Sie arbeiten in dem neuen Verein "Helfende Bürger Waldachtal" (von links): Johann Tschositsch, Rudolf Emele, Erika Burkhardt, Heinz Hornberger, Christa Schmelzle, Bernd Mettler, Artur Fischer, Peter Spang und Kurt Maurer. Foto: Jetter

Verein "Helfende Bürger Waldachtal" gegründet. Ziel ist es, für Jung und Alt die Lebenssituation zu verbessern.

Waldachtal - Der Verein "Helfende Bürger Waldachtal" ist am Montag aus der Taufe gehoben worden. Gleich zehn Bürger sind in den Verein eingetreten.

Dabei dürfen in der nächsten Zeit weitere Beitritte erwartet werden. Denn rund 100 Besucher haben Interesse gezeigt – zumindest wurden so viele Vordrucke einer Beitrittserklärungen ausgegeben.

Die Verantwortlichen der Arbeitsgruppe waren ob der großen Resonanz überrascht, Bürgermeister Heinz Hornberger war gar "überwältigt". Rund 100 Mitbürger fanden sich im Gemeindesaal Tumlingen ein. Starken Anteil an der Versammlung nahm Ehrenbürger Professor Artur Fischer, der mit einer Spende von 20.000 Euro dazu beiträgt, dass der Verein gut in die Startlöcher kommt. Professor Klaus Fischer, der dienstlich im Ausland weilte, ließ Grüße ausrichten. Auch er gibt sich spendabel und spendet die Möblierung des Vereinsbüros, im Gebäude der Volksbank beim Rathaus Tumlingen sowie die Ausstattung.

Bürgermeister warnt vor Überalterung der Gesellschaft

Hornberger führte aus, dass die Gesellschaft immer älter werde. Es gebe die Gefahr der Überalterung. Er mahnte: "Eine Gesellschaft wird künftig daran gemessen werden, wie sie mit ihren älteren Mitbürgern umgeht." Der aufkommende Hilfebedarf könne mit dem neuen Verein abgedeckt werden.

Die Ziele des Vereins klärte Tumlingens Ortsvorsteher Rudolf Emele. Der Anstoß für den Verein sei vor zwei Jahren gefallen. Die dramatische demografische Entwicklung sei die Ausgangslage. So gab es laut Emele 2010 in Waldachtal 405 Einwohner (6,9 Prozent der Gesamtbevölkerung), die über 75 Jahre alt sind. 2030 seien es wohl bereits 657 (12,4 Prozent). Der Anstieg um 62 Prozent löse einen Bedarf an Hilfe aus. Es müsse Strukturveränderungen geben. Einander zu helfen sei das Gebot der Zeit. Unterstützungen, Hilfestellung und Betreuungen müssten geleistet werden. Artur Fischer drückte es so aus: "Das Ganze ist eine Frage des Herzens, darauf kommt es bei der Hilfe an." Er erhielt großen Beifall.

Verein will Lebensqualität verbessern

In einer Fragerunde kam das Publikum zur Sprache. Das klassische Beispiel der Schneeräumung durch Ältere wurde etwa angeführt, kein Verein wolle da helfen. Man hielt fest, dass man Erfahrungen sammeln will und darauf basierend das Betätigungsfeld festlegt. Manche Anregung der Bürger wurde aufgenommen.

Peter Spang, ein Mitglied der Arbeitsgruppe, stellte die Satzung vor. Unter "Satzungszweck" waren die Bereiche aufgelistet, die bei den Hilfen für ältere und hilfsbedürftige Menschen auftreten, wie bei der kurzzeitigen Beaufsichtigung eines Kindes aufgrund eines Not- oder Unglücksfalles. Allgemeines Ziel ist, für Jung und Alt die momentane Lebensqualität zu verbessern.

Die Wahlen waren rasch abgewickelt. Wahlleiter Dieter Fischer gab folgendes Ergebnis bekannt: Vorsitzende ist Erika Burkhardt, stellvertretender Vorsitzender Peter Spang, Kassierer ist Bernd Mettler, den Schriftführer-Posten übernimmt Johann Tschositsch. Beiratsmitglieder sind: Heinz Hornberger, Rudolf Emele und Christa Schmelzle. Das Amt des Kassenprüfers bekleiden Kurt Maurer und Rul Jetter. Alle Amtsinhaber wurden einstimmig gewählt. Der Mitgliedsbeitrag wurde auf 15 Euro pro Jahr festgelegt. Der Verein wird beim Amtsgericht Horb in das Vereinsregister eingetragen.

In ihrem Schlusswort appellierten die neuen Vorsitzenden: "Wir brauchen Helfer". Vier Helfer meldeten sich sogleich. Man wünschte sich gegenseitig Mut für die Zukunft. Ehrenbürger Artur Fischer fasste zusammen: "Ich erlebte den Abend sehr positiv, der gute Geist, der hier zu spüren war, wird uns weitertragen und die anstehenden Aufgaben erfüllen lassen."

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