete das Gelände am Waldhof nicht bei den möglichen Plätzen, es wurde als zu weit entfernt abgelehnt.
Weil für alle anderen möglichen Standorte erhebliche Proteste zu erwarten waren, ist der Waldhof, der im Besitz des Landes ist, aus Sicht der Landesregierung die einfachste Lösung.
Ackerland und Allee würden geopfert
Damit werden 100 Hektar Ackerland geopfert. Eine Allee soll abgeholzt werden. Flora und Fauna werden erheblich verändert und geschädigt.
Für die angerichteten Schäden an Umwelt und Natur werden „Ausgleichmaßnahmen“ angekündigt. Wie sollen diese denn aussehen?
Das einzige, was wir als Menschen nicht vermehren können, ist die Fläche, die uns zur Verfügung steht. Durch den Klimawandel werden immer größere Teile der Erde unbewohnbar und unfruchtbar. Wir müssen unsere Ressource „Land“ wo immer möglich schützen. Dazu gehört auch, dass wir alle Möglichkeiten ausschöpfen, fruchtbares Ackerland zu erhalten.
Die Gegebenheiten sind heute andere als bei Vertragsabschluss. Vielleicht braucht Bosch das Gelände gar nicht mehr, vielleicht könnten andere Lösungen gefunden werden? Es fehlt nach meiner Überzeugung am guten Willen der Verantwortlichen.
Frida Schatz, RosenfeldSchreiben Sie uns: leserbriefe@schwarzwaelder-bote.de. Mit der Übersendung erklären Sie sich damit einverstanden, dass Ihr Leserbrief in der Printausgabe, im E-Paper sowie im Onlinedienst des Schwarzwälder Boten veröffentlicht wird. Wir behalten uns Kürzungen vor. Leserbriefe entsprechen nicht notwendig der Meinung der Redaktion.