Auch die Vorbereitung zur Einweihung des neuen Waldkindergartens Bühlingen gehörte im vergangenen Jahr zu den Aufgaben des Revierleiters. Foto: Schmidt

Der Wald in Rottweil-Hausen profitiert von der hohen Nachfrage auf dem Weltmarkt. Derweil bereiten Schädlingsbefall und illegale Müllentsorgung Sorgen.

Der Waldanteil im Ortsteil Hausen ist beachtlich. Kein Wunder also, dass Tobias Burkard die regelmäßigen Besuche von Nico Poier lobte.

 

Poier ist als Revierleiter nicht nur zuständig für den Gemeindewald Deißlingen, sondern aufgrund der gemeinsamen Struktur ebenso verantwortlich für ein Teilgebiet auf Rottweiler Fläche. Mit den Räten diskutierte er über die Entwicklung im „Hausener Wald“ und über die „zunehmenden Müllberge“.

Die Forstwirtschaft nutzte die günstige Marktlage für einen gezielten „Mitnahmeeffekt“. Statt der geplanten 5128 Festmeter wurden auf 550 Hektar 6616 Festmeter eingeschlagen. Mithin eine Steigerung des Hiebsatzes um 119 Prozent. Gleichzeitig entfiel mehr als die Hälfte der Nutzung auf die sogenannte Zufallsnutzung, bedingt durch den Borkenkäfer, so Poier. Während sich die Lage landesweit entspanne, liege der Anteil im Raum Rottweil weiterhin hoch.

1700 neue Bäume gepflanzt

Der Schwerpunkt der Nutzung lag planmäßig im Kehlwald und in Teilen im Holzsteig. Begleitend wurden Pflege- und Verjüngungsarbeiten umgesetzt: Insgesamt 1700 junge Bäume – vor allem Stieleichen und Hainbuchen, ergänzt durch Vogelkirsche, Winterlinde und Spitzahorn – wurden gepflanzt. Neben der Jungbestandspflege wurde der Mischwald gezielt gefördert, Waldwege wurden instand gehalten und durch Naturschutzmaßnahmen, wie Auflichtungen am Bachlauf, wurden auch die Felsenhänge im Eschachtal freigestellt. Laut Poier zeigen diese Eingriffe bereits positive ökologische Effekte.

Auch aus finanzieller Sicht berichtete der Revierleiter von einem positiven Ergebnis. Der Vollzug liege rund 220 000 Euro im Plus. Für den gesamten Stadtwald werde für 2026 ein Überschuss von rund 1,2 Millionen Euro erwartet, ergänzte Ortsvorsteher Hans-Peter Alf. Gab jedoch zu bedenken: „Wir haben auch schon draufgezahlt.“ Als Gründe für die guten Erlöse nannte Poier internationale Marktverschiebungen, unter anderem eine veränderte Nachfrage aus den USA. Gleichermaßen könne die globale Entwicklung auch wieder zu Preisrückgängen führen.

Illegale Müllentsorgung

Sorgen bereite weiterhin das Vermüllen des Waldes. Zunehmend würden Abfälle und Sperrmüll illegal im Wald entsorgt. Alf sprach von katastrophalen Zuständen. Der Ortschaftsrat rief die Bevölkerung zu mehr Aufmerksamkeit auf. Kleinere Müllmengen würden bei Sammelaktionen der katholischen Jugend entsorgt, größere Müllablagerungen übernehme der Bauhof, so Alf.

Weitere Wiederbewaldung

Für das laufende Jahr sei erneut ein hoher Einschlag von 5600 Festmetern vorgesehen. Der eingeschlagene Weg werde konsequent fortgesetzt. Geplant sei die weitere Wiederbewaldung auf 1,8 Hektar mit 4800 Pflanzen sowie zusätzliche Pflegearbeiten und die Jungbestandspflege auf 11,8 Hektar.

Auf Frage von Alf berichtete Poier, dass der Lärmimmission aus Richtung Autobahn und Brücke in diesem Frühjahr eine Aufforstung entgegengesetzt werde.