Aistaig verfügt über relativ viel Wald – allerdings beherrscht dieser vor allem die Steilhänge zum Neckar und ist deshalb nur bedingt nutzbar. Foto: Wagner

Während die Holzernte im Oberndorfer Stadtteil Aistaig 2024 keine Auffälligkeiten zeigte, weisen die bisherigen Temperatur- und Niederschlagsverläufe für 2025 in eine andere Richtung.

Der Leiter des Forstreviers Oberndorf Simon Köninger war zur jüngsten Ortschaftsratssitzung ins Aistaiger Rathaus gekommen, um den Waldbericht für das Jahr 2024 zu präsentieren.

 

Aistaig ist, obwohl flächenmäßig der kleinste der Teilort im Stadtgebiet, die Gemeinde mit dem zweithöchsten Waldanteil, dessen Fläche von 198,9 Hektar sich allerdings überwiegend über die Steilhänge links und rechts des Neckars erstreckt.

Nur wenig Schadholz

Köninger sprach von einem Jahr mit überdurchschnittlichen Temperaturen, jedoch habe sich der Käfer durch die durchgehend hohen Niederschläge nicht ausbreiten können. Man habe nur einem geringen Anteil an so genannten „zufälligen Nutzungen“, etwa durch Käfer, Dürre und Sturm, nachkommen müssen. Im vergangenen Jahr sei deshalb eine planmäßige Waldbewirtschaftung möglich gewesen, berichtete der Forstmann.

Wege in Mitleidenschaft gezogen

Durch die nassen Böden habe es allerdings im Winterhalbjahr beim Holzrücken Probleme gegeben, die Wege seien zwischenzeitlich jedoch alle wieder in ordentlichem Zustand, ergänzte Sim Köninger. Bezüglich des Holzmarktes sprach der Leiter des Forstreviers von einem „sehr stabilen“ Preisniveau, das es im aktuellen Jahr zu halten gelte.

Auch Verkehrssicherung gehört dazu

In Aistaig wurden 2024 rund 215 Festmeter Holz geschlagen, am Herrenhofsträßle 1,6 Kilometer Verkehrssicherung betrieben und im Weiherwald 3,6 Hektar Jugendbestandspflege durchgeführt. Zudem wurde im Weiherwald auf einer Fläche von zehn Hektar Verbissschutz angebracht.

Wald trägt sich selbst

Der Revierleiter ging in seinem Bericht auch auf das laufende Jahr 2025 ein. Hier bewegten sich die Temperaturen bisher ebenfalls weit über dem Mittel, zudem fehlten bisher die Niederschläge. Wenn dies so weitergehe, nähere man sich „einer Katastrophe“, erklärte Köninger.

Nach seinem Bericht stand Simon Köninger noch für Fragen bereit. Dabei teilte er mit Blick auf die von Land und Bund von 50 000 auf 20 000 Euro drastisch gekürzten Fördermaßnahmen mit, dass sich der Oberndorfer Wald selbst finanziere, allerdings ohne große Gewinne zu generieren.

Bürger für Aistaig packen wieder an

Ortsvorsteher Frank Ade teilte bei der Sitzung am Dienstag mit, dass sich die Bürger für Aistaig einmal mehr kräftig ins Zeug gelegt hätten. Verschiedene Wege, wie beispielsweise der Hebammenweg und der Sängerweg, seien in einer Riesenaktion freigeschnitten worden und nun wieder gut begehbar. Auch mache man sich derzeit bei den Bürgern für Bürger Gedanken darüber, das lange nicht mehr stattgefundene Burgplatzfest wieder ins Leben zu rufen.

Verabschiedet hat man sich unterdessen vom Altkleidercontainer: Der „Schandfleck in der Wiesentalstraße“ wurde entfernt.