Die Studenten begutachten die Vegetation an der Brandfläche. Foto: Ziechaus

Wie wirken sich Waldbrände auf die Vegetation aus? Dieser und weiteren Fragen sind Studenten aus Karlsruhe bei ihrer Exkursion in einem Schiltacher Waldstück nachgegangen.

Schiltach - Es ist zwar kaum vorstellbar in diesem verregneten Frühsommer: Aber vor fast drei Jahren, im August 2018, war ein Waldstück am Kirchberg über Schiltach in Brand geraten. Gut zwei Hektar trockener Wald waren in dem heißen Sommer 2018 abgebrannt, erinnerte Revierförster Holger Wöhrle bei der Exkursion einer Gruppe von Studenten aus dem Karlsruher Institut für Technologie (KIT) zur Waldbrandfläche am Kirchberg.

Mit dem Brand-Ökologen Christophe Neff waren die Studenten zu einer Vegetationserhebung in das Brandgebiet über einem der Lüftungsstollen für die Bundesstraße durch den Kirchberg aufgestiegen. Bisher gebe es sehr wenig Daten zu den Auswirkungen von Waldbränden auf die Vegetation, erklärte der aus Schramberg stammende Geologe vor der längst wieder dicht begrünten Steilfläche. Sie sei nach dem Brand nicht bearbeitet und neu angepflanzt worden.

Inzwischen zeigten sich in der Dauerbeobachtung der Waldbrandfläche als dominante Pflanzen Weißtanne, Fichte, Ginster und Heidelbeere in der neu aufwachsenden Vegetation. Die offene Fläche sei ein idealer Standort für die Tanne, die gerade im Frühstadium viel Licht brauche. Für sie werde es künftig Pflege brauchen, damit sie von den schneller wachsenden Fichten nicht verdrängt werden.

Lebensraum für Insekten?

Neben der Beschreibung der Vegetation und der Aufnahme der Biomasse werde auch untersucht, ob die freie Fläche neuen Lebensraum für bedrohte Insekten biete. Der Einfluss von Kohlenstoff aus dem Brand könnte mit Bodenproben im Labor untersucht werden, empfahl Neff den Studenten für ihre Abschlussarbeit.

Wenn auch genaue Ergebnisse erst mit den Abschlussarbeiten vorliegen werden, zeigten sich bisher "unerwartet wenig Veränderungen in der Pflanzenvielfalt", stellte der Brand-Ökologe vor dem gelb blühenden Ginster fest. In einer Vergleichsfläche an einer gerodeten Stelle am Kirchberg werde der Einfluss der Bewirtschaftung und Anpflanzung von Baumarten untersucht.