Schadhafte Nadelbäume sollen durch Laubbäume ersetzt werden. (Symbolfoto) Foto: Kreisforstamt

In der Gemeinde Loßburg gibt es zwei unterschiedliche Bodenarten: Buntsandstein und Muschelkalk. Gerade für Tannen sind Muschelkalkböden nicht von Vorteil. Beschädigte Nadelbäume sollen nun durch Laubbäume ersetzt werden.

In der jüngsten Sitzung verabschiedete der Loßburger Gemeinderat die Ziele für die Forsteinrichtung für die Jahre 2024 bis 2033 einstimmig. Bürgermeister Christoph Enderle sagte: „Loßburg besitzt kommunale Wälder, Stiftungswälder und natürlich Privatwälder. Wir sind eine selbstbewusste Gemeinde und wollen unsere Ziele daher gerne selbst formulieren.“

 

Die periodische Betriebsplanung für die Forstbetriebe Gemeinde Loßburg stellte Björn Uerpmann, Leiter der Außenstelle Horb des Kreisforstamts, zusammen mit Förster Martin Schmalz vor.

Hauptziele seien der Erhalt der Waldfläche und des Waldvermögens, sowie alle Waldfunktionen nachhaltig zu fördern. Grundlage für die Planung sei, so Uerpmann, die Betriebsinventur 2023 gewesen. Dabei wurden Zuwachs, Boden und die verschiedenen Baumarten stichprobenartig geprüft. Im kleinen Rahmen sei noch einmal ein Treffen mit der Verwaltung geplant, um einzelne Bereiche vor Ort anzuschauen.

Zwei Bodenarten

Uerpmann stellte klar, dass die bisherigen Ziele auch im Hinblick auf den Klimawandel anzupassen seien. Dabei hätte sich gezeigt, dass es in Loßburg zwei sehr unterschiedliche Bodenarten gebe, nämlich Buntsandstein und Muschelkalk. Für diese beiden seien unterschiedliche Vorgehensweisen erforderlich, was in Loßburg bereits vorbildlich praktiziert werde.

Muschelkalkböden hätten sich als problembehaftet für Tannen und andere Nadelgehölze erwiesen, hier müsse vorrangig der schadhafte Bestand durch Laubbäume ersetzt werden. Dennoch bleibe die Tanne einer der wichtigsten Bäume im Schwarzwald. Und gerade die nadelholzreichen Dauerwälder und die Plenterwälder auf Loßburger Gemarkung sollen auf geeigneten Standorten in ihrer bisherigen Form und Struktur fortgeführt werden.

Berücksichtigung des Arten- und Biotopschutzes

Da die Gemeinde eigene qualifizierte Forstarbeiter habe, also eine eigene Forstpartie, könnten so Schäden bei Fäll- und Rückearbeiten vermieden werden. Einer der Schwerpunkte liege im kommenden Jahrzehnt darin, bei der naturnahen Waldwirtschaft ökologische Belange verstärkt zu berücksichtigen, wie den Arten- und Biotopschutz, auch, um die Biodiversität zu fördern. Zudem solle weitgehend auf Herbizide, Fungizide und Insektizide verzichtet werden.

Auf zwei Besonderheiten in Loßburgs Waldbetrieb ging Uerpmann noch ein. Zum einen verfüge die Gemeinde über ausreichend große Nass- und Trockenlager, um nicht bei schlechten Preisen verkaufen zu müssen. Und eine ganz besondere Einrichtung sei der Schulwald, einzigartig im Landkreis, vermutlich sogar im ganzen Land. Thomas Gisonni (FWV), Rektor der Gesamtschule, berichtete, dass die schwierige Suche nach Lehrkräften durch den Schulwald erleichtert werde.

45 Jahre im Loßburger Wald

Revierförster Martin Schmalz ergänzte, dass er bestrebt sei, seine 45 Dienstjahre im Loßburger Wald zu absolvieren – ebenso wie seine Vorgänger. „Dann haben wir zu dritt 135 Jahre Dienst am Wald getan. Für manche Bäume ist das gerade mal ein Drittel ihres Lebens“, so Schmalz.

Maria Hellstern (SPD) fragte nach dem Zustand der Loßburger Wälder. Im Schwarzwald ginge es den Wäldern noch vergleichsweise gut, durch die Höhenlagen und den vermehrten Niederschlag sei der Zustand besser wie er sein könnte.