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Waldachtal "Zerbrich die Mauern, die uns trennen"

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Der Projektchor aus kirchlichen Chören Waldachtals verleiht dem Jahresanfangs-Gottesdienst in der Christuskirche eine besondere Note. Foto: Schwarzwälder Bote

Es ist eine Tradition in der Gemeinde Waldachtal, das neue Jahr gemeinsam zu beginnen. Die evangelischen und katholischen Christen wollen ihre Wege mit Gott gehen, dem sie als erstes die Ehre erwiesen.

Waldachtal. Kirchliche und bürgerliche Gemeinde gehen in Sachen Ökumene und Einheit beispielhaft voran und zelebrieren geradezu das Miteinander. Und das schon seit neun Jahren. Sichtbar wurde erlebte Ökumene an der Basis: Die Christen feierten einen gemeinsamen Gottesdienst in der evangelischen Christuskirche Tumlingen/Hörschweiler.

Der katholische Pfarrer Anton Romer und der evangelische Kollege Johannes Wegner gestalteten die Feier. Sie stellten das Jahr 2020 in den Kontext von einem guten Miteinander in der Gemeinde Waldachtal. Romer sagte: "Wir können sicher sein, dass auch dieses neue Jahr unter einem guten Stern steht." Das Jahr 2020 könne man nach Worten von Teresa von Avila gleich unter den Wahlspruch "Solo Dios basta" stellen. Das heiße, nichts solle einen ängstigen oder erschrecken. Alles vergehe. Gott bleibe derselbe. Geduld erreiche alles. Wer Gott besitzt, dem könne nichts fehlen. Gott allein genüge. "In jeder Lage können wir mit Gottes Segen rechnen", warb der katholische Priester um Zuversicht. Gebetet wurde in Tumlingen um die Einheit der Kirche: "Zerbrich die Mauern, die uns trennen." Man solle Wege zueinander suchen. Pfarrer z.A. Wegner appellierte, gutes ökumenisches Miteinander zu pflegen.

Ein Projektchor

Erleb- und hörbar vereinigten sich alle Waldachtaler Kirchenchöre zu einem Projektchor. Unter der musikalischen Leitung von Katharina Wilding intonierten fast 50 Vokalisten feinsinnig "Von guten Mächten wunderbar geborgen" nach Dietrich Bonhoeffer, das Lied "In dir ist Freude" und das berührende Segenslied "Der Herr segne dich". Christoph Schmitz begleitete auf der Gitarre.

Bürgermeister-Stellvertreter Markus Fischer aus Salzstetten trug die Schriftlesung vor: "Den verfolgten Christen ist das Hi mmelreich verheißen." Fürbitten formulierten die Ortsvorsteher. Friedrich Hassel aus Salzstetten ist das "Eins werden" in Kirchen, Gemeinden und Ortschaften, in Vereinen und in den Familien ein Anliegen. "Durch den Glauben gehören wir zusammen, egal ob wir katholisch, evangelisch oder freikirchlich sind." Jesus Christus sei der Mittelpunkt des Lebens und der Kirchen. Das Gebet für viele Christen unterschiedlicher Konfessionen, die sich für die Einheit der Christenheit einsetzen, stellte Gebhard Weißgerber aus Cresbach in den Fokus. Das Gebet galt den Menschen, die der Kirche heute ein Gesicht geben, die sich ehrenamtlich engagieren und beruflich im Dienst der Kirchen stehen. Um den Segen für die Arbeit im Jahr 2020 bat Ludwig Blum Lützenhardt: "Schenke uns Gelassenheit, das hinzunehmen, was wir nicht ändern können und Mut, das zu ändern, was wir ändern können und Weisheit, das eine vom andern zu unterscheiden." Elisabeth Enderle aus Hörschweiler, dachte an alle, die schwere Kreuze zu tragen haben, an alle, die krank sind und auf Heilung warten und für alle, die Kranke pflegen und für sie da sind. Ihr Gedenken galt den Opfern von Katastrophen, Unglücksfällen und von Terroranschlägen. Kurt Kübler aus Tumlingen sagte: "Wir beten für alle, die um einen lieben Menschen trauern, der in die Ewigkeit vorausgegangen ist. Lass sie Kraft und Trost schöpfen aus dem Glauben."

Pfarrer Wegner meinte in seiner Ansprache: "Leistung, Moral und Pflicht sind gute Dinge. Sie können aber nicht die Grundlage unseres Lebens sein." Das Verhältnis zu Gott lasse sich nicht durch Leistung definieren. Und bei Moralpredigern sei die Verachtung nicht weit. "Der Grundton des Lebens soll Dankbarkeit und Freude sein." Pflichtmenschen könnten sich manchmal nicht so freuen. Christen sollten sich aber an der Liebe Gottes freuen können. Dazu zitierte der 46-jährige Papst Franziskus und Reformator Martin Luther. Demnach sollen nicht Hass und Missgunst das Leben bestimmen. "Lebt aus der Freude des Evangeliums. Das ist das Beste, was die Kirche zu bieten hat", betonte Wegner. Christen könnten in der Schönheit und dem Reichtum der Schöpfung aufgehen.

Glückwünsche an Grassi

Rolf Müller, Laienvorsitzender des evangelischen Kirchengemeinderates, freute sich, dass Christen aus allen Waldachtaler Teilorten zusammengekommen sind. Er stellte das Manila-Projekt der Christlichen Philippinen Initiative (CPI) vor, das Straßenkindern in Kinderheimen wieder Hoffnung gibt. Für dieses Missionsprojekt war das Opfer bestimmt.

Die evangelischen und katholischen Christen in den gut besetzten Kirchenbänken sprachen sich den Friedensgruß zu. Mit dem gemeinsam gesungenen "Laudate omnes gentes" (Lobsingt ihr Völker alle) klang der Jahresauftakt in Waldachtal in der Christuskirche aus, bevor auf ein gutes neues Jahr im evangelischen Gemeindehaus angestoßen wurde und sich Christen und Bürger begegneten. Viele nutzten die Gelegenheit, um Bürgermeisterin Annick Grassi persönlich zur glücklichen Geburt ihres zweiten Sohnes Adrien zu gratulieren. Schon vier Tage nach der Geburt war es Waldachtals Rathauschefin wichtig, am gemeinsamen Gottesdienst und Neujahrsempfang teilzunehmen.

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