Der Sikorsky CH-53 wurde mit 6 bis 10 Punkten am störendsten empfunden. Foto: Archivfoto/Willy Schreiber

Die Bürgerinitiative Waldhof hat von Rückmeldungen zu den Probeflügen im Sommer gesammelt. Deren Vermutung ist, dass die Überflüge keinen realistischen Eindruck der tatsächlich zu erwartenden Belastung gegeben haben.

Im Sommer hat die Bundeswehr erneut probeweise Transportmaschinen über den Waldhof fliegen lassen. Dies sollte den Bewohnern der benachbarten Dörfer und Höfe einen Eindruck davon vermitteln, mit welcher Lärmbelastung sie rechnen müssen, wenn das geplante Fallschirmübungsgelände Realität wird.

 

Die BI Waldhof hat danach ihre Mitglieder und Unterstützer gebeten, ihre Eindrücke zurückzumelden. Die Ergebnisse seien natürlich in keiner Weise repräsentativ, schreibt die Pressesprecherin der BI, Annemarie Schneider unserer Redaktion. „Sie geben jedoch einen recht guten Eindruck über die Wirkung der Flugzeuge auf die Bewohner in den betroffenen Orten.“

Woher kamen die Rückmeldungen?

Rückmeldungen erhielt die BI aus folgenden Orten: Bickelsberg, Binsdorf, Dautmergen, Dormettingen, Geislingen, Isingen, Rosenfeld, Schömberg, Täbingen und Zepfenhan. „Besonders negative Rückmeldungen erhielten wir aus Dautmergen, Isingen und Binsdorf“, berichtet Schneider.

Mehrere Bürger beschwerten sich, dass die Überflüge direkt über ihr Haus gingen. Entsprechende Meldungen kamen aus Isingen, Dautmergen, Dormettingen, Bickelsberg und Leidringen.

Welche Maschinen waren am lautesten?

Die Soldaten des Kommando Spezialkräfte werden zu ihren Übungssprüngen mit Airbus A400M (viermotoriges Propellerturbinenflugzeug), Sikorsky CH-53 (einmotoriger Hubschrauber) oder PZL M28 (zweimotoriges Propellerturbinenflugzeug) gebracht. Den A400M und den CH-53 haben die Anwohner am lautesten empfunden, besonders störend den Hubschrauber. Solange die M28 nicht direkt übers Haus flog, wurde die kleinere Maschine als weniger laut empfunden.

Was bedeutet das, in Zahlen gesprochen?

Auf einer Skala von 1 bis 10 bewerteten die Betroffenen die Geräuschentwicklung wie folgt: M28 zwischen 3 und 4, A400M zwischen 5 und 10, CH-53 zwischen 6 und 10.

Aber: „Je nach Maschine ändert sich die Flugroute und deshalb werden die Flugzeugtypen in den Orten unterschiedlich empfunden.“

Wurde der Airbus realistisch eingesetzt?

Mehrere Betroffene vermuteten laut BI, dass der A400M bewusst langsamer geflogen wurde: Beim Überflug 2022 sei diese Maschine viel lauter gewesen. Eine Person aus Dormettingen berichtete: „Das Flugzeug (A 400 M) ist immer nur im Gleitflug geflogen.“

Jemand aus Isingen schrieb der BI: „Die A400 M flog nur mit sehr wenig Leistung, ob das im Normalbetrieb wohl ausreicht? Alle sind sehr langsam geflogen, das entspricht sicher nicht der Realität, im normalen Übungsbetrieb geht das sicher nicht.“ Ein Geislinger vermutete: „Man hatte den Eindruck, dass die A400 M mit weniger Tempo geflogen wurde, um den Lärmpegel zu reduzieren. Die Maschine war am 27. April 2022 um einiges lauter.“

Waren die Probe- mit den Übungsflügen vergleichbar?

Mehrere Rückmeldungen wiesen darauf hin, dass die Lärmbelastung größer sein würde, wenn längere und häufigere Überflügen kommen. Eine Zuschrift aus Dormettingen gab „zu bedenken, dass die Überflüge nur etwa eine halbe Stunde dauerten. Bei 120 Tagen im Einsatz und mehr Flügen werden die Störungen steigen.“

Ein Geislinger fürchtet: „Der Fluglärm ist noch massiver, störender und belastender bei mindestens 120 Flugtagen und weniger idealem Wetter.“

Wie lautet das Fazit?

Eine Zusammenfassung der Rückmeldungen hat die BI nicht vorgenommen. Einzelne Stimmen verdeutlichten jedoch, was manche Betroffene nach den Probeflügen im Sommer empfinden.

Etwa in Dormettingen: „Ich fühle mich sehr gestört und fand den Lärm wirklich nicht zumutbar. In mir wachsen Unmut und Rebellion.“

Eine Zuschrift aus Dautmergen schildert die M28 als „nicht ganz so schlimm. Die Vögel haben weiter gezwitschert. Gestern (A400M) war zwischen und nach den Flügen nichts mehr zu hören – buchstäblich Totenstille.“ Und eine Rückmeldung aus Binsdorf beschreibt trocken: „Hund bellt ohne Pause, Fenster klirren.“