Dunkle Wolken stehen auch über Cresbachs Spielplätzen: Der Rutsche fehlt die Leiter, ein Klettergerüst ist marode und es ist kein Geld da für neue Geräte. Foto: Berg/Symbolbild

Rutsche kaputt, Klettergerüst marode: Ortschaftsrat diskutiert Zustand von Freizeiteinrichtungen für Kinder.

Waldachtal-Cresbach - Mit einer kurzen Anfrage, wie es denn mit der Rutsche auf dem Kinderspielplatz in Oberwaldach weitergehen soll, da man dort die Leiter hoch zum "Rutschstart" abgebaut hat, trat Markus Berg bei der ersten Cresbacher Ortschaftsratssitzung nach der Sommerpause eine heikle Diskussion los.

Ortsvorsteher Heinz-Otto Renz erklärte dazu, dass der TÜV den Zustand dieser Leiter reklamiert hätte und eigentlich die komplette Rutsche abbauen wollte. Dagegen habe er interveniert und jetzt steht halt die Rutsche ohne Leiter den Kids zur Verfügung.

"Aber jetzt krabbeln die Kinder die Rutsche hoch und können durch das Loch fallen, wo früher die Leiter andockte – da fragt man sich, was ist gefährlicher: das Loch oder eine marode Leiter?", so Berg, der für diese Feststellung die ungeteilte Zustimmung seiner Gremiumskollegen bekam.

Nicht viel besser sieht es auf dem Spielplatz vor dem Cresbacher Kindergarten aus. Dort sind alle vier tragenden Pfosten eines Klettergerüstes angefault. Ein Umstand, der den TÜV ebenfalls zur Stilllegung dieses Spielgerätes veranlasste. Noch miserabler fiel die Bestandsaufnahme beim Spielplatz "Längenhart" aus.

Am dortigen Waldspielplatz mussten gleich drei komplette Spielgeräte – Seilbahn, Rutsche und Klettergerüst – wegen technischer Mängel abgebaut werden.

Friedrich Gerhard: "So geht es nicht!"

Drei Spielplätze – drei örtliche Problemzonen. Ein Fazit, mit dem sich Ortschaftsrat Friedrich Gerhard nicht abfinden wollte. "Was ist Cresbach? Der Schrottplatz der Gemeinde? So geht es nicht" ereiferte er sich und fragte in die Runde, wie es weitergehen soll.

Für Ortsvorsteher Renz steht fest, dass man Investitionsmittel im Haushalt 2014 beantragen muss – andere Chancen zur Beseitigung dieses Problems sieht er nicht. "Im Bauhof liegt eine komplette, nigelnagelneue Rutsche", erklärte er. "Die könnten wir sofort haben – der einzige Haken an der ganzen Sache ist, dass dieses Spielgerät 8500 Euro kostet – Geld, das wir nicht haben".

"Wir können doch nicht warten, bis uns im nächsten Jahr eventuell Haushaltsmittel zur Verfügung gestellt werden – wo sollen unsere Kinder solange spielen?", mischte sich Gerhard nochmals vehement in die Diskussion ein. Der Lösungsansatz, dass man mit den vorhandenen Spielgeräten aller drei Plätze eine Art Pool bildet und damit wenigstens zwei Spielplätze bestückt, wurde ebenfalls nur kurz andiskutiert und sofort wieder verworfen.

Zum einen möchte man keinen Spielplatz schließen und zum anderen sind die Geräte alle so betagt, dass sich der Aufwand nicht lohnt. "Die vorhandenen Spielgeräte sind nicht mehr aktuell und zum größten Teil auch nicht mehr unbedingt betriebssicher", erklärte Heinz-Otto Renz, der jedoch zusagte, bei der nächsten TÜV-Abnahme mit vor Ort zu sein, um zu sehen, ob hier nicht mit zu hartem Maßstab gemessen und getestet wird.

Um eine neue Leiter hoch zur Rutsche auf dem Spielplatz werde er sich jedoch persönlich und unverzüglich kümmern, versprach der Ortsvorsteher.

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