Mit dem Bundesprogramm „Sanierung kommunaler Sportstätten“ soll viel Geld in die Kommunen fließen – und vielleicht auch ins Waldfreibad nach Calmbach.
Bis zu 75 Prozent Förderung könnte die Stadt Bad Wildbad für die weitere Sanierung des Calmbacher Waldfreibads erhalten. Allerdings nur für die künftig noch anstehenden Bauabschnitte zwei und drei, denn der erste Teil, die Sanierung der Technik, läuft bereits.
Schon mehrfach hat die Bad Wildbader Stadtverwaltung einen Anlauf genommen, um Fördergelder für die millionenschwere Sanierung des Freibads zu bekommen. Denn lang hatte es geheißen, ohne Fördergelder sei die Sanierung nicht möglich. Nach etlichen Absagen hatte sich der Gemeinderat dann aber doch umentschieden – für eine Sanierung in Teilabschnitten aus eigenen Mitteln.
Es dürfen explizit auch die Freibäder gefördert werden
Jetzt könnten aber doch noch einmal Fördermittel verfügbar sein – aus dem Bundesprogramm „Sanierung kommunaler Sportstätten“, umgangssprachlich auch als „Sportmilliarde“ bezeichnet. Mitte Oktober sei der Projektaufruf 2025/2026 für das Bundesprogramm veröffentlicht worden, heißt es in der Sitzungsvorlage zum entsprechenden Tagesordnungspunkt der jüngsten Gemeinderatssitzung.
Gegenstand der Förderung seien kommunale Sportstätten, dazu zählen laut Projektaufruf explizit auch Freibäder. Gefördert wird dabei „die umfassende bauliche Sanierung und Modernisierung der fördergegenständlichen Sportstätte“, heißt es weiter.
Förderziele seien investive Projekte der Kommune für Sportstätten mit besonderer regionaler oder überregionaler Bedeutung, die „von besonderer Bedeutung für den gesellschaftlichen Zusammenhalt und die soziale Integration in der Kommune sind“.
Bei Freibädern gibt es allerdings die Einschränkung, dass Maßnahmen förderfähig sind, die sowohl zum Erreichen einer möglichst klimaneutralen Wärmeversorgung als auch zur Reduzierung des Einsatzes von Ressourcen wie Wasser oder Chemikalien dienen.
Doch noch Hoffnung auf eine Förderung
Der Bund beteiligt sich mit bis zu 45 Prozent an den zuwendungsfähigen Gesamtausgaben. Bei Vorliegen einer Haushaltsnotlage beteiligt sich der Bund sogar mit bis zu 75 Prozent. Diese Haushaltsnotlage muss von der zuständigen Aufsichtsbehörde bestätigt werden. „Wir werden das wohl kriegen“, sagte Bürgermeister Marco Gauger zu der eher zweifelhaften Auszeichnung, die aber in diesem Fall wohl nicht schadet. Die Bewerbung wolle man auf jeden Fall versuchen, sagte Gauger, und er hofft, „dass es klappt“.
Weitere Fördermöglichkeiten sind in dem Programm ausdrücklich zugelassen, eine kommunale Eigenbeteiligung von zehn Prozent der Kosten müsse jedoch vorhanden sein, heißt es weiter. Wie Gauger sagte, gebe es auch ein neues Landesprogramm für Schwimmbäder.
Interessensbekundung ist beschlossene Sache
Im ersten Schritt geht es nun um eine Interessensbekundung. Hierzu muss die Projektskizze online bis zum 15. Januar eingereicht werden, wenn möglich mit Gemeinderatsbeschluss. Gauger rechnet dann damit, dass Anfang 2026 die Nachricht kommt, „ob wir im Rennen sind“.
Die Bauabschnitte zwei und drei sollen für diesen Antrag zusammengefasst werden. Hierbei sei mit Kosten von rund sechs Millionen Euro zu rechnen.
Eindeutige Zustimmung gab es von den Freien Wählern und der Fraktionsvorsitzenden Rita Locher: „Ja klar!“, sagte sie und hofft auf eine positive Bewertung. Für Wilko Rochow-Borg (CDU) ist es „unabdingbar, den Weg weiter zu gehen“, damit man 2034 das 100-jährige Bestehen des Bades feiern könne.
Auch der Rest des Gremiums teilte diese Meinung: Der Antrag zur Teilnahme am Interessensbekundungsverfahren wurde einstimmig beschlossen.