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Waldachtal Blumeninsel dankt für Unterstützung

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Der schwäbische Pater Anton Kappler arbeitet selbst im Alter von 77 Jahren noch auf den Plantagen der Steyler-Mission auf der indonesischen Insel Flores mit.Foto: Kolpingsfamilie Salzstetten Foto: Schwarzwälder Bote

Von Walter Maier

Seit vielen Jahren fördert die Kolpingsfamilie Salzstetten mit ihrer jährlichen Aktion Entwicklungshilfe auch die Arbeit des schwäbischen Steyler-Missionars Anton Kappler in Indonesien. 14 000 Kilometer von hier entfernt, berichtet der katholische Pater über seine tägliche Arbeit.

Waldachtal-Salzstetten. "Seit vielen Jahren unterstützen Sie, liebe Kolpingsfamilie Salzstetten, durch die Vermittlung meines väterlichen Freundes Pater Paul Zepp mich und unsere seelsorgliche Arbeit in außerordentlicher Weise. Dafür sage ich Ihnen auch heute mein herzliches Vergelt’s Gott", schreibt der 77-jährige schwäbische Missionar. Der frühere Steyler-Provinzial Professor Paul Zepp (1917-2002) stammt aus Salzstetten und hat dieses Missionsprojekt zu seinen Lebzeiten vermittelt.

Gottesdienste für Kinder und Senioren geschlossen

"Da ich nicht mehr in der aktuellen Seelsorge arbeite und nur die beiden Stationen mitbetreue, bitte ich Sie, Ihre bisherige Unterstützung für uns weiterhin mir und meinen drei Mitbrüdern in der Steyler-Mission zugute kommen zu lassen", bittet Kappler.

Die seelsorgerliche Arbeit in diesen Pfarreien sei umfassend und die dafür benötigten Mittel seien sehr beschränkt. Gern erinnert sich Pater Anton an die mehrmaligen Besuche in Salzstetten während seiner Heimaturlaube. "Ich durfte sie kennen und schätzen lernen bei unseren Begegnungen in den vergangenen Jahren. Allen lieben Förderinnen und Förderern gilt auch mein herzliches Vergelt’s Gott."

Zur aktuellen Lage berichtet der Steyler-Pater: "Corona hat uns zwar nicht erreicht – erwischt ist vielleicht das bessere Wort– doch die allgemeinen Folgen sind auch bei uns sicht- und spürbar: Schmalspur im Schulbetrieb, auf Abstand, Mundschutz."

Die Kirchen seien zwar seit Wochen wieder offen, doch Kinder und Senioren dürften an den Gottesdiensten nicht teilnehmen. "Für uns hier waren sie immer offen, gab es doch keinen akuten Fall von Corona", bestätigt Pater Anton. Die Regelungen hätten Folgen: Taufen, Erstkommunion werden auf das nächste Jahr verschoben. Trauungen geschehen sehr vereinzelt mit wenig Anwesenden.

Im Alltag läuft das gewohnte Leben weiter, so auch in Maumere und Larantuka. Mundschutz wird stets angeraten. Kappler stellt in Frage: "Dass solche Bestimmungen für Jawa, besonders den Osten, Surabaya, gelten, ist einsichtig, doch für unser Gebiet auch?"

Weihnachten 2020 soll in neuer Kirche gefeiert werden

Hunderte Erholungssuchende aus Larantuka und Umgebung kommen nach Tanameang an die Küste, um einen Felsen zu bewundern, der nahe dem Ufer aus dem Meer herausragt, und sich am Abend über den Sonnenuntergang freuen. Der rote Ball versinkt unmittelbar im Meer. "Da zählt kein Abstand und Mundschutz. Unter den Besuchern sind sicher auch höhere Beamte.

Seither kamen Spenden aus Salzstetten auch der Kindergartenarbeit auf der Insel Flores zugute. Kappler: "In Tanameang ist die Gefahr, dass in drei Jahren eine Kindergarten-Pause für zwei Jahre eintritt." Dafür sorge die von der Regierung so hochgespielte, teilweise erzwungene Familienplanung. "In Pagong erhält der Kindergarten Unterstützung von der Regierung. Doch wenn Not am Mann ist, kommt beiden Einrichtungen Hilfe zu."

Zum Neubau eines katholischen Kirche berichtet der deutsche Steyler-Pater: "Die Innenausstattung der Kirche in Tanameang ist fast abgeschlossen. Der Boden ist vertäfelt, bei dem vielen Staub eine Notwendigkeit. Die Mauern sind verputzt und mit angenehmer Farbe bestrichen."

Nur die Luftsteine, die bei der Hitze ständigen Luftstrom ermöglichen, seien noch roh. "Jetzt sind die Handwerker und Leute am Verputzen der Außenwände. Ob nach Abschluss der Arbeiten noch ein kleiner Turm an der Eingangstür errichtet wird, lassen wir offen."

Geplant ist, dass in die neue Kirche zu Weihnachten 2020 zum Gottesdienst eingeladen werden kann. "Dank Ihnen, liebe Kolpingsfamilie und liebe Salzstetter. Ohne Sie wäre die Kirche auch heute noch in der Planung. Dessen ist sich die kleine Gemeinde sehr bewusst."

Ansonsten machen die landwirtschaftlichen Projekte der Steyler auf der Blumeninsel Fortschritte. "Wir ernteten Cashew-Nüsse, die immer zahlreicher reif werden. Die riesigen Bäume tragen Millionen Blüten. Bis in den November hinein dauert die Ernte", schildert Pater Anton die Freude über Ertrags-Erfolge. "Auch unsere Kakao-Produktion geht voran." Fachleute hätten allerdings festgestellt, dass die Bäumchen unbedingt einer Verjüngung durch Okulation, einer Veredlung, bedürfen.

Cashew- und Kakao-Ernten werden immer zahlreicher

Auch diese Arbeit sei sehr aufwendig. Zweimal in der Woche müssen die Kakao-Pflanzen gegossen werden. Schläuche erleichtern zum Glück diese Arbeit. "Auf Gemüse-Anbau verzichteten wir in diesem Jahr. Nur Zwiebeln und Gelbe Rüben wurden angepflanzt."

Der schwäbische Pater scheut selbst im fortgeschrittenen Alter keine Arbeit: "Zu acht sind wir also voll ausgelastet, da noch die Pflege des Bodens und Gräben für Laub und verfaulendes Holz sowie die Wasserspeicherung für die Regenzeit hinzukommen." Der katholische Missionar, der seit Jahrzehnten auf der Insel im Pazifischen Ozean tätig ist, hält es mit Papst Johannes XXIII: "Leben aus dem Glauben lässt Angst verschwinden, gewährt innere Freiheit und Freude, Zukunft." Der 77-jährige zeigt sich Salzstetten und allen Förderern verbunden: "Ihnen allen Gottes Segen bei ihrem Dienst in der Nachfolge unseres seligen Adolph Kolping, verbunden mit meinen herzlichen Grüßen."

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