Die Gemeinde nimmt durch Holzverkäufe 2025 wohl 160 000 Euro ein. Dafür sind die Erwartungen von Förster Michael Gues ans nächste Jahr weitaus geringer.
„Alle Jahre wieder“, so formulierte es Dobels Bürgermeister Christoph Schaack, ist der Wald Thema im Gemeinderat. Nicht immer sind allerdings die Nachrichten so erfreulich wie am Dienstagabend.
Förster Michael Gues und Jan-Eugen Heckmann von Malotka von der unteren Forstbehörde im Calwer Landratsamt gaben den Gemeinderäten in der Sitzung Einblick in den Gemeindewald. Vor allem aber berichtete Gues von einem Überschuss von fast 86 000 Euro im Jahr 2025.
Umwelteinflüsse Heckmann blickte zuerst aufs Wetter: Eine extrem trockene Phase im März bescherte den Bäumen einen frühzeitigen Trockenstress. Im Sommer lagen dann die Temperaturen deutlich über dem Mittel. Auch die ungleiche Verteilung von Trockenphasen und Starkregenereignissen machte dem Wald zu schaffen.
All das ließ nichts Gutes verheißen mit Blick auf den Borkenkäfer. „Es sieht aus, als hätten wir einen hohen Befallsdruck“, zitierte Heckmann Warnungen, die im Frühjahr zu hören waren. „Wir haben dann aber Glück gehabt.“ Kühlere Phasen und Regen machten wiederum dem Borkenkäfer zu schaffen.
Nachfrage nach Holz ist plötzlich groß
Verkalkuliert Die Sägewerke indes hatten fest mit ihm gerechnet, oder genauer mit dem Holz, das durch Käferbefall massenhaft anfallen könnte. Ihre Lager ließen sie deshalb leer. Als dann kein Käferholz anfiel, war die Nachfrage plötzlich groß. Für die Waldbesitzer bedeutete das bessere Preise – wovon auch die Gemeinde Dobel profitierte. „Wetter, Käfer, Holzpreis“: Alles drei hängt nach den Worten von Jan Heckmann miteinander zusammen.
Holzernte Entscheidend ist freilich auch die Holzernte. Und die kommt gut voran. Innerhalb von zehn Jahren – 2022 bis 2031 – sollen im Dobler Gemeindewald 9300 Festmeter Holz eingeschlagen werden. Gues geht davon aus, dass es im laufenden Jahr 2180 Festmeter werden (Plan 2025: 2640 Festmeter). Käfer- oder Sturmholz – Förster sprechen dabei von „zufälliger Nutzung“ – fiel bisher gar keines an.
Michael Gues rechnet mit fast 160 000 Euro an Erträgen aus dem Holzverkauf. Zusammen mit Miet- und Pachteneinnahmen, Fördergeldern und Zuweisungen dürften so „stolze 168 000 Euro“ Ertrag zusammen kommen, sagte Gues. Am Ende, nach Abzug der Ausgaben, stünden unterm Strich fast 86 000 Euro Gewinn. „Das Präsentieren macht bei solchen Zahlen natürlich mehr Spaß“, meinte der Förster.
Ausblick So geht es allerdings im kommenden Jahr nicht weiter. Laut Planung sollen 2026 nur 600 Festmeter Holz geerntet werden. Das schlägt sich in den Finanzen nieder: So rechnet Michael Gues mit 34 800 Euro aus dem Holzverkauf und am Ende einem Gewinn von 2770 Euro. „Immer noch ein positives Ergebnis“, meinte er.
Gemeinderäte stimmen geschlossen für Auszahlung
Ablösungswald Angesichts des positiven Ergebnisses 2025 stimmten die Gemeinderäte geschlossen dafür, das Holzgeld aus dem Ablösungswald zu 100 Prozent auszuzahlen.
Dieser Ablösungswald ist eine Dobler Besonderheit, ein Relikt aus der Vergangenheit. Einst hatten Bürger Nutzungsrechte am Wald, erhielten Brennholz. Ab 1959 gab es dann statt Holz Geld. Wer noch ein solches Los hat, der erhält bis heute einen finanziellen Ausgleich. Je nachdem, wo sich sein Los befindet, 50 oder 70 Euro.
Stirbt einer derer, die noch Anspruch auf Holzgeld haben, so geht das Los an die Gemeinde. Nur noch elf Lose befinden sich im Besitz von Bürgern. „Das wird natürlich sukzessive immer weniger“, erklärte Christoph Schaack.
Sperrungen Gemeinderat Markus Treiber (Pro Dobel) fragte, ob es möglich sei zu kommunizieren, wenn Wege wegen Waldarbeiten gesperrt sind. Das betrifft, so deutete er an, vor allem Arbeiten, die nicht im Gemeindewald stattfinden. Sonst stünden manches Mal Wanderer oder Radfahrer vor Wegen, die nicht nutzbar sind. Eine bessere Kommunikation sei der Wunsch der Gemeinderäte, aber auch der Tourist-Information.
„Es sind ja häufig auch die Kollegen vom Staatswald unterwegs“, antwortete Jan Heckmann und deutete damit an, auf was Treiber wohl abzielte. Doch die Frage nach der Kommunikation ist aus Sicht Heckmanns auch nicht so einfach zu beantworten. So nutzen den Wald Radler, Wanderer, Reiter et cetera: Wo informieren sie sich? Sie alle zu erreichen ist „schwierig, weil es keine zentrale Infoplattform gibt“.
Bürgermeister Schaack will das Thema in jedem Fall beim nächsten Treffen mit ForstBW, zuständig für den Staatswald, kommunizieren.