Das Technikgebäude im Calmbacher Waldfreibad steht bereits. Noch ist allerdings einiges zu tun. Die Stadt will eine neue Förderung beantragen. Foto: Ulrike Knöller

Aus dem ersten Versuch wurde nichts - doch Bad Wildbad will weiter dranbleiben. Deshalb wird jetzt der nächste Förderantrag fürs Waldfreibad in Calmbach gestellt.

Die Sanierung des Calmbacher Waldfreibads ist in vollem Gange. Doch die könnte jäh ausgebremst werden. Denn in der ersten Runde des Förderprogramms „Sanierung kommunaler Sportstätten“ (SKS), umgangssprachlich auch als „Sportmilliarde“ bezeichnet, kam Bad Wildbad nicht zum Zug. Doch es besteht noch Hoffnung. Wie es weitergeht, erklärten Bürgermeister Marco Gauger und Kämmerer Heiko Friedrich in der jüngsten Gemeinderatssitzung.

 

Zwischenzeitlich sei im Rahmen des Bundesprogramms SKS noch ein Sonderprogramm für Schwimmbäder mit einem Finanzvolumen von 250 Millionen Euro aufgelegt worden. Gegenstand der Förderung seien hierbei „ausschließlich Schwimmbäder, die nicht der Ausübung des Spitzensports dienen“, heißt es in der Sitzungsvorlage. Dabei sei es unerheblich, ob es sich um ein Freibad, Hallenbad oder Kombi-Bad handelt.

„250 Millionen Euro hören sich viel an“

Gefördert würden die umfassende bauliche Sanierung und Modernisierung. Besonderer Wert werde dabei auch auf die Barrierefreiheit gelegt, heißt es weiter. Die Projektskizze muss online bis spätestens 19. Juni eingereicht werden, wenn möglich mit einem Gemeinderatsbeschluss.

„250 Millionen Euro hören sich viel an“, sagte Gauger, relativierte aber gleich, dass diese Mittel eben für das gesamte Bundesgebiet gedacht seien. „Das wird wieder eine Lotterie“, so der Bürgermeister weiter.

Stadtbaumeister Volkhard Leetz gab einen Überblick über den aktuellen Baufortschritt. Das Technikgebäude sei errichtet und die Brunnenbohrungen seien erledigt. Jetzt sei man an der Nahtstelle zwischen dem ersten und zweiten Bauabschnitt, für den die Förderung leider bis jetzt nicht funktioniert habe. Derzeit werde die neue Technik mit den Rohrleitungen an das alte Becken angeschlossen. Dafür musste ein Teil der Beckenmauer freigelegt werden. Demzufolge ist zurzeit auch kein Wasser im Becken. Das wiederum sei nicht gut für die Folie, mit der das Schwimmbecken ausgekleidet ist. Deshalb versuche man, „so schnell wie möglich“ wieder Wasser hineinzubekommen, so Leetz, der weiter sagte, dass man mit den Arbeiten gut in der Zeit liege. Nach wie vor sei aber weiterhin nicht sicher, ob es eine – wenigstens kurze – Badesaison geben kann.

Ohne weitere Förderung keine weitere Sanierung

Ursula Jahn-Zöhrens (SPD) sagte, dass man sich natürlich um Fördermittel bemühen müsse. Zu bedenken gab sie aber, dass es dann auch „Mittel von der Gemeinde“ benötige. Ohne weitere Fördermittel müsse man sich eingestehen, dass die Technik das Wichtigste gewesen sei. Sie machte deutlich: „Eine Fortsetzung der Sanierung mit dem zweiten und dritten Bauabschnitt ohne ansehnliche Förderung können wir uns nicht leisten“.

Uwe Göbel, Vorsitzender der CDU-Fraktion, sagte, Bezug nehmend auf seine Haushaltsrede: „Ich höre mich noch unken.“ Die Verwaltung schreibe in der Vorlage, dass man überlegen solle, ob man die Antragsstellung in diesem Umfang beibehalten oder ob man sich Gedanken machen wolle, den Umfang zu verringern und sich so mit einer abgespeckten Variante um eine erneute Förderung im Herbst bemühe, falls man auch beim jetzigen Programm nicht zum Zuge komme.

Gleiche Förderbedingungen gelten

Göbel wollte wissen, wie das gemeint sei, denn schließlich habe man doch bereits jetzt nur das Nötigste geplant. Zudem fragte er, warum man die Projektskizze dann nicht schon für die jetzt anstehende Förderrunde ändere.

Friedrich erklärte, dass beim Schwimmbad-Förderprogramm die gleichen Förderbedingungen gelten wie bei der ersten Tranche, bei der Wildbad nicht zum Zug gekommen ist. Diese dort eingereichte Projektskizze könne man direkt in das neue Programm übernehmen, wenn es keine Änderungen gebe.

Er erklärte zudem die Anregung, abzuspecken. Man sollte bei der „Höhe der Kosten von sechs Millionen überlegen, ob wir damit wieder antreten“, so Friedrich. Das erste Programm sei zehn- bis 14-fach überzeichnet gewesen und es sei möglich, dass man mit kleineren Summen eher eine Förderung bekomme, da so mehr Projekte im ganzen Land gleichzeitig gefördert werden können.

Schwimmbadbetrieb durch neue Technik sichern

Auch für Rita Locher, Vorsitzende der Freien-Wähler-Fraktion, war es „wichtig, dass die neueste Technik Priorität hat“. Mit dem Bauabschnitt eins sei der Betrieb sichergestellt und man habe Zeit gewonnen.

Vor der Abstimmung gab Gauger dann noch zu bedenken: „Wenn man ein Bad schließt, ist es geschlossen.“ Deshalb solle man sich auf jeden Fall um die Förderung bemühen. Diesem Vorschlag schloss sich der gesamte Gemeinderat an und beschloss somit einstimmig, die Förderung zu beantragen. Die würde im Übrigen auch wieder 75 Prozent Maximalförderung bedeuten, da Bad Wildbad nach wie vor eine finanzschwache Kommune sei.