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Waldachtal Salzstetten verliert engagierten Bürger

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Siegfried Kreidler (78) hat sich um Salzstetten verdient gemacht. Foto: privat Foto: Schwarzwälder Bote

Siegfried Kreidler ist mit 78 Jahren nach langer Krankheit verstorben. Salzstetten verliert einen bekannten und beliebten Kommunalpolitiker, Vereinsfunktionär und Bürger, der das Dorf- und Vereinsleben maßgeblich mitgestaltet hat.

Waldachtal-Salzstetten. Er war ein Mann der Tat: Als Salzstetter Urgestein hat er die Geschicke seiner Heimatgemeinde mit bürgerschaftlichem Engagement und als Vereinsmensch geprägt. "Sportverein Salzstetten zuerst" hieß seine Lebensdevise. Die Familie musste oftmals zurückstehen. In den letzten Jahren kämpfte er vergeblich gegen eine schwere Krankheit an.

24 Jahre lang wirkte er als Gemeinde- und Ortschaftsrat und 20 Jahre als stellvertretender Ortsvorsteher ab 1984 und eine Wahlperiode als stellvertretender Bürgermeister. Als rechte Hand von Ortsvorsteher Wolfgang Fahrner und sogenannter "Schatten-Kanzler" ist ihm das Dorfleben in Salzstetten ans Herz gewachsen. Stets ist er bei den Kommunalwahlen als Stimmenkönig hervorgegangen. Viele Jahre gehörte er dem Gutachterausschuss der Gemeinde an.

Fußball war seine große Leidenschaft: Er trug mit Herzblut das Trikot seines Heimatvereins Sportfreunde Salzstetten, hielt das Vereinslied "Wenn Rot und Weiß" hoch und erwies sich als glühender Anhänger des VfB Stuttgart. Das 1978 eingeweihte Sportheim ist untrennbar mit dem Namen Siegfried Kreidler verbunden. Beim Bau hat er 1250 freiwillige Arbeitsstunden geleistet, eine Spitzenreiter-Leistung. Er engagierte sich auch bei der Errichtung der Tennisplätze und beim Bau des früheren Hartplatzes. Er galt Jahrzehnte lang als das Zupgpferd im Sportverein und wurde vielfach von seiner Frau Hannelore unterstützt. Sie organisierten die Bewirtung im Sportheim und pflegten die Sportanlagen. Als Zehnjähriger turnte er unter der Leitung von Ernst Moosburger, dann wechselte er zum Fußball. Mit 14 Jahren ist er als Außenläufer in der A-Jugend aufgelaufen. Ab 1959/60 spielte er in der ersten Fußballmannschaft auf verschiedenen Positionen und stand viele Jahre als präsenter Torwart zwischen den Pfosten. Bei den Senioren und als Hobbyspieler blieb er dem Fußballsport bis ins Alter von 55 Jahren treu. 1963/64 übernahm er das Amt des Fußballtrainers. Ab 1963 arbeitete er insgesamt fünf Jahre lang als Jugendleiter, gründete 1964 die C-Jugend und führte die A-Jugend 1966/67 zum Meistertitel. Zehn Jahre lang leitete er ab 1970 die Fußball-Abteilung und brachte die Alten Herren (AH) ab 1981 zu neuer Blüte. Als zweiter Vorsitzender diente er dem Sportverein in den Jahren 1980/81 und von 1986 bis 1992.

Feste mitorganisiert

Wo die Musikkapelle aufspielte, war er zugegen. Ab 1956 unterstützte er den Kassierer und von 1966 bis 1993 wirkte er im Beirat mit. 1993 wurde ihm die Ehrenmitgliedschaft im Musikverein verliehen. Schon 1985 hat ihn der Blasmusikverband für besondere Verdienste um die Blas- und Volksmusik mit der Förderer-Medaille in Silber ausgezeichnet. Weit klang sein guter Ruf als Festorganisator. Alle großen Festereignisse in Salzstetten hat er an vorderster Front mitorganisiert: Vom ersten Dorffest 1983 über die 900-Jahrfeier 1985 bis zum ersten Schlößle-Fest 1988. Nicht wegzudenken war sein Mitgestalten bei zahlreichen Festen des Sportvereins und Musikvereins. Kreidler war es, der die Idee hatte, das Gemeindebackhaus in ein DRK-Heim umzubauen. Auch der erste Auftritt der Salzstetter Altmusikanten mit Musik von anno 1900 beim ersten Dorffest 1983 ging auf seine Eingebung zurück. Gewürdigt wurden seine Verdienste im Ehrenamt 1983 durch die Verleihung der Ehrennadel des Landes Baden-Württemberg durch Ministerpräsident Lothar Späth. Kreidler war Gründungsmitglied beim Verschönerungsverein, bei der Narrenzunft und im Förderverein Salzstetter Schlössle. Jahrzehnte lang war er Mitglied beim Eisenbahner Sportverein Memmingen, Abteilung Wandern. Seine Zeit bei der Bundeswehr wirkte nach: 40 Jahre danach organisierte Kreidler ein Kameradschaftstreffen im Jahr 2003 in Salzstetten für die Ehemaligen des 4.Feldartilleriebataillons 101.

Geboren in Horb, ist Kreidler als Zweitjüngster mit elf weiteren Geschwistern in der Salzstetter Mühle aufgewachsen. Goldene Hochzeit feierten er und Hannelore, geborene Kneißler, im Jahr 2017. Im August 1967 heiratete er die waschechte Salzstetterin. Es war die letzte öffentliche Hochzeit im Gemeindesaal Salzstetten. Die Musikkapelle begleitete das Hochzeitspaar vom Wohnhaus zur Kirche. Die Kinder Klaus (1967) und Ute (1968) trauern um ihren Vater und die Enkel Lena (1994), Jana (2000), Jule (2000) und Linus (2015) um ihren Opa. Zuletzt hatte Siegfried Kreidler große Freude an seinem Stammhalter Linus. Ergreifende Momente erlebt er 2002, als er zusammen mit seinem Sohn Klaus in der Normandie das Grab seines Bruders Andreas (1925-1944) besuchte, der dort im Krieg gefallen ist.

Garten als Hobby

Bei Raumausstatter Hug in Horb erlernte er Polsterer und Tapezierer. Nach der Lehre arbeitete er bei Daimler in der Sattlerei. 40 Jahre lang (1963 bis 2003) war er bei der einheimischen Firma Frank Plastic als Kunststoffwerker beschäftigt. Hobbygärtnerei und Kochen sind zu seinen Steckenpferden geworden. Sein Gartenparadies, das er zu Hause in der Horber Straße geschaffen hatte, war bis zum Schluss seine Erfüllung. Erholung suchte das Ehepaar Kreidler im Allgäu, wo sie in Gunzesried für 30 Jahre geehrt worden sind. Aufgrund seiner Freundschaft zu einem Bregenzer Senner durfte Siegfried Kreidler zweimal an einem Viehscheid mitwirken. Er galt als geselliger Mensch. Bis zuletzt ist ihm das Allgäu zur zweiten Heimat geworden. In Salzstetten pflegte er Stammtisch-Freundschaften und bis zuletzt schlug sein Herz für seine Sportfreunde.

Das Requiem findet heute, Mittwoch, 19. Juni, um 13.30 Uhr in der katholischen St. Agatha-Kirche in Salzstetten statt. Anschließend ist die Beerdigung auf dem Friedhof.

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