Die Förster Wolfgang Heitz und Christoph Hofele berichten, was im Binsdorfer Wald gemacht worden ist. An der Grillstelle beim Loreto-Parkplatz informierten sie interessierte Bürger über die vielfältigen Aufgaben.Foto: Wagner Foto: Schwarzwälder Bote

Umwelt: Förster Christoph Hofele widerlegt vor Ort Behauptung des "Plattmachens" / Tierfreundliche "Unordnung" am Boden

Interessierte Bürgerinnen und Bürger haben am Samstagnachmittag die Möglichkeit gehabt, mit den für Binsdorf zuständigen Förstern Wolfgang Heitz und Christoph Hofele und dem Ortsvorsteher Hans-Jürgen Weger die Wälder rund ums Städtle anzuschauen.

Geislingen-Binsdorf. Nachmittags trafen sich die Interessierten auf dem Loreto-Parkplatz, bereit, den Wald zu erkunden.

Seit der Forstreform vor einigen Jahren sind die Wälder auf zwei Förster aufgeteilt: Wolfgang Heitz ist beim Landratsamt des Zollernalbkreis angestellt, während Christoph Hofele für das Land Baden-Württemberg und damit für Forst-BW arbeitet.

"Die Verwaltungsreform ist einer der größten Rückschritte zu den Sechzigern", findet Ortsvorsteher Weger. So sei das Gebiet der beiden Revierleiter zerstückelt, und auch wenn man zusammenarbeiten wolle, sei dies schwer realisierbar. So dürfe zum Beispiel der Holzverkauf nicht mehr untereinander abgesprochen werden.

Wege pflegen,Bäume pflanzen

Die beiden Förster erzählten, was noch alles zu ihrer Arbeit gehört: So etwa die Wege zu pflegen, Jungpflanzen zu setzen, Waldpädagogik zu betreiben, die Verkehrssicherung und den Wald als Erholungsmöglichkeit zu bewahren. Ihre Arbeit sei vielfältiger als es oft nach außen scheine.

Die beiden stellten sich auch kritischen Fragen der Bürgerinnen und Bürger. Förster Hofele war es wichtig, mit der Behauptung aufzuräumen, vergangenes Jahr hätte es einen überaus großen Einschlag bei hochwertigem Holz gegeben. Er zeigte anhand von Zahlen, dass es eher wenig gewesen sei und nur schlechteres Brennholz geschlagen werden konnte. Den Vorwurf, der Wald würde "platt gemacht" werden, widerlegte er so.

Während der Führung erzählte Förster Heitz von den Zukunftsbäumen, auch ­Z-Bäume genannt: Dies sind besonders ausgewählte und markierte Bäume, in deren Umfeld Platz durch das Fällen anderer Bäume geschaffen wird. So kann die Krone des Zukunftsbaums befreiter wachsen und größer werden. Man arbeitet Jahrzehnte lang darauf hin, diesen Baum eines Tages zu ernten. Des Weiteren erklärten die beiden Förster, warum das Geäst so oft unordentlich am Wegesrand liegen bleibt: Dadurch können Igel, Schlangen und andere Tiere darunter hausen.

Ein schöner Abschluss für den gemeinsamen Gang durch die Wälder bildetedann ein gemütliches Beisammensein auf dem Loreto-Parkplatz. Dort grillten die Jäger aus Binsdorf Wildfleisch, das sie im heimischen Wald geschossen haben.