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Waldachtal Hilfe für die "Gestalten im Verborgenen"

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Foto: Pleul Foto: Schwarzwälder Bote

Die Anschaffung von Streuobstbäumen und Vogel-Nistkästen hat der Naturschutzbund (Nabu) Waldachtal bereits unterstützt. Aber, sagt Vorsitzender Stefan Greza, "immer das Gleiche geht ja auch nicht" – deshalb sind jetzt die Fledermäuse an der Reihe.

Waldachtal. 25 Fledermausarten sind in Deutschland heimisch – die meisten von ihnen auch in Baden-Württemberg. Doch die Fledermaus-Populationen schrumpfen: Die Rote Liste der baden-württembergischen Landesanstalt für Umwelt nennt 17 Fledermausarten, die entweder vom Aussterben bedroht sind oder wegen des geringen Bestands unter Beobachtung stehen. Zwar stoßen die Fledermäuse vor Ort kaum auf natürliche Feinde, dafür hätten sie aber damit zu kämpfen, dass die Menschen durch intensive Land- und Forstwirtschaft ihre natürlichen Lebensräume zerstören und Nahrungsquellen reduzieren würden, heißt es in einer Mitteilung des Nabu Waldachtal.

Nicht mehr genügend geeignete Unterschlupfe

Speziell der Mangel an geeigneten Unterschlupfen sei einer der Gründe, wieso es um die heimischen Fledermauspopulationen so schlecht stehe, erklärt Greza. "Fledermäuse, die in Siedlungsgebieten leben, suchen normalerweise in Rissen und Nischen oder auf geräumigen Dachböden Unterschlupf." Leider würden solche potenziellen Quartiere für die "Gestalten im Verborgenen" – so nennt Greza die Tiere, weil sie meist nachts und vom Menschen größtenteils unbemerkt unterwegs sind – immer seltener.

Nicht zuletzt liegt das auch an Modernisierungsmaßnahmen am Haus, teilt der Nabu Baden-Württemberg mit: "Spalten und Ritzen an Gebäuden werden zwecks Wärmedämmung verschlossen. Energiesparenden Häusern fehlt es an Lücken im Gemäuer, Einfluglöchern in Dachstühlen und Spalten unter den Dachziegeln." Mit einer Artenschutzaktion will der Nabu Waldachtal diesem Quartiermangel entgegen wirken: Der Verein bietet drei Fledermausquartiere zum Kauf an – und unterstützt alle interessierten Waldachtaler, indem er rund 50 Prozent des Katalogpreises übernimmt.

Zu Auswahl stehen ein Fledermauskasten-Bausatz aus Lärchenholz für 6 Euro statt für 11,80 Euro, ein mittelgroßer Fledermauskasten für 15 Euro statt für 29,99 Euro und ein Fledermausfassadenquartier für 50 Euro statt 112,62 Euro. Auch Einwohner der umliegenden Gemeinden können sich an der Aktion beteiligen und die Fledermausquartiere zum Katalogpreis ordern – die Versandkosten übernimmt in jedem Fall der Nabu. Eine konkrete Erwartung bezüglich der Resonanz hat Greza nicht, "wir sind aber für alles gerüstet".

Einheimische Bäume und Sträucher planzen

"Mit der Aktion wollen wir Quartiere ersetzen, die durch modernen Hausbau und Eingriffe in die Natur verloren gegangen sind", sagt Greza. Dazu müsse man nichts weiter tun als ein oder mehrere Quartiere am eigenen Haus anzubringen. Das sei zwar keine Garantie dafür, dass die Fledermäuse dieses Quartier dann auch benutzen, aber mit der Anzahl der Fledermausquartiere steige natürlich auch die Wahrscheinlichkeit, dass sich wirklich einige der Tiere für einige Nächte einnisten. "Ich denke, dass man in ein paar Nächten im Jahr Besuch hat", schätzt Greza. Immerhin würden Fledermäuse ihr Quartier etwa in Folge von Wetterwechseln und Temperaturschwankungen häufig wechseln.

"Man kann natürlich auch darüber hinaus noch tätig werden", betont Greza. Wer einen Garten hat, könne diesen beispielsweise so natürlich wie möglich gestalten. "Das bedeutet, dass man es vermeidet, Kies zu streuen, und dass man einheimische Bäume oder blühende Sträucher anpflanzt, die Insekten anlocken." So könne man mithelfen, dass die Fledermäuse genügend Nahrung vorfinden. Die fliegenden Säugetiere ernähren sich nämlich hauptsächlich von Insekten.

Weitere Informationen: Bis 28. Februar können die Fledermaus-Quartiere auf der Homepage des Nabu Waldachtal, www.nabu-waldachtal.de, oder bei Gaby Greza, Telefon 07445/8598073, bestellt werden.

Ihre Redaktion vor Ort Horb

Florian Ganswind

Fax: 07451 9003-29

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