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Schwerlastverkehr erhöht sich nur marginal /

In Horb-Heiligenfeld steht ein Güterterminal auf der Agenda. 72 Schwerlastfahrzeuge sollen voraussichtlich das geplante Servicezentrum täglich anfahren und wieder von dort abfahren. Ist das für die Waldachtaler ein Grund zur Aufregung?

Waldachtal-Tumlingen/-Cresbach. Die Gemeinde Waldachtal wurde als Nachbarkommune wie Verfahrensbeteiligte zum Bebauungsplan "Intermodales Servicezentrum Horb" Gemarkung Horb-Altheim angeschrieben und um Stellungnahme gebeten. Das Vorhaben hängt mit dem in Horb-Heiligenfeld geplanten Güterterminal zusammen. Im Verkehrsgutachten der "Bernard Gruppe" (Aalen) wurden auch die Verkehrsbeziehungen in Richtung Waldachtal (Salzstetten und Tumlingen) dargestellt. In diesem Gutachten wird davon ausgegangen, dass insgesamt durchschnittlich pro Tag 72 Schwerlastfahrzeuge (mehr als 3,5 Tonnen) das geplante Servicezentrum anfahren und wieder von dort abfahren.

Die Hauptverkehrsbeziehungen sollen sich zu 45 Prozent in Richtung Nagold entwickeln. In Richtung Waldachtal-Tumlingen verteilt sich der Verkehr mit zwölf Prozent am Tag. Da angrenzend noch weitere Nutzungen vorgesehen sind, wird in der Summe (Kombi-Terminal, Depot, Nebennutzungen) von maximal 284 Schwerverkehrsfahrten am Tag, sowie circa 195 Fahrten durch Beschäftigte und sonstige Verkehre im Straßennetz ausgegangen.

Laut Gutachten erhöht sich dadurch der Schwerverkehr in Waldachtal-Tumlingen von 18 auf 24 Fahrten am Tag, 60 Fahrten werden in Richtung Schopfloch/Freudenstadt angenommen. Die Fahrten der Nebennutzungen orientieren sich laut dem Gutachten stärker in Richtung der Bundesstraßen sowie der Autobahn.

Die Gemeindeverwaltung geht davon aus, dass ein größerer Teil der Fahrten Ziel- und Quellverkehr der ortsansässigen Firmen von Waldachtal ist. Im Ortschaftsrat Tumlingen wurden am vergangenen Montag Befürchtungen laut, dass der Schwerverkehr in Richtung Freudenstadt die Ortschaft Tumlingen durchqueren könnte. "Wenn die nach dem Navi fahren, dann kommen sie durch Tumlingen", vermutete Mario D’Avino. Ortschaftsrätin Désirée Knebel teilte dahingehend Bedenken mit, dass die vermutete Mehrbelastung des Schwerverkehrs die CO2-Belastung erhöhen könnte, was eventuell auch Auswirkungen auf den Kurort Lützenhardt hätte. Ortsvorsteher Kurt Kübler stellte abschließend fest, dass der Schwerlastverkehr nur marginal steigen werde. Er plädierte jedoch dafür, dass auf die Umgehungsstraße Schopfloch Richtung Freudenstadt ausdrücklich hingewiesen werden soll.

In Cresbach setzten sich die Räte am selben Abend unter anderem mit dem grundsätzlichen Nutzen des geplanten Güterterminals auseinander. Stefan Hayer machte hierbei auf die "Bürgerinitiative Heiligenfeld" aufmerksam, welche sich aus Bürgern der Ortschaften Altheim, Talheim und Grünmettstetten zusammensetzt und sich klar gegen das Güterterminal ausspricht. "Die Container kommen so oder so", argumentierte Gemeinderat Friedrich Gerhard. Grundsätzlich müsse ein solches Vorhaben befürwortet werden, wenn der Verkehr von der Straße auf die Schiene umgeleitet werden soll. "Ganz verschont bleiben wir nicht. Ich glaube aber, dass sich der Verkehr hauptsächlich auf die Bundesstraßen und die Autobahn verteilen wird", warf Ortsvorsteher Gebhard Weißgerber ein.

Abschließend kamen die Räte zu dem Ergebnis, dass das Vorhaben nur zu einer geringen Erhöhung des Schwerlastverkehrs in den Ortsdurchfahrten der Gemeinde Waldachtal führt und aufgrund der räumlichen Entfernung sonst keine erkennbaren Auswirkungen gesehen werden.

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