Andreas Brünz mit dem Paradepferd „Balam“ Foto: Maier

Der in der Region bekannte Turnierreiter Andreas Brünz ist im Alter von 58 Jahren gestorben. Mit der renommierten Reitanlage Brünz in Salzstetten hinterlässt er ein Vermächtnis.

Die Reiterfamilie im Land trauert um Andreas Brünz. Der erfolgreiche S-Springreiter aus Waldachtal ist im Alter von 58 Jahren in der Uniklinik in Tübingen an einer heimtückischen Krankheit im Kreis seiner Familie verstorben. Er hinterlässt eine große Lücke. Der Springreitsport und die renommierte Reitanlage Brünz in Salzstetten waren sein Leben.

 

Nicht nur als sensationeller Badenia-Sieger, sondern auch als international erfolgreicher Springreiter, Chef auf der Reitanlage Brünz in Salzstetten, Ausbilder und Mentor und Turnier-Veranstalter hat er sich einen guten Ruf erworben. Die Reitturniere auf der heimischen Anlage zählen zu den besten in ganz Süddeutschland.

Familie bangte um sein Leben

Seine Familie, Vater Roland und Mutter Marlene samt Bruder Dirk und Schwester Ingrid durchlebten seit dem vergangenen Jahr eine schwere Zeit zwischen Hoffen und Bangen. Jetzt ist Andreas von seinem Leiden erlöst worden. Die Nachricht von seinem Tod verbreitete sich beim German Masters Turnier in der Stuttgarter Schleyerhalle wie ein Lauffeuer.

An der Stätte, wo er einst selbst um Meriten kämpfte, zeigten sich der ehemalige Weltranglisten-Erste Pius Schwizer und enge Freund der Familie bestürzt. Hallen-Championat-Rekordhalter Timo Beck, ebenso eng mit der Familie Brünz verbunden, sagte: „Ich habe einen langjährigen Freund verloren. Ich bin emotional berührt. Andreas hat bis zum Schluss gekämpft.“

Für viele ein guter Freund

Den Verlust könne man nicht in Worte fassen. Vor der Inbetriebnahme der neuen Reitanlage in Salzstetten habe Andreas seine vier Top-Pferde bei ihm im Stall gehabt, blickt Timo Beck zurück. Sehr unterstützt wurde er von Springreiter-Legende und Nationenpreisreiter Kurt Maier, der jetzt sehr betroffen reagiert: „Ich habe einen sehr guten Freund verloren. Er hat mich hier hergebracht. Wir haben zusammen trainiert und gearbeitet und waren auf Turnieren erfolgreich. Er hätte noch weitere Lebensjahre verdient gehabt.“

Andreas Brünz beim Training auf „Lamborghini“.

Sportlich packte Andreas Brünz immer der Ehrgeiz und er pflegte zu sagen: „Wenn ich in der Parcours gehe, dann kämpfe ich auch. Pferd und Reiter müssen einen guten Tag erwischen, und dann braucht man noch Glück dazu.“

Was an guten Tagen möglich ist, stellte er als Sieger beim Großen Preis von Badenia 2008 im Sattel des Oldenburgers Lumos vor 12 000 Zuschauern in Mannheim unter Beweis, als er über 1,60 Meter hohe Hindernisse im S***-Springen als Einziger ohne Fehler blieb und Weltklassereiter wie Ludger Beerbaum hinter sich ließ. Der reitende Konditormeister aus dem Schwarzwald sorgte für Furore. Interessenten aus der arabischen Welt standen Schlange, um sein Wunderpferd „Lumos“ für eine Millionensumme einzukaufen.

Paradepferd den „Ruhestand“ gegönnt

Aber Andreas und Roland Brünz entscheiden sich gegen einen Verkauf. Sie wollten ihrem Paradepferd „den Ruhestand“ auf der eigenen Anlage gönnen. Unvergessen sind seine packenden Duelle mit Olympiasieger und Weltmeister Michael Jung, so beim finalen S**-Springen 2016 auf der Reitanlage in Heiligenbronn/Waldachtal, als er dem Weltklassereiter aus dem benachbarten Altheim knapp den Vortritt lassen musste, weil sein Springpferd „Balam“ nicht auf den Punkt fit genug gewesen war.

Er heimste in seiner Springreiter-Karriere zahlreiche S-Siege und Platzierungen ein. 2009 wurde an Andreas Brünz das Goldene Reitabzeichen verliehen. Wegen der schweren Leukämie-Erkrankung von Andreas mussten sein jüngerer Bruder Dirk Brünz, Geschäftsführer der Pfalzgraf Konditorei in Pfalzgrafenweiler, und sein Vater Roland Brünz in die Bresche springen, um die großen Reitturniere 2023 in seinem Sinne ausrichten zu können, welche zu den beliebtesten in Baden-Württemberg zählen.

Die Trauerfeier für Andreas Brünz findet am Samstag, 25. November, um 13 Uhr in der Reithalle Salzstetten statt.