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Waldachtal Waldbaden hat medizinische Effekte

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Matthias Steuber, Sarah Valha von der Volkshochschule und Gisela Steuber beim Waldbaden in Lützenhardt. Foto: Herfurth Foto: Schwarzwälder Bote

Wer war nicht schon einmal total gestresst von der Arbeit und konnte dann trotz Urlaub oder Wochenende nicht abschalten, weil Termine oder Mails noch im Kopf rumschwirren? Gisela und Matthias Steuber schwören auf das Waldbaden, um Abhilfe zu schaffen.

Waldachtal-Lützenhardt. Der Lützenhardtner Wellnesswald. So richtig Wellnessfeeling wird aufgrund der Baustelle rund um den See zwar momentan nicht versprüht, aber Kursleitern Gisela Steuber und Diplom-Pädagoge Matthias Steuber besänftigen: "Bis Ende des Monats soll die Baustelle fertig sein. Von den Geräuschen der Zivilisation bekommt man im Wald nichts mit."

Waldbaden heißt der Kurs, der ab Ende des Monats von der Volkshochschule Freudenstadt und den Steubers im Wellnesswald in Lützenhardt angeboten wird. Damit ist aber nicht gemeint, dass die Teilnehmer ihre Badehose einpacken und in den angrenzenden See hüpfen sollen.

Waldbaden bedeute, sagt Gisela Steuber, in den Wald einzutauchen: wo es würzig riecht, das Licht milde schimmert, die Luft klar ist, sich die Wipfel im Wind wiegen und der Boden unter den Füßen federt. "Der Wald tut uns gut", sagt sie und verweist auf eine fernöstliche Tradition: Shinrin-yoku ist japanisch für Wald(luft)bad. Das japanische Landwirtschaftsministerium führte Shinrin-yoku schon Anfang der 80er-Jahre ein und förderte ein millionenschweres Forschungsprogramm, um die medizinische Wirkung des Waldbadens nachzuweisen. Und auch in Deutschland ist im Ostseebad Heringsdorf auf Usedom der nach eigenen Angaben "erste europäische Kur- und Heilwald" entstanden.

Ein ganz normaler Waldspaziergang also? Nein, sagen die Steubers. Der etwa zweieinhalbstündige Aufenthalt im Wald soll Stress abbauen, den Blutdruck senken, das Immunsystem stärken und Atem- und Schlafprobleme lindern. Unbestritten ist, dass der Wald dem Menschen guttut. Aber kann er wirklich mehr? Welche medizinischen Effekte sind belegbar? Wissenschaftler in Deutschland und Österreich erforschen, ob sich der heimische Wald wirklich für medizinische Zwecke nutzen lässt. Auch wenn die japanischen Waldmediziner damit recht haben sollten, ist noch lange nicht gesagt, dass Eichen, Buchen und Birken dieselbe Wirkung haben wie die in Japan verbreiteten Pinien, Zedern und Lerchen.

Wer schon einmal im Wellnesswald spazieren war, weiß, es ist ein idyllischer, ja fast schon malerischer Ort. Das leise Plätschern des schmalen Baches, der angelegte Laufweg, die steinerne Brücke – das alles biete schon eine besondere Atmosphäre, um sich zu Entspannen. Der größte Unterschied von einem Spaziergang und Waldbaden sei die Zeit. "Beim Spazieren laufe ich schnurstracks meine Strecke", erklärt Gisela Steuber. Beim Waldbaden hingehen würde man sich Zeit lassen. "Man muss sich vornehmen, das zu machen, wie eine Verabredung mit dem Wald", sagt Gisela Steuber. Der Aufenthalt soll mit allen fünf Sinnen erlebt werden. Dazu gehöre es, auch Atemübungen zu machen, Rast einzulegen oder die Bäume und Sträucher zu berühren.

Ätherische Öle

A ber was passiert mit dem Mensch beim Waldbaden? "Der Mensch nimmt beim Aufenthalt im Wald über die Atmung und die Haut ätherische Öle und Duftstoffe der Bäume, die sogenannten Terpene auf", so Matthias Steuber. Dieser Effekt soll dann nachweislich die vorher beschriebenen Symptome lindern.

Jetzt hört sich Waldbaden eher nach einem modernen Köder der Tourismusbranche an, um Geld zu verdienen. Warum sollte ich also für Waldbaden Geld zahlen? Gisela Steuber: "Waldbaden ist vor allem etwas Besonderes, wenn man es in der Gruppe machen kann. Dann gibt es natürlich auch verschiedene Übungen, die man alleine im Wald nicht unbedingt macht."

Die Steubers sind selbst vor noch nicht all zu langer Zeit auf das Waldbaden aufmerksam geworden. Beide seien anfangs skeptisch gewesen, aber spätestens, nachdem Gisela Steuber die Weiterbildung als Kursleiterin für Waldbaden gemacht hat, sei ihr Mann auch überzeugt gewesen.

Möglicherweise ist Waldbaden ein Weg, gesünder zu werden. Wie stark die Methode anschlägt, kommt sicherlich auch auf die Person an. Fakt ist auf jeden Fall: Ein ausgiebiger Besuch im Wald entschleunigt und entspannt und diese Zeit sollte man sich definitiv häufiger gönnen.

Weitere Informationen: Waldbaden findet am Samstag, 28. September, und Dienstag, 15. Oktober, jeweils um 15 Uhr im Wellnesswald Lützenhardt statt. Treffpunkt ist am Hotelcafé Waldsee in der Breitenbachstraße 38. Eine Anmeldung ist über die Volkshochschule Freudenstadt nötig. Telefon 07441/9 20 14 44. Die Kosten betragen 15 Euro.

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Florian Ganswind

Fax: 07451 9003-29

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