Kosten liegen nach der neuesten Schätzung bei 4,2 Millionen Euro / Mehrere Faktoren treiben Summe nach oben

Von Eberhard Wagner Waldachtal. Die vorgegebene Kostendeckelung für den Bau des Kinderhauses von 3,3 Millionen Euro wurde um rund 872 000 Euro gesprengt. Das Architekturbüro Michael Weinel & Junior kommt nach einer überarbeiteten Kostenschätzung des gewählten Bauentwurfs auf rund 4,2 Millionen Euro. Die Gemeindeverwaltung erklärte in der Gemeinderatssitzung, dass die vorhergehende Kostenschätzung im Januar von den fischerwerken mit einer Bruttogeschossfläche (BGF) von nur 1650 Quadratmetern errechnet wurde. Tatsächlich wird das Kinderhaus jedoch rund 25 Prozent mehr BGF (2161 Quadratmeter) aufweisen. Allein die Bohrpfahlgründung sowie die Flächen- und Ringdräne werden laut Bodengrundachten etwa 312 000 Euro Anteil an der Kostensteigerung haben.

Dieses Gutachten lag zum Zeitpunkt der vereinbarten Kostendeckelung weder den fischerwerken noch dem Gemeinderat vor.

Bei der Versorgung der Heizenergie setzt sich die Verteuerung fort: hier sieht der Architekt vor, die Wärmeversorgung des Kinderhauses zu 60 Prozent mittels Energiepfählen und einer Wärmepumpenanlage (Geothermie) zu gewährleisten. Der restliche Wärmebedarf werde über das bestehende Blockheizkraftwerk erfolgen. Hier entstehen Mehrkosten von rund 47 000 Euro.

Letztlich schlägt die Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung mit zirka 70 000 Euro zu Buche. Auch diese Ausgaben war in der ersten Kostenschätzung der fischerwerke nicht vorhanden.

Einsparmöglichkeiten gibt es aus der Sicht der Gemeinde wenige oder fast gar keine. Eine räumliche Verschiebung des Gebäudes Richtung Röteweg hat keinen finanziellen Vorteil, weil auf dem gesamten Gelände eine Bohrpfahlgründung notwendig ist, eventuelle Einsparungen am Raumprogramm würde bei dem Kommunalen Verband für Jugend und Soziales zur Gefährdung der Betriebserlaubnis führen. Das Energiekonzept des Architekten sei empfehlenswert.

Mit der Steigerung der Baukosten werden sich aber auch die Zuschüsse von der Fachförderung und des Ausgleichsstocks erhöhen; außerdem sagte Unternehmer Klaus Fischer angesichts der Kostensteigerung eine zusätzliche Beteiligung von 250 000 Euro zu, was dessen Anteil am Kinderhaus auf satte 750 000 Euro erhöhen wird. Sollte die Gemeinde ein kleineres Kinderhaus planen wollen (4 Kiga-Gruppen, drei Kleinkindgruppen), wird Fischer sich mit "nur" 500 000 Euro beteiligen und die Zuschüsse werden ebenfalls gekürzt.

Am Ende würde die Gemeinde trotz Verkleinerung mit rund 82 000 Euro schlechter stehen als vorher. Außerdem, so Bürgermeister Heinz Hornberger, sei mit der "kleinen Variante" der ermittelte Bedarf nicht erreicht. Mit allen Zuschüssen und Spenden fehlen der Gemeinde zum Bau des Kinderhauses nur rund 440 000 Euro. Diese sollen entweder durch Veräußerung von Grundvermögen oder notfalls mit einer Kreditaufnahme abgedeckt werden. "Das Darlehen wäre vertretbar für Waldachtal", sagte Hornberger. "Immerhin benötigen wir nur rund 10 Prozent der Gesamtbaukosten."

Es sei eine pure Selbstverständlichkeit, dass eine Arbeitsgruppe das große Objekt Kinderhaus begleiten werde und im Interesse des Bauherren auch auf Einsparmöglichkeiten achten werden. Hornberger dankte noch einmal Klaus Fischer für die Spende und Kostenbeteiligung am Kinderhaus.

Mit einer Gegenstimme, einer Enthaltung und zwei abgerückten, für befangen erklärten Gemeinderäten, beschloss der Gemeinderat den Bau des Kinderhauses mit fünf Kindergarten- und vier Kleinkindgruppen.