Rund 9000 Festmeter Holz wurden zwischen Bad Liebenzell und Unterreichenbach geerntet. Der größte Teil davon ist Bauholz. Das Brennholz ist bereits ausverkauft. Foto: Krokauer

Die Erleichterung bei den Verkehrsteilnehmern dürfte groß sein. Die Waldarbeiten an der B 463 zwischen Bad Liebenzell und Unterreichenbach sind abgeschlossen.

Bad Liebenzell - Rund sechs Wochen hat die Holzernte gedauert. Die B 463 war deshalb gesperrt. Zunächst war der Abschnitt zwischen dem Ortsausgang von Bad Liebenzell und Dennjächt dicht, später dann der Bereich von Dennjächt nach Unterreichenbach.

Rund 9000 Festmeter Holz wurden in dieser Zeit geerntet, teilte Johannes Fünfgeld mit. Er ist bei ForstBW Pressesprecher des Forstbezirks Nordschwarzwald und stellvertretender Leiter dieses Forstbezirks. Er zog ein positives Fazit über die Arbeiten. So habe die beauftragte Firma den Zeitplan eingehalten. Die Holzernte sei reibungslos über die Bühne gegangen.

Gerechte Verteilung

Der bei Weitem größte Teil des Holzes, etwa 70 bis 80 Prozent, sind Bauholz. Die restlichen 20 bis 30 Prozent entfallen auf Verpackungs-, Industrie- und Brennholz. Wegen der Gaskrise ist die Nachfrage nach Brennholz enorm hoch. Das auf dem rund 180 Hektar großen Areal geerntete Brennholz ist bereits ausverkauft, bedauert Fünfgeld. ForstBW habe versucht, es möglichst gerecht an die Interessenten zu verteilen.

Kaum Probleme

Auch beim Verkehr gab es kaum Probleme. Immerhin waren wegen der Vollsperrung große Umwege notwendig. Vereinzelt gab es aber auch Unverständnis. So beklagte eine Leserin, dass die B 463 wochenlang gesperrt gewesen sei. Tausende von Bürgern hätten dadurch jeden Tag lange Umwege in Kauf nehmen müssen. Geschäfte hätten wegen der fehlenden Laufkundschaft Probleme bekommen.

Im Gespräch mit unserer Redaktion verteidigte Fünfgeld das Vorgehen. Die Vollsperrung sei aus Sicherheitsgründen notwendig gewesen. Er verwies auf die Verkehrssicherungspflicht eines jeden Waldbesitzers.

Stabiler Mischwald

Die betreffende Leserin fragte außerdem, ob es sinnvoll sei, an solchen Steilhängen wie an der B 463 zwischen Bad Liebenzell und Unterreichenbach Holzwirtschaft zu betreiben. Nach ihrer Auffassung wäre es angesichts der hohen volkswirtschaftlichen Kosten sinnvoll, die Holzwirtschaft "auf derart problematischen Flächen" einzustellen und dort künftig kleinwüchsige Sträucher anzusiedeln. "Dies käme im Übrigen auch der Biodiversität zugute", schrieb die Leserin: "Ich glaube, die meisten Bürger (denen der Staatswald ja gehört) würden einen naturnahen Wald der plantagenmäßig betriebenen Holzwirtschaft vorziehen."

Genügend Licht

Doch auch diesen Vorschlag hielt Fünfgeld für nicht umsetzbar. Ein großflächiger Kahlschlag sei gar nicht erlaubt, gab er zu bedenken. Er sei aber notwendig, um auf der betreffenden Fläche kleinwüchsige Sträucher anzupflanzen. ForstBW setze stattdessen auf eine naturnahe Verjüngung des Waldes. Etliche Bäume würden gefällt, damit andere genügend Platz hätten, um sich zu entwickeln. Sie könnten stabile Wurzeln und große Kronen bilden, da sie genügend Licht bekämen. Auf dem Waldboden gebe es Platz für junge Bäume. Das Ziel sei ein stabiler Mischwald, der auch im Hinblick auf die Klimakrise wichtig sei, so Fünfgeld: "Es soll möglichst viele Baumarten geben." Nur punktuell würden junge Bäume gepflanzt.