Einen Schatz haben die Nusplinger in ihrem Gemeindewald, wie die Gemeinderäte von den Fachleuten des Forstamtes erfahren haben: Ihre Buchen im Gewann Vordere Salenhalde bringen richtig Geld. Sturm- und Käferholz halten sich in Grenzen.
Bücher sind nicht nur zum Lesen da – im Gemeindewald Nusplingen gibt es auch zwei Distrikte – „Buch“ und „Hinteres Buch“ –mit diesem Namen. Sie haben die Gemeinderäte zusammen mit Revierförster Franz Maier und Klaus Richert, dem Leiter der Forstamts-Außenstelle Albstadt, ebenso besucht wie die Vordere Salenhalde, die in Nusplingen eine Schlüsselfunktion einnimmt: Dort wimmelt es von 70 bis 80 Jahre alten Buchen, deren hochwertige Stämme bis zu 120 Euro pro Festmeter bringen. Werden sie älter als 120 Jahre, entwickeln sie einen rötlichen Kern, der ihren Wert um 20 Euro pro Festmeter senkt – obwohl gerade dann besonders ausgefallene Möbel daraus gemacht werden.
Wertvoll in mehrfacher Hinsicht
Die Bewirtschaftung des Areals war schwierig, bis das topografisch schwer zugängliche Gelände 2007 im Rahmen der Flurbereinigung besser erschlossen wurde, so dass die Nutzung des Holzes nun wirtschaftlicher ist. Rund 50 Festmeter pro Hektar seien in den vergangenen drei Jahren auf rund 20 Hektar Fläche geerntet worden, berichteten die Forstleute – 2022 waren es 250 Festmeter, die für knapp 90 Euro verkauft worden seien.
Wertvoll ist das Areal aber auch für den Boden- und Erosionsschutz sowie zur Erholung: für Menschen und als Natura 2000-Gebiet auch für Vögel und Fledermäuse. Rund 30 Prozent Fichte- und Ahornbäume tragen zur Vielfalt bei. Vor dem Hintergrund der „dramatischen Sturm- und Borkenkäfersituation“ haben die Forstleute die Herausforderungen auf dem Holzmarkt genauer unter die Lupe genommen, sind doch heuer schon 300 Festmeter Sturm- und 200 Festmeter Käferholz angefallen, was zehn Prozent der Einschlagsmenge entspricht – weniger als in anderen Gemeinden.
Nach den niedrigen Holzpreisen zwischen 2017 und 2022 seien sie wegen der großen Nachfrage aus den USA und China inzwischen wieder stark gestiegen, so Richert und Maier. Bis zu 120 Euro habe der Festmeter Fichte gebracht. Doch das Hoch ist schon wieder vorbei: Ein Nachfragerückgang habe einen Preisverfall von bis zu 25 Prozent zur Folge. Für 2024 erwarten die Fachleute aber wieder einen Anstieg auf bis zu 100 Euro pro Festmeter Fichte und 120 bis 130 Euro für die Buche.
Die Anforderungen sind hoch – und werden in Nusplingen erfüllt
Die hohen Anforderungen an Natur- und Artenschutz im Rahmen des Förderprogramms „Klimaangepasstes Waldmanagement“, das ihr 70 000 Euro an Fördermitteln einbringt, erfüllt die Gemeinde Nusplingen, wie Richert und Maier im Gewann „Hinteres Buch“ erklärten. Allerdings müsse sie fünf Prozent der Wirtschaftsfläche stilllegen – rund 40 Hektar. Zwei Hektar davon sind „Urwald“ – seit 200 Jahren forstwirtschaftlich unbeeinflusst, wovon sich die Gemeinderäte beim Waldbegang selbst ein Bild machen konnten.
2024 planen Richert und Maier 4600 Festmeter Einschlag – 2550 Festmeter von Bäumen, die ihr optimales Erntealter erreicht haben. Für 1900 Festmeter gilt das noch nicht, doch auch der Bestandspflege muss schließlich Rechnung getragen werden: Manche Bäume zu fällen, kann das Wachstum ihrer Nachbarn verbessern.
Ein Überschuss bleibt
Mit 261 716 Euro an Einnahmen und 128 300 Euro an Ausgaben rechnen die Forstleute 2024 durch die Holzernte. Der Waldhaushalt insgesamt sieht Einnahmen von 369 000 Euro und Ausgaben von 293 000 Euro vor. Für Grunderwerb und Waldwegebau sind 5000 Euro eingeplant.
Einen Beschluss hat der Gemeinderat schließlich auch noch gefasst und die Obergrenze für den Brennholzpreis auf 90, die Untergrenze auf 75 Euro festgelegt. Verkaufen wird die Gemeinde ihr Brennholz im Rahmen eines Submissionsverfahrens. Im Klartext: Interessenten legen ihre Gebote schriftlich vor.