Der Lieferpool verspricht Wasserspaß und Abkühlung für die Kinder und Jugendlichen im Ebinger Waldheim. Foto: Huber

Waldheim: Daniel Rieber und Dominique Muller feiern Jubiläum in Ebingen / In Tailfingen endet die erste Freitzeit

Schon seit jeweils zehn und 20 Jahren betreuen Daniel Rieber und Dominique Muller die Kinder im Ebinger Waldheim. Nun wurden Sie zum Jubiläum von ihrem "tollen Team" mit Geschenken überrascht.

 

Albstadt-Ebingen. Zwei langjährige Mitarbeiter des Waldheims Ebingen sind geehrt worden: Daniel Rieber ist nun schon zehn Jahre dabei. Dominique Muller sogar schon 20. Aus gegebenem Anlass trugen Waldheim-Leiterin Anja Fritschi und ihre Stellvertreterin Nicole Steinhöfer jeweils ein personalisiertes Gedicht für die beiden Jubilare vor. Rieber, der im Waldheim auf den Namen "Danny" hört, bescheinigte die Waldheim-Leiterin einen "einzigartigen Style". "Danny ist mal frech, mal crazy und dann ganz smart." Muller – der "Mann an der Technik" – habe als Sicherheitsbeauftragter "schon ziemlich viel zu tun", aber dennoch immer "ein nettes Lächeln im Gepäck".

Rieber und Muller bekamen als Dankeschön ein "Jubiläumsbüchlein". Darin enthalten waren Bilder, die sich über die ganzen Jahre im Waldheim angesammelt hatten, und Glückwünsche der Waldheim-Kinder. Zudem durften sich die beiden über ein kleines Geschenk der Waldheim-Leiterinnen freuen. Auch Pfarrerin Nicole Gneiting richtete ihre Glückwünsche an die Geehrten und dankte allen Mitarbeitern für ihr Engagement: "Das ist schon ein tolles Team hier oben. Das Waldheim ist immer ein Highlight für uns als Kirchengemeinde", sagte die Pfarrerin, die im Wechsel mit Pfarrerin Marlies Haist die morgendlichen Andachten im Ebinger Waldheim leitet.

Den Tag verbrachten die Kinder und Jugendlichen mit Basteln, Ballspielen und einem Spiel, bei dem es Lieder zu erkennen gilt. Von Rock über Techno bis hin zu aktuellen Pop-Hits waren nahezu alle Musikgenres vertreten und wurden von den Kindern erraten.

Eine willkommende Abkühlung an heißen Tagen bietet ein Lieferpool im Waldheim. Der "Saftladen-Anhänger" des Kreisjugendreferats im Zollernalbkreis versorgt Eltern und Kinder im Rahmen der Aktion "Waldheim to-go" jeden Freitag während der Abholzeit ab 17.30 Uhr mit leckeren Saft-Cocktails – und soll Jugendliche zum Thema Suchtprävention sensibilisieren. "Wir wollen zeigen, dass es auch ohne Alkohol geht", erklärt Kreisjugendreferent Dominik Speißer das Konzept. Der "Saftladen" ist nun schon das vierte Jahr im Waldheim im Einsatz und beinhaltet alles, was es zum Cocktails Mischen braucht.

So ein Saftladen – und so viele positive Nebeneffekte

In dieser Woche standen die drei Cocktails "Waldheim Spezial", "Wirbelwind" und "Sweet Victory" zur Auswahl. Das Kreisjugendreferat verleiht den "Saftladen" für Ferienfreizeiten wie im Waldheim, Sommerfeste und Schulveranstaltungen, kann aber auch für private Feiern angemietet werden. Voraussetzung ist, dass keine alkoholischen Getränke ausgeschenkt werden.

Zuvor hatte die Gruppe der ältesten Jungs und Mädchen von Mittwoch auf Donnerstag im Waldheim übernachtet. Den Abend verbrachten die Jugendlichen mit Geschicklichkeits-, Team- und Geländespielen im Freien. Zurück im Waldheim gab es Abendessen: ein Menü, das die Jugendlichen selbst auswählen durften – Burger mit Pommes frites und Eistee.

Während es in Ebingen am Montag teils mit neuen, teils mit mehrwöchigen Teilnehmern in die finale Woche geht, ist in Tailfingen am Freitag die erste Freizeit zu Ende gegangen. "So schön bunt wie jetzt und hier oben war’s in der Kirche nie", ruft Leiterin Birgit Bech den Kindern zu, die – aufgeregt und mit ihren Basteleien bepackt – auf der Wiese, nach Gruppen verteilt, stehen und dabei das eine oder andere Tränchen verdrücken.

Den Gottesdienst in der Pauluskirche – vor Corona Schluss- und Höhepunkt jeder Freizeit – mit 220 Kindern, die ohrenbetäubend laut singen, kann die kürzere Freiluft-Veranstaltung zwar nicht ersetzen, aber es ist doch ergreifend, wenn aus 173 Kehlen, trotz der Maske vor dem Mund, "Lobe den Herrn, meine Seele sing’!" und "Groß ist unser Gott" ertönt. Das ergreift auch Christoph Fischer jedes Mal wieder, und der Pfarrer der Erlöserkirche ist glücklich, dass der evangelische Funke im Waldheim alljährlich überspringt und lodernd brennt.

An jene, um die herum es gerade lichterloh brennt, erinnern die Jugendlichen der Gruppe eins in ihrer letzten Freizeit als Waldheim-Kinder – im nächsten Jahr dürfen sie sich als JuMis auf die Betreuerrolle vorbereiten – in ihren Fürbitten, beten für Menschen, Tiere und Natur in Südeuropa, für die Opfer der Flutkatastrophen, die (Covid-19-)Kranken und jene, die ihnen helfen, für Menschen in Armut, Angst und Krieg, denen Nahrung, Bildung und Freiheit fehlen, die wegen ihrer Hautfarbe, ihres Glaubens oder ihrer sexuellen Orientierung verfolgt, gemobbt, gemieden werden. Niemand wird vergessen – auch die Tiere nicht, von denen jedes einzigartig sei und "das Recht auf ein wundervolles Leben" habe. Angesichts der Notwendigkeit dieser Fürbitten wird den Kindern wohl schnell klar, wie schön sie es haben – erst recht in solchen Freizeiten, mit solchen Freunden und Betreuern. "Immer mehr" singen sie wie zur Bestätigung – und dann folgt der große Countdown zum Start Hunderter Luftballons, die in Windeseile den Himmel über Tailfingen erobern und schöne Botschaften der Freude mitnehmen. "Hattet Ihr eine tolle Waldheimfreizeit?" ruft Birgit Bech. Rhetorische Frage! Und sie mündet in derselben Antwort wie die Frage "Kommt Ihr wieder?": "Jaaaaaaaaaaa!"