Für das Durchführen von Schnelltests sollen die Ehrenamtlichen des DRK entsprechend entschädigt werden. Foto: Wagner

Der Waldachtaler Gemeinderat beriet in seiner öffentlichen Sitzung am vergangenen Dienstag über die Entschädigung der ehrenamtlichen Helfer im kommunalen Testzentrum, die seit 10. März in den Nebenräumen der Kur-Apotheke in Lützenhardt im Zuge der Corona-Pandemie tätig sind.

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Waldachtal - Bürgermeisterin Annick Grassi führte aus, dass die Gemeinde hierzu aus der Landesreserve rund 4000 Testkits und ein paar Schutzanzüge kostenlos erhalten habe. Allerdings stehe eine Lieferung von Testkits für die Schulen bis jetzt noch aus.

Derzeit wird das Testzentrum vom Ortsverein des DRK-Waldachtal betreut. Im Schnitt werden dabei circa zehn Stunden an vier Tagen die Woche getestet – pro Termin seien vier bis fünf Mitarbeiter ehrenamtlich im Einsatz. Immerhin wurden dabei rund 400 Personen bis Ende März getestet.

Grassi führte aus, dass ein Teil der Kosten-Abrechnung für die Helfer direkt über das Land und den Bund erfolge und Abrechnungen quartalsweise möglich seien. Ob jedoch eine Erstattung erfolge, sei bislang unklar. Die Kommune rechne monatlich mit den Helfern ab. Auch hier sei noch unklar, ob eine Erstattung in Höhe von 9 Euro je Test vom Land tatsächlich erfolge.

DRK beschafft Material

Das notwendige Schutzmaterial (Masken, Handschuhe, Desinfektion) werde derzeit vom DRK eigenständig beschafft – die Kosten hierzu belaufen sich derzeit auf rund 600 Euro. Geplant sei, die vorhandenen Testkits des Landes zu verbrauchen, wobei noch nicht bekannt sei, ob demnächst eine weitere Lieferung seitens des Landes vorgenommen wird.

"Obwohl die Erstattung der Kosten für unsere Ehrenamtlichen noch unklar ist, sollten wir dennoch die Entschädigung regeln und auszahlen", schlug Grassi vor. Die aktuell gültige Entschädigungssatzung der Gemeinde sieht eine Entschädigung von pauschal 20 Euro vor, was jedoch als zu wenig erachtet wird. Das DRK reagiere flexibel auf Testwünsche und punktuelle Anstiege von Testungen – und dies im Ehrenamt. Deshalb wurde vorgeschlagen, den Ehrenamtlichen vorerst 25 Euro pro Stunde zu zahlen. Falls die Erstattung des Landes/Bundes diese und die Materialkosten der Gemeinde übersteigen, würde eine entsprechende Nachzahlung erfolgen.

Die Räte Friedrich Gerhard und Markus Fischer würdigten das Engagement des DRK und hoben ebenso hervor, dass die Ehrenamtlichen sich freiwillig einem Risiko aussetzen. Dies gehöre entsprechend gewürdigt und honoriert. Gemeinderat Michael Klink ging davon aus, dass die Erstattungen von Land und Bund noch folgen würden. "Ich glaube, diesen Shitstorm möchte sich Herr Spahn nämlich nicht antun", argumentierte Klink.

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