Zahlreiche Waldflächen rund um Edelweiler haben ihr gewohntes Bild verändert. Das wirft bei Bürgern Fragen auf – die bei einem Waldbegang beantwortet werden sollten.
Der Holzeinschlag rund um Edelweiler hat in den vergangenen Monaten bei vielen Bürgern für Fragen und Diskussionen gesorgt, wie Ortsvorsteher Hanspeter Beck mitteilt. Zahlreiche Waldflächen entlang der Wege und rund um den Ort haben ihr gewohntes Bild verändert. Da sich die betroffenen Bereiche sowohl im Gemeindewald als auch im Staatswald befinden, liegen die Zuständigkeiten bei unterschiedlichen Stellen.
Vonseiten der Bürgerschaft wurde unter anderem kritisiert, dass im Gemeindewald in kurzer Zeit große Mengen alter Bäume eingeschlagen wurden, dass Wanderwege wie der Ostweg beschädigt und Waldpfade wie der Kirchweg nach Pfalzgrafenweiler kaum noch begehbar seien.
Parallel dazu bestand schon seit längerer Zeit die Absicht, gemeinsam mit ForstBW einen Waldbegang vorzunehmen, um über die Maßnahmen im Staatswald rund um Edelweiler zu informieren. Aus diesem Grund hatte der Ortschaftsrat Edelweiler gemeinsam mit dem Bezirksleiter Mittlerer Schwarzwald, Frieder Hepperle, sowie Revierleiter Sebastian Witter zu einem öffentlichen Waldbegang eingeladen.
Fragen der Bürger werden beantwortet
Vor Ort wurden die aktuellen forstwirtschaftlichen Maßnahmen erläutert, Fragen aus der Bürgerschaft beantwortet und Einblicke in die zukünftigen Planungen der Forstverwaltung gegeben. Der Austausch sollte laut Mitteilung dazu beitragen, die Eingriffe im Wald nachvollziehbarer zu machen und zugleich Raum für die Anliegen und Fragen der Bevölkerung zu schaffen.
Ortsvorsteher Hanspeter Beck begrüßte zahlreichen Teilnehmer. Im Mittelpunkt des Rundgangs standen die Ursachen für den verstärkten Holzeinschlag rund um Edelweiler, die Folgen des Klimawandels für den Wald sowie die geplanten Maßnahmen für die Zukunft.
Die Hintergründe der Forstarbeiten
Frieder Hepperle und Sebastian Witter erläuterten die Hintergründe der aktuellen Forstarbeiten. Um den Wald widerstandsfähiger gegen den Klimawandel zu machen, seien deutliche Eingriffe notwendig. Die Zahl alter, hoher Stämme müsse reduziert werden, damit mehr Licht auf den Waldboden gelangt und andere Baumarten wie Eiche oder Ahorn eine Chance haben.
Fichte und Buche dominieren derzeit noch
Derzeit dominierten Fichte und Buche; ein stabiler Mischwald entstehe jedoch nicht von selbst. Deshalb seien bereits in diesem Jahr größere Holzeinschläge vorgesehen, und diese Maßnahmen würden sich erhöht über die kommenden zehn Jahre fortsetzen.
In der Diskussion wurde daraufhin auch die Frage aufgeworfen, warum die Lotharflächen damals nicht entsprechend bepflanzt worden seien, denn dort ist inzwischen erneut ein Fichtenbestand entstanden. Damals wurde entschieden, die Flächen sich selbst zu überlassen.
Gleichzeitig wurde betont, dass der Wald zwar ein Wirtschaftswald sei, mit dem Einnahmen erzielt werden müssten, er aber ebenso ein wichtiger Erholungsraum für die Bevölkerung bleibe.
Beim Blick auf die aktuellen Arbeiten entstehe jedoch der Eindruck, der Wald werde zunehmend für den Einsatz großer Maschinen vorbereitet, was breite Schotterwege und niedrigere Bestände erfordere.
Weiter im Austausch
Die Teilnehmer waren sich laut Mitteilung einig, dass Maßnahmen notwendig sind, um den Wald an den Klimawandel anzupassen, diese jedoch möglichst rücksichtsvoll erfolgen sollten. Der Ortschaftsrat werde die Entwicklung weiterhin aufmerksam begleiten und mit Forst BW im Austausch bleiben.