„Zugführer“ steht auf dem Rücken einer Einsatzkraft, der auf dem Bereitstellungsraum für Feuerwehr, THW und Polizei nahe Treuenbrietzen in Brandenburg aufgebaut wurde. Foto: Annette Riedl/d/a

In Deutschland wüteten in diesem Sommer schon mehrere Waldbrände. Und die Waldbrand-Gefahr ist in weiten Teilen des Landes hoch bis sehr hoch. Vor allem Baden-Württemberg ist ein Hotspot.

Die Hitze könnte an diesem Dienstag (19. Juli) für den bis dahin wärmsten Tag des Jahres in Deutschland sorgen – und sogar einen weiteren Rekord zum Wackeln bringen. Laut Deutschem Wetterdienst (DWD) sind Temperaturen von verbreitet 34 bis 38 Grad, im Südwesten und Westen bis zu 40 Grad möglich.

Damit erhöht sich auch das Risiko von Waldbränden. Die Karte des Deutschen Wetterdienstes (DWD) in Offenbach mit dem sogenannten Waldbrand-Gefahrenindex (WBI) zeigt halb Deutschland in rot und dunkelrot.

Die Karte gibt einen Überblick, wo die Waldbrand-Gefahr in Deutschland derzeit hoch bis sehr hoch ist:

Südwesten ist Deutschlands Waldbrand-Gefahren-Hotspot

Auf der Karte erstrahlt gerade der Süden Deutschlands in dunklem Rot. Das bedeutet: Der Südwesten ist – neben Bayern – in diesem Sommer der potenzielle Feuer-Hotspot Deutschlands.

Damit gilt in weiten Teilen Baden-Württembergs und Bayern die Gefahrenstufe 5. Auch in Berlin und Brandenburg gelten die Stufen vier und fünf.

Waldbrand-Gefahrenindex

Die DWD-Karte „Waldbrand-Gefahrenindex“ gibt einen Überblick, wo in Deutschland die Waldbrandgefahr derzeit besonders hoch ist.

Der Waldbrand-Gefahrenindex beschreibt das meteorologische Potenzial für die Gefährdung durch Waldbrand. Er zeigt die Waldbrandgefahr in fünf Stufen an.

Es gibt fünf Gefahrenstufen:

1: sehr geringe Gefahr

2: geringe Gefahr

3: mittlere Gefahr

4. hohe Gefahr

5: sehr hohe Gefahr

Hier können Sie sich über die aktuelle Waldbrandgefahr in Deutschland und Baden-Württemberg informieren.

Aktuelle Brände

Unterhalb der berühmten Bastei in der Sächsischen Schweiz (Sachsen) war in der Nacht zum Montag ein Feuer ausgebrochen. Inzwischen ist der Brand gelöscht. Die Ursache des Waldbrandes steht noch nicht fest. Etwa 115 Einsatzkräfte aus 13 umliegenden Ortsfeuerwehren waren bis zu 19 Stunden im Einsatz.

Große Rauchwolken steigen über dem Wald auf, darunter stehen Bäume reihenweise in Flammen. Im brandenburgischen Treuenbrietzen hat es jüngst auf einer Fläche von insgesamt 400 Hektar gebrannt - umgerechnet sind das etwa 600 Fußballfelder. Müssen wir uns künftig an solche Bilder gewöhnen oder gibt es Wege, wie wir unsere Wälder besser schützen können?

„Deutschland ist jetzt ein Waldbrandland“

Für Sohid Saha vom Karlsruher Institut für Technologie (KIT) war der Brand beängstigend, kam aber nicht überraschend: „Deutschland ist jetzt ein Waldbrandland“, lautet sein Fazit. Forschende des KIT hatten im brandenburgischen Treuenbrietzen untersucht, wie sich ein Ökosystem von Bränden erholen kann. Doch die jüngsten Feuer zerstörten einen großen Teil der Versuchsflächen.

„Als Folge des Klimawandels erleben wir nun extreme Hitzewellen sowie Dürren, und damit steigt natürlich auch die Feuergefahr“, erklärt Saha, der am KIT eine Forschungsgruppe leitet.

Berechnungen des Deutschen Wetterdienstes (DWD) haben jüngst ergeben: In Deutschland soll es in den kommenden Jahren im Jahresschnitt bis zu ein Grad wärmer werden als in den vergangenen drei Jahrzehnten. Und das heißt im Klartext: Auch hierzulande steigt die Waldbrandgefahr – wie auch in Südeuropa – rapide an.