Die coronabedingte "Schrumpfung" des diesjährigen Apfelfests in Waldorf zu einem so genannten "Äpfel-Feschdle" stieß auf äußerst positive Resonanz. D

Die coronabedingte "Schrumpfung" des diesjährigen Apfelfests in Waldorf zu einem so genannten "Äpfel-Feschdle" stieß auf äußerst positive Resonanz. Die zahlreichen Besucher aus Nah und Fern sowie die Standbetreiber überzeugte das neue Konzept rundum.

Altensteig-Walddorf. Die Aktions- und Verpflegungsstände waren über den gesamten Streuobstpfad verteilt und boten neben dem Abstand und großzügigen Raumangebot auch jede Menge Gelegenheiten zum Sitzen, Verweilen und Genießen.

Die Aktionenfinden sich entlangdes Streuobstpfads

Statt "drinnen und draußen" informierten die Veranstalter, allen voran Obst- und Garten-Fachwirtin Adelheid Keck-McMiken zum Walddorfer Apfelfest im Vorfeld darüber, dass das kleinere "Äpfel-Feschdle" am Streuobstpfad in diesem Jahr komplett unter freiem Himmel stattfindet. Das Konzept beinhaltete zusätzlich die Entzerrung der Stände und Aktionen über den gesamten Streuobstpfad.

Nicht nur aus Altensteig und seinen Teilorten, auch über die Stadtgrenzen hinaus strömten die Gäste zum Fest, dass bereits am Vormittag mit einem Gottesdienst bei der Walddorfer Kirche eingeläutet wurde und bis zum späten Nachmittag zu zahlreichen Aktionen für Groß und Klein einlud. Ein Veranstaltungsbesuch ließ sich bei herrlichem Herbstwetter mit einem Spaziergang entlang der Baumgärten und über den Streuobstpfad bei der Gemeindehalle verbinden. Über die ganze Strecke verteilt fanden die Aktionen statt, wie das Kinder-Quiz, die Kutschfahrten oder das Dengeln von Sensen mit dem Sensenmähverein.

Für Apfelküchleinstehen die Besuchergerne Schlange

Verteilt über die Wiesen und im Bereich der Gemeindehalle luden zudem der CVJM, die Feuerwehr, der Sportverein und der Liederkranz an ihren Verpflegungsständen zum Verweilen und Genießen ein.

Lange Schlangen bildeten sich bei den heißbegehrten und frisch zubereiteten Apfelküchlein am Stand des CVJM. In zwei Schichten arbeiten die jungen Leute dort, um den aus 16 Kilo Mehl zubereiteten Teig in die köstlich duftenden Beignets zu verwandeln. Das Warten lohnte sich, so die Festbesucher, die sich nicht nur zur Kaffeezeit zu diesem süßen und warmen Genuss hinreißen ließen.

Sehr zufrieden zeigten sich auch die Standbetreiber. Viele von ihnen waren bereits zum wiederholten Mal in Walddorf. Sie begrüßten die Entzerrung der Veranstaltung mit ihrer neuen Großzügigkeit und den zahlreichen Sitzmöglichkeiten bis hin zu Liegestühlen, die für Pausen im wärmenden Herbstsonnenschein genutzt wurden.

Auf dem Rundweg lud der Obst- und Gartenbauverein zu Informationen und Kostproben von neuen und alten Apfelsorten ein. Sorten, wie Raafs Liebling und Rotfelder oder Effringer Kurzstiel, die ausschließlich in den benannten Regionen gedeihen und auch nur regional bekannt sind. Aber auch neuere Sorten, wie Rewena, Topaz oder der Sonnenwirtsapfel wurden präsentiert.

Beim Musikverein landeten Rote Wurst und Currywurst auf dem Grill, während der Sportverein Steak-Weckle anbot, aber auch Honig vom örtlichen Imker, Boxen mit Quitten-, Apfel- oder Birnensaft, Fruchtaufstriche und Sirup lockten. Aus Herrenberg stammten die "schwarzen Walnüsse". Sie wurden in einem vier- bis fünfwöchigen Verfahren mit mehreren Arbeitsschritten aus unreifen Walnüssen hergestellt. Diese werden bereits im Juni vor dem Johannistag geerntet, an einigen Stellen eingestochen, gewässert und mehrfach mit einem Gewürzsud übergossen und verwandeln sich dadurch in eine Delikatesse zu Käse und Desserts, aber auch als Beilage zu einem Braten.

An den Ständen lassensich vieleMitbringsel erwerben

Fruchtaufstriche und Sirup, aber auch Hochprozentiges aus heimischen Früchten luden ebenso dazu ein, nicht mit leeren Händen vom kleinen Äpfel-Feschdle nach Hause zu gehen. Auch die Vorräte an Kartoffeln, Äpfeln, Birnen, Kürbissen und Zwiebeln ließen sich an diesem Festtag aufstocken. Naturseifen bereicherten das Angebot zusätzlich.

Die Streuobstinitiative mit ihren 170 Erzeugern hatte Apfel-Balsamico und einen Bio-Apfel-Cidre zum Verkosten am Stand, gleich nebenan gab es selbst gemachte Öle und Essigsorten. Und wer sich seinen Obstbaum oder Blaubeer-Sträucher lieber selber anpflanzt, der hatte Gelegenheit, beim Fest den geeigneten Setzling zu finden.

Auch die Info- und Aktionsstände erlebten großen Zulauf. Insgesamt waren sich die Anbieter, aber auch die begeisterten Gäste des diesjährigen Apfelfestes einig: das neue – coronabedingte – Konzept war ein voller Erfolg.

Die traditionelle Mostprämierung wurde Corona-bedingt nicht durchgeführt. Stattdessen konnte in diesem Jahr jeder Gast seine Meinung abgeben – sprich: acht verschiedene Moste aus Walddorf und Spielberg verkosten und den jeweiligen Favoriten benennen. Diese Möglichkeit wurde eifrig genutzt. Ortsvorsteherin Sandra Grüner zeichnete die drei Gewinner aus: Sieger wurde die Familie Haizmann aus Spielberg, gefolgt von Fritz Stoll aus Walddorf und Fritz Kalmbach aus Spielberg. Unser Foto zeigt Ortsvorsteherin Sandra Grüner (von links), Fritz Kalmbach, F. Haizmann, Adelheid Keck-McMiken vom Obst und Gartenbauverein. Foto: Grüner