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Waldachtal 90 Jahre und noch fit wie ein Turnschuh

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Gerhard Martini in Tumlingen wird am Donnerstag 90 Jahre alt.Foto: Maier Foto: Schwarzwälder Bote

Für den weitum bekannten Tumlinger Malermeister Gerhard Martini runden sich am heutigen Donnerstag neun Lebensjahrzehnte. Kommunalpolitik und der Fußballsport zählen zu seinem Lebenselixier.

Wal dachtal-Tumlingen. 30 Jahre gestaltete er die Geschicke seiner Heimatgemeinde als Gemeinde- und Ortschaftsrat aktiv mit. Und 20 Jahre lang schnürte er die Fußballschuhe für seinen SV Tumlingen-Hörschweiler. Zwei Jahrzehnte lang engagierte er sich als Jugendtrainer und -betreuer im Sportverein. Die Jugendarbeit lag Gerhard Martini stets sehr am Herzen. 90 Jahre und noch fit wie ein Turnschuh: Mehrmals in der Woche ist er mit seinen Nordic-Walking-Stöcken in Wäldern unterwegs.

Der heute 90-Jährige heiratete 1962 Inge Rothfuß aus Tumlingen, die inzwischen 80 Jahre alt ist. Der kirchlichen Trauung in der evangelischen Kirche schloss sich die Feier im Gemeindesaal an. Das Paar schenkte vier Kindern das Leben: Ute Hagen (1963), Baiersbronn, Konrad Rothfuß (1964) Weil der Stadt-Merklingen, Beate Bartel (1967) Lichtenwald-Thomashardt, Kreis Esslingen, Axel Martini (1972), Tumlingen. Fünf Enkelkinder gratulieren dem Opa zu seinem Ehrentag: Sarah, Carolin, Tim, Mika und Luc. 2012 feierten Gerhard und Inge Martini ihre Goldene Hochzeit.

Die Wiege des heutigen Jubilars stand im Elternhaus unmittelbar neben dem Gasthaus Ochsen. Das Gebäude ist inzwischen abgebrochen worden. Aufgewachsen ist er als ältestes Kind von Landwirt Christian Martini und Mathilde, geborene Springmann (Gasthaus Ochsen) mit seinen beiden jüngeren Schwestern Elise und Martha, die auf tragische Weise bei einem Traktorunfall ums Leben gekommen ist. In der Kleinlandwirtschaft ging es typisch schwäbisch zu: Schaffen und Sparen. "Bei mir hat es nur Schaff- und Schulhäs gegeben", erinnert sich der Tumlinger. Er habe immer viel arbeiten müssen. Nach dem Besuch der Realschule in Dornstetten machte er ab 1946 eine Ausbildung als Maler bei Kammerer in Freudenstadt. Als Geselle war er dort noch drei Jahre tätig und weitere Jahre bei Maler Haier in Freudenstadt.

Meisterprüfung abgelegt

1958 legte er die Meisterprüfung vor der Handelskammer Reutlingen ab. Fortan arbeitete er bei Schwiegervater Konrad Rothfuß in Tumlingen. 2010 konnte das Malergeschäft im Gemeindesaal sein 100-jähriges Jubiläum feiern. In dritter Generation führte Gerhard Martini von 1976 insgesamt 22 Jahre lang den Betrieb, der zuweilen fünf bis acht Mitarbeiter zählte. Als Selbstständiger gab es für ihn lange Zeit eine Sieben-Tage-Arbeitswoche. Sein Sohn, Malermeister Axel Martini, übernahm das Malergeschäft im Jahr 1998. In vierter Generation. Dieses Jahr kann die Maler-Dynastie auf 110 Jahre zurückblicken.

"Fußball hat mich ausgefüllt", erklärt Martini, dessen Herz für das runde Leder schlägt. In den 1950er-Jahren, so erinnert er sich, habe er aktiv für den SV Tumlingen-Hörschweiler mit guten Fußballern wie Wilhelm Rieger, Otto Rothfuß und Walter Martini Fußball gespielt. Nach der aktiven Zeit engagierte er sich als Jugendtrainer und -betreuer für Fußball-Jugendmannschaften aller Altersstufen. Der Förderer ist mittlerweile Ehrenmitglied beim Sportverein. Er bedauert die Kommerzialisierung des Fußballsports. Und: "Die Jungen wollen sich nicht mehr anstrengen." Einen ausgesprochenen Lieblingsverein habe er nicht. Aber am ehesten sympathisiere er noch mit Fußball-Bundesligist SC Freiburg, wo die Trainer Volker Finke und Christian Streich gute Arbeit geleistet haben. Dieser Verein habe immer gute Spieler hervorgebracht. Ehrenmitglied ist er auch beim Schwarzwaldverein und im Gesangverein Harmonie. Als passives Mitglied unterstützt er den Schützenverein Edelweiß.

Ehrenamtlich engagiert

Ehrenamtlich engagierte sich Martini beim Bau der Schellenberghütte, beim Neubau des Sportheims und beim Umbau zum Bürger-Treff. Mit Blattgold erneuerte er fachgerecht das Kreuz der Friedhofskapelle. Er ist gern unter Leuten und ein guter und netter Unterhalter. Als Stammgast besucht er so oft es ihm möglich ist die "Schenke & mehr" in Tumlingen, um mit Leuten ins Gespräch zu kommen. "Der Dorf-Treffpunkt in Tumlingen ist eine gute Sache", sagt der bodenständige Jubilar. Das "Wolga-Lied" des Südtiroler Startenors Rudy Giovannini gehe ihm zu Herzen wie Melodien von André Rieu. Zuletzt hat er gern die Konzerte von Rudy in Salzstetten besucht und bedauert es, dass diese nicht mehr weitergeführt werden können. "Natur bedeutet mir viel", erzählt Martini. Er genieße die gute Waldluft in den Wäldern. Bewegungstherapie lautet sein Credo und ist gleichzeitig sein gesundheitliches Geheimrezept: "Als 90-jähriger schaue ich, dass ich beweglich bleibe. Ich möchte mich fit halten. Das tut mir spürbar gut", schmunzelt er. Mehrmals in der Woche ist er für eine Stunde als Nordic-Walker unterwegs. Ansonsten schätzt er die Gymnastik- und Schwimmen-Angebote der Herzsport-Gruppe Salzstetten, die er in Anspruch nimmt. "Dass ich 90 werden durfte, das ist ein Wunder." Dafür sei er sehr dankbar. "Ich bin sehr zufrieden, dass ich das überhaupt erleben darf." Er könne das hohe Alter noch genießen. Der vitale Jubilar formuliert seinen Wunsch für die kommenden Jahre: "Dass meine Frau und ich noch möglichst lange daheim wohnen können."

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