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Waldachtal "Viele haben hier Segen empfangen"

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Mit erhebendem Chorgesang verlieh der Kirchenchor dem Doppeljubiläum in der evangelischen Christuskirche Würde. Fotos: Maier Foto: Schwarzwälder Bote

Mit jubilierendem Chorgesang und Bläserklang zum Lob Gottes und zur Freude der Menschen feierte die evangelische Gemeinde Waldachtal das Doppeljubiläum 90 Jahre Christuskirche und 90 Jahre Kirchenchor. Viele Ehrengäste gaben sich auch beim Empfang im Gemeindehaus ein Stelldichein.

Waldachtal-Tumlingen/Hörschweiler. Unter der Leitung von Katharina Wildung gestalteten 39 Sängerinnen und Sänger des Jubiläumschores, verstärkt durch Männerstimmen des Gesangvereins Harmonie, sowie Streicher und Bläser den Festgottesdienst in der Christuskirche mit. Sie verliehen der Feier durch Chorsätze von Dietrich Buxtehude, Heinrich Schütz, und Matthias Nagel eine festliche Note.

Mit "Verleih uns Frieden gnädiglich" wurde eine Version aus dem Luther-Oratorium aufgeführt. Bei "Jesus bleibet meine Freude" brillierten Wilding auf der Flöte und Margrit Baur an der Vleugels-Orgel. Auch die Dornstetter Kantorin Marlene Müller begleitete bei der Aufführung der geistlichen Werke. Seinen Beitrag leistete überdies der Posaunenchor Waldachtal unter seinem neuen Leiter Tobias Gegenheimer. Zu Ehren kamen auch die beiden Königinnen der Instrumente: Die beiden Orgeln hielten Zwiegespräche. Margrit Baur, die seit 30 Jahren als Organistin an der Christuskirche wirkt, an der romantischen Weigle-Orgel von 1929 und Katharina Wilding an der modernen Vleugels-Barock-Orgel von 2001 ließen die beiden Instrumente bei der "Echo-Fantasie" von Samuel Scheidt (1587-1634) miteinander korrespondieren.

Lob und Dank

Rolf Müller, Laienvorsitzender des Kirchengemeinderats, rückte das Leitwort für den Festtag "Singet dem Herrn ein neues Lied. Singet dem Herrn alle Welt" in den Mittelpunkt. Dieser erste Vers aus Psalm 96 prangt schon seit 90 Jahren an der Orgelempore der Christuskirche. "Jeder Einzelne von uns wird hier aufgefordert, Gott Lob und Dank zu singen." In neun Jahrzehnten, so Müller, hätten die Kirchenchorsänger mit ihren Dirigenten etwa 4680-mal geprobt und bei unzähligen Auftritten viel Engagement gezeigt.

Die Glückwünsche des Kirchenbezirks Freudenstadt überbrachte Dekan Werner Trick, der den Kantate-Sonntag passend fand, um beim Doppel-Jubiläum in Dank und Jubel einzustimmen: "Danke an alle, die in den 90 Jahren hier mitgearbeitet haben." Menschen seien in Waldachtal zusammengekommen, um Gottes Wort zu hören, zu beten und Gott mit Liedern zu loben. "Viele haben hier den Segen empfangen und sind von Gott beschenkt worden." Er wandte sich an die Kirchenchor-Vokalisten, die Gottes Reich bauen helfen: "Mit ihren Liedern konnten sie die frohe Botschaft von Jesus Christus anderen Menschen ins Herz singen, Mut machen und trösten." Er hob beispielgebend den verdienten Chorleiter und Organisten Friedrich Laun hervor, der 48 Jahre das kirchliche Leben maßgebend mitgeprägt hat und heute noch mitsingt. Und: "Als Kirchen- und Posaunenchor haben sie auch einen Verkündigungsauftrag."

Der Dekan erinnerte an die frühere Pfarrkirche St. Hilarius im 13. Jahrhundert, an die Martinskirche und an die Dorfkirche. Die Berg- und Christuskirche zwischen den beiden Ortsteilen Tumlingen und Hörschweiler zu bauen, sei eine gute Entscheidung gewesen. Mit der Besonderheit von zwei Orgeln könnten die Gottesdienste belebt werden.

"Gotteslob ist keine Anmaßung. Gott loben, das ist unser Amt", teilte Bezirkskantor und Kirchenmusikdirektor Jörg Michael Sander in seinem Grußwort zum Jubiläum mit. "Gotteslob ist sogar die Hauptaufgabe von uns Menschen."

Grassi gratuliert

Bürgermeisterin Annick Grassi gratulierte im Namen der Gemeinde Waldachtal: "90 Jahre sind sehr ehrwürdig bei Menschen. Die Christuskirche hat schon viele Menschen kommen und gehen sehen." Die Kirche und die Gläubigen, dies hob Grassi hervor, hätten in 90 Jahren Tumlingen und Hörschweiler mit Leben erfüllt. Die Rathauschefin bewertete die Lage der Christuskirche als richtigen Standort für Tumlingen und Hörschweiler.

Pirmin König von der katholischen Kirchengemeinde Waldachtal stellte in seiner Gratulationsrede die von Artur Fischer gesponsorten Konzerte und die der Musikschule Waldachtal sowie das Luther-Oratorium heraus. Besonders sei der direkte Blickkontakt der evangelischen Christuskirche zur katholischen Herz-Jesu-Kirche in Lützenhardt. Durch nur 1500 Meter Luftlinie könne man die Glockenklänge beider Kirchen oft synchron hören. Gewisse Harmonien seien vorhanden, die auch in gelebter Ökumene ihren Niederschlag finden. "So sollten wir auch im gesamten Waldachtal die Harmonie und die Gemeinsamkeiten, die uns verbinden, pflegen und hervorheben", meinte König. Er händigte ein "Jubiläums-Tröpfle" mit der Christuskirche auf dem Etikett aus der "königlichen Weinkellerei der katholische Kirche" aus, das in limitierter Auflage erscheine und im Internet zu horrenden Preisen gehandelt werde. Es sei ein Symbol, engstirnige Kirchturmpolitik einzudämmen und den Blick über den eigenen Kirchturm hinaus zu weiten auf die Zukunft und das große Ganze. Auch Diakon Siegfried Lewin und seine Frau Renate, der vor 40 Jahren von 1979 bis 1984 in Waldachtal wirkte, gratulierte aus Kärnten. Erst kürzlich frischte die Diakonsfamilie alte Bekanntschaften in Waldachtal auf.

Dekan Trick ehrte zwölf langjährige treue Mitglieder des Kirchenchores mit Urkunden und die Kirchengemeinde überreichte Blumengebinde. Für 40- und 50-jährige Treue gab es sogar Urkunden des Deutschen Chorverbandes. Kirchengemeinderätin Waltraud Welle sagte Danke an das selbst gestaltete Geburtstagsständchen des Kirchenchores: "Das ist eine großartige Leistung." Die Festgottesdienstbesucher quittierten die Kirchenmusik mit großem Beifall. Seitens der Kirchengemeinde übergab sie an jedes Geburtstagskind, an die Chormitglieder, ein Geschenk, eine Art Notfallversorgung, für die kräftezehrende Arbeit.

50 Jahre: Lore Ebinger.

40 Jahre: Matthis Herbster, Barbara Weber.

30 Jahre: Margrit Baur, Margot Kirschenmann, Sigrid Kübler.

20 Jahre: Inge Kirschenmann, Irene Mangold, Bettina Rinnus, Ernst Seeger.

10 Jahre: Anni Benzko, Walter Dauner.

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