Die Sanierung des Calmbacher Waldfreibads läuft weiter. Im Gemeinderat wurden neue Arbeiten vergeben. So stehen die Chancen für eine – wenn auch nur kurze – Badesaison.
Ein „Schmankerl, das wir uns trotz der prekären Lage gönnen“. So bezeichnete die Erste Bürgermeister-Stellvertreterin Ursula Jahn-Zöhrens, die den erkrankten Schultes Marco Gauger vertrat, die Sanierung des Waldfreibads in Calmbach.
Der Bau sei im Zeitplan und es gebe keine Verzögerungen oder Überraschungen, konnte sie verkünden. Und sie hatte zudem eine gute Nachricht im Gepäck: Es könnte vielleicht doch eine kurze Badesaison in diesem Jahr geben, „die Perspektiven sind nicht schlecht“.
Bislang stand die Verwaltung einer kurzen Saison eher skeptisch gegenüber, wollte es aber auch nie ausschließen. Denn der Anschluss der neuen Technik an das alte Becken muss geprüft und getestet werden – für diese Zeit stellte bereits früher Stadtbaumeister Volkhard Leetz eine verkürzte Badesaison in Aussicht.
Auch Jahn-Zöhrens schränkte ein, es sei ein Vabanque-Spiel. Aber eine verkürzte Saison sei das Ziel. Wenn das Bad wenigstens in den Sommerferien öffnen könnte, sei das „sicherlich eine tolle Sache“.
Auch wenn Wilko Rochow-Borg (CDU) die Aussicht auf eine kurze Öffnung des Bads freudig stimmte, bleibe er eher pessimistisch: „Ich freue mich, dass man darauf hinarbeitet, aber es brauch dann auch das Personal.“
Erde soll auf Gemeindegemarkung
Rita Locher (FW) sprach das Thema Erdaushub an. Die Abfuhr des Materials auf eine Deponie kostet viel Geld und sie wollte wissen, ob das bei der Vergabe der Landschaftsbauarbeiten mit eingerechnet sei. Dies bestätigte Jahn-Zöhrens. Der Aushub sei eingepreist, aber dabei gebe es eine Variable, eine Unbekannte. Der Aushub soll auch zur Oberflächendeckung genutzt werden, aber alles könne sicher nicht verwendet werden. Die Erde müsse zudem untersucht werden, ob sie irgendwie belastet ist.
Joachim Winz (SPD) regte an, die Erde irgendwo im Wald abzuladen. Darauf antwortete Jahn-Zöhrens: „Grundsätzlich wird immer versucht, sie auf der Gemarkung unterzubringen.“ Dies sei auch der ausdrückliche Wunsch des Gemeinderats.
Vier weitere Gewerke bei Freibadsanierung vergeben
Insgesamt standen in der jüngsten Gemeinderatssitzung vier Gewerke für die Freibadsanierung zur Vergabe an: raumlufttechnische Anlagen, Schlosserarbeiten, Landschaftsbauarbeiten und Kunststofffenster. Bei den raumlufttechnischen Arbeiten gab es eine beschränkte Ausschreibung, bei der zwei Angebote eingingen. Das günstigste war von der Firma Helmut Schray aus Schömberg mit 18 356,94 Euro.
Die drei weiteren Gewerke wurden EU-weit ausgeschrieben. Bei den Schlosserarbeiten inklusive Stahltüren, Sektionaltor und Hochwasserschutz gingen vier Angebote ein. Das günstigste von der Firma Egon Haist GmbH in Baiersbronn. Sieben Angebote gab es bei den Landschaftsbauarbeiten. Das günstigste Angebot in Höhe von 180 636,88 Euro kam von der Firma Schuler Garten und Landschaftsbau GmbH aus Freudenstadt. Bei den Kunststofffenstern gab es drei Angebote. Das wirtschaftlichste stammt von der Firma Glaserei Ohngemach in Bad Wildbad und kostet 3448,89 Euro.
Deutlich unter der Kostenberechnung
Die Kostenberechnung für die vier Gewerke lag bei rund 339 000 Euro, die abgegebenen Angebote belaufen sich auf rund 262 000 Euro. Somit wird die ursprüngliche Kostenberechnung um 77 550,05 Euro unterschritten.
Bei einer Enthaltung vergab der Gemeinderat schließlich die Gewerke an die jeweils günstigsten Bieter.