Chewbacca, das Star-Wars-Wookiee und Maskottchen der zweiten Waldheim-Freizeit in Tailfingen, ist als Glücksbringer dabei, wenn Svenja Gonser und Florian Faiss erstmals gemeinsam als Leitungs-Team am Start sind. Foto: Karina Eyrich

Ein Dreamteam leitet die zweite Freizeit im Waldheim Tailfingen: Svenja Gonser und Florian Faiss berichten, warum jetzt sogar ein „duales JuMi-Studium“ möglich ist.

Beide sind 25 Jahre alt, beide kommen aus Onstmettingen, beide haben als JuMis – „Junge Mitarbeiter“ – miteinander angefangen, sind im elften Jahr dabei und teilen sich jetzt die Leitung der zweiten Freizeit im Waldheim Tailfingen: Florian Faiss und Svenja Gonser sind ein perfektes Team.

 

Zumal Svenja Gonser schon Erfahrung als Leiterin mitbringt, 2021 und 2022 schon die Fäden im Büro gezogen hat. Inzwischen hat die Erzieherin eine Zusatzausbildung zur Fachwirtin für Organisation und Führung im Sozialwesen absolviert und war dafür in den Freizeiten 2023 und 2024 ins Glied gerückt. „Das war gut, um mich selbst zu reflektieren.“

Als Meister hat er Menschenführung gelernt

Von ihrer – und seiner eigenen – Erfahrung profitiert Florian Faiss, denn als Meister im elterlichen Stuckateur- und Gerüstbau-Betrieb in Tübingen, wo sein Vater herstammt, arbeitet Faiss auch schon in der Geschäftsführung mit, hat im Meisterkurs auch gelernt, wie man ausbildet und Mitarbeiter führt. Und als Gerüstbauer bringt er natürlich auch Expertise im Bauen von „Lägerle“ mit – „aber dafür habe ich als Leiter gar keine Zeit“, fügt er scherzhaft hinzu.

Die beiden sind also das ideale Gespann – nun, da die JuMis im Waldheim „eine Art duale Ausbildung“ erhalten, wie sie augenzwinkernd erklären: „Vormittags sind sie in den Gruppen und arbeiten praktisch mit, am Nachmittag haben sie insgesamt ein Dutzend Schulungseinheiten und können damit die Juleica erwerben.“ Ist das ein Musikinstrument oder etwas zum Essen? Nein – die Juleica ist die Jugendleiter-Card, ein „bundesweit einheitlicher Ausweis für ehrenamtliche Mitarbeiter in der Jugendarbeit“, die auch Vergünstigungen mit sich bringt, etwa kostenlosen Eintritt ins Schwimmbad oder Ermäßigung beim Kino-Besuch – die Boni sind regional unterschiedlich.

„Ab diesem Jahr brauchen alle Waldheim-Mitarbeiter die Juleica“, erklären die beiden und sind dankbar, dass für die Ausbildung der JuMis auch Mitarbeiter im Team sind, die einen pädagogischen Brotberuf haben. Die Ausbildung kommt an: Alle vier JuMis, die sie 2024 genossen hatten, seien jetzt als Gruppenleiter dabei.

Onstmettingen ist ganz stark vertreten

Das Waldheim wird also nicht aussterben – auch nicht, was Kinder angeht: 183 sind es in der zweiten Freizeit, 44 davon aus Onstmettingen, dem Heimatort der beiden Leiter. Am weitesten entfernt liegt der Heimatort der Kinder aus Backnang und Heilbronn, aber auch aus Trossingen, Tailfingen, Ebingen und den umliegenden Stadtteilen sind Kinder dabei, ebenso wie Kinder einer Wohngruppe des Diasporahauses Bietenhausen in Meßstetten.

Ist das Handy-Verbot, das immer öfter in Schulen gilt, auch im Waldheim ein Thema? „Viele haben ihr Handy dabei, vor allem die Älteren, aber sie legen es selbstständig weg“, erklärt Faiss, und Svenja Gonser fügt lachend hinzu: „Die Gruppenleiter legen es dann in eine Dose, die wir die ‚Büchse der Pandora‘ nennen.“

Froh sind die beiden, dass ein Mitglied des Kirchengemeinderats noch rechtzeitig vor der zweiten Freizeit die Heizung repariert hat, denn nach den heißen Tagen der ersten wird das Wetter laut Vorhersage wohl bald schlechter werden. „Dann hat es hier morgens weniger als zehn Grad Celsius.“

Heizen im August? – Morgens ist das nötig

Hauptsache, es regnet nicht wenn das große Baseballspiel aller Gruppen über die Bühne geht. Jörg Hoss, genannt Percy, der es einst im Waldheim eingeführt hat, sei übrigens heuer zum 31. Mal dabei und überhole damit – wieder mal – Olaf Ronsdorf, der als Co-Leiter der ersten Freizeit diesmal pausiert hatte, um mit der Familie zu verreisen. „Aber das geht immer hin und her!“

Mit dabei ist dafür „Chewbacca“, das freundliche Maskottchen der zweiten Freizeit, das sein Besitzer Sebastian Genz extra noch vorbeigebracht hat, obwohl er selbst heuer die Leitung nicht übernehmen kann – aus beruflichen Gründen. Aber ohne den haarigen Wookiee aus „Star Wars“ geht es selbst bei einem solchen Dreamteam im Leitungsbüro einfach gar nicht.